Rallye Monte Carlo

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Rallye Monte Carlo 1956, englische Sprache, 25 min Video

Die Rallye Monte Carlo ist die Urmutter der motorsportlichen Veranstaltungsart, die sich Rallye nennt.

Geschichte

1909 hatte der Präsident des “Association Sport Automobile Vélocipédique Monégasque”, der "sportlichen Montegassischen Vereinigung der Automobile und Fahrräder" Alexandre Noghès, heute “Automobile Club de Monaco”, die Idee, möglichst viele europäische Städte für ein Rennen nach Monte Carlo zu begeistern. Am 21. Jänner 1911 war es dann so weit: aus insgesamt elf Städten, darunter Genf, Paris, Boulogne-sur-Mer, Berlin, Wien und Brüssel starteten insgesamt 23 Fahrzeuge[1] nach Monaco.

Es war eine sogenannte klassische Sternfahrt: die Teilnehmer starteten aus verschieden entfernt gelegenen Städten und sollte zum selben Zeitpunkt am Zielort eintreffen. Die Starttage und -zeiten waren daher unterschiedlich entsprechend der Entfernung.

Bereits beim ersten Rennen gab es eine Disqualifizierung des "Schnellsten". 16 Fahrzeuge erreichten Monte Carlo. Der Deutsche Van Esmark, der in Berlin gestartet war, kam als Erster nach 1 700 und einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 30 km/h in Monte Carlo an. Da er jedoch nicht an der vorgeschriebenen Parade teilnahm, wurde er disqualifiziert. Zum Sieger wurde der Franzose Henri Rougier erklärt, der einen Turcat-Mery fuhr und in Paris gestartet war.

Von 1973 bis 2008 gehörte die Veranstaltung zur Rallye-Weltmeisterschaft. Erwähnenswert aus der Entwicklung dieser Rallye ist noch die sogenannte "Nacht der langen Messer", eine berühmt-berüchtigte kurvenreiche Etappe über den Col de Turini, die nachts gefahren wurde. Sie war der Höhepunkt der alljährlich im Jänner stattfindenden Rallye Monte Carlo.

Österreicher konnten diese Rallye zwar nie gewinnen, aber die Stadt Salzburg war einmal Schauplatz dieser Rallye.

1956: Die Rallye Monte Carlo rollte durch Salzburg

1956 zählte die Rallye Monte Carlo zur Rallye-Europameisterschaft. Der Modus war eine Sternfahrt zu Beginn und ein Finale in Monte Carlo. Am 16. Jänner 1956 starteten 350 Fahrer in sieben europäischen Städten. Jene, die in Athen, Rom und Paris die gut 4 000 Kilometer in Angriff nahmen, statteten Salzburg einen Kurzbesuch ab.

Die rund 70 Teilnehmer mussten von Klagenfurt (Kärnten) aus über den Katschberg und Radstädter Tauernpass zum Walserberg fahren. Dort hatte der SAMTC im Auftrag der Organisatoren in der Nacht vom 16. auf 17. Jänner (Dienstag auf Mittwoch) eine Zeitkontrolle durchgeführt. Auch eine "Labestation" war eingerichtet worden. Gegen 22 Uhr traf der Schweizer Willi Moser als Erster ein. Im Feld dabei war auch der zu den Favoriten zählende Franzose Louis Chiron auf Lancia Aurelia. Der 56-Jährige mit dem Spitznamen alter Fuchs, der ein Jahr zuvor sein letztes Formel-1-Rennen gefahren war, war ein begehrter Interview-Partner bei der Zwangsrast am Walserberg.

Louis Chiron wusste viel zu erzählen, auch vom Pech, das ihn in Italien südlich von Neapel ereilt hatte. Dort hatte man ihm bei einer Tankstelle die Geldbörse mit 70.000 französischen Francs und 70.000 italienischen Lire gestohlen. Trotzdem erschien er wieder pünktlich am Walserberg. Andere waren da weniger pünktlich wie eine Spanier. Dieser verspätete sich um eine Stunde, da er mit den Sommerreifen an seinem Panhard über den Radstädter Tauern enorme Probleme hatte. Ein Franzose hatte sich in der Stadt Salzburg verfahren und ein anderer büßte 20 Minuten ein, weil er bei Hallein ein Reh überfahren hatte.

Gut drei Stunden hielt sich der Rallye-Tross im Bereich der Stadt Salzburg auf, bevor er weiter in Richtung Monte Carlo aufbrach. Sieben Zeitstrafen mussten die Kontrolleure verhängen und am Donnerstag erreichte das Feld ihr Ziel Monte Carlo.

Salzburger und die Rallye

Jörg Pattermann war von 1976 bis 2000 als Co-Pilot im Rallyesport aktiv und als technischer Berater tätig, unter anderem als Eis-Spion für Walter Röhrl bei der Rallye Monte Carlo.

Quelle

Fußnoten

  1. bezüglich Anzahl der Städte und Teilnehmer gibt es unterschiedliche Quellenlagen; der Urheber dieses Beitrags nimmt die Quellen en.wikipedia.org und The History of the Monte-Carlo Rally als Grundlagen