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Stiegl-Pferde

das Pferdegespann am Mozartplatz bei einer Bierlieferung
Johann Brunnauer (l.) und Hannes Erlac auf dem Bock ihres Gespanns.

Die Stiegl-Pferde sind Tigernoriker, schwarz-weiß-gescheckte Kaltblutpferde, die mit traditionellen Bierkutschen Gastronomiebetriebe im Umkreis der Stieglbrauerei beliefern.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Als einziges Brauerei in Österreich beliefert Stiegl nach wie vor täglich Betriebe in den Salzburger Stadtbezirken Maxglan und Taxham, sowie in Wals-Siezenheim mithilfe historischer Pferdekutschen.

Unter der Aufsicht ihrer Kutscher Herbert Schröder und Johann Brunnauer liefern sie Montag bis Freitag von 08 bis 14 Uhr bei jedem Wetter Getränke aus.

Seit mehr als 500 Jahren gehören die Stiegl-Pferde zum Stadtbild Salzburgs. In Spitzenzeiten waren 26 Gespanne bis nach Oberndorf oder Lofer unterwegs, während in der Stadt zusätzlich mit Ochsen gearbeitet wurde. Ausfahrten ins Depot nach Lofer nahmen für Hin- und Rückweg zwei volle Tage in Anspruch. Die Brauerei rühmt sich, dass in der Geschichte Stiegls kein Tag verging, ohne dass Pferdekutschen ausgefahren wären.

Vorgestellt

Beim Oktoberfest in München fahren geschmückte Biergespanne auf. Schließt die Wiesn, stehen die Rösser wieder im Stall. Die tägliche Auslieferung von Fässern und Kisten mithilfe von lebenden Pferdestärken – diese Tradition wird von der Salzburger Brauerei Stiegl hochgehalten. Ein vermutlich europaweit einzigartiger Beitrag zur Entschleunigung des Alltags.

"Gemma Buam, aufpassen!" Seit 1992 gibt Johann Brunnauer auf dem Bock eines der beiden Stiegl-Gespanne dieses Kommando. Der siebenjährige "Remus" und der zwölfjährige "Prinz", die beiden Noriker-Tigerschecken im Geschirr, reagieren sofort und traben los.

"Kommandos müssen schon mit den Jungtieren eingeübt werden", schildert Brunnauer, "sie wissen dann, bei 'hot' geht es nach rechts und bei 'wista' nach links." Bis zu zehn Kilometer täglich spulen "Remus" und "Prinz" im Umkreis der Brauerei ab. Sommer wie Winter. "Schlechtes Wetter kennen wir nicht, nur gute Bekleidung", sagt der Kutscher, "und die Rösser sind nicht wetterfühlig. Sie spüren aber, wenn die Menschen bei bestimmten Wetterlagen nervöser werden."

Maxglan aus Kutscherperspektive: Häuser zuckeln vorbei, der Verkehr auf der Gegenspur wirkt hektischer, als er ist. Das Tempo in der eigenen Spur bestimmen "Remus und Prinz". Wird gehupt, wenn der gemütliche Bierwagen das Kolonnentempo bremst? Brunnauer: "Da gibt es keine Probleme. Ich glaube, dass es viele Autofahrer schätzen, wenn es für einige Momente ruhiger zugeht."

Gespannfahren ist führerscheinfrei, für das Lenken gilt die übliche Promilleregel. Fallen Pferdeäpfel auf den Asphalt, muss Brunnauer herunter vom Bock und mit Schaufel und Kübel "misten". Seit drei Wochen bildet Brunnauer den Ausfahrer und Pferdeliebhaber Hannes Erlac für den Beruf an der frischen Luft aus. Erlac: "Die Pflege der Pferde gehört dazu. Wir fangen um halb sechs Uhr im Stall an."

Bildergalerie

Quellen