Taxham

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Der Salzburger Stadtteil Taxham
Luftbildaufnahme Februar 2019
Blick auf Salzburg von der Europark-Aussichtsplattform aus

Taxham ist ein Salzburger Stadtteil, der im Nordwesten der Landeshauptstadt am Weg von der Stadt zum Schloss Kleßheim liegt. Die Grenzlinie zum benachbarten Stadtteil Maxglan verläuft etwa entlang der Katastralgemeindegrenze Maxglan-Siezenheim II, also entlang der Rosa-Hofmann-Straße und der Favoritagasse, wobei das östliche Ende der Bolaring-Siedlung im Nordosten die Grenze zu Maxglan bildet.

Zum Namen

Taxham Luftbild 2015
Matthäuskirche in Taxham
Taxham
Bolaring-Siedlung, Nordansicht vom Parkdeck des Europarks aus
Panoramabild von Europark und Taxham, Ansicht von der S-Bahn Station aus
Die Südseite von Taxham, Ansicht von der Rosa-Hofmann-Straße

Der Name "Tax" leitet sich sehr wahrscheinlich von einem dort bis um 1820 gelegenen Fichtenwäldchen ab (vg. Taxen= Fichten- oder Tannenzweige, lat- Taxus= Eibe). Neben den Namen auf –ing (vgl. unter Itzling) ist -heim bzw. -ham eine zweite weit verbreitete althochdeutsche Ortsnamenfamilie. Die Verbreitung dieser beiden ältesten Namenstypen ist unterschiedlich: die -heim-Namen konzentrieren sich auf das oberösterreichische Alpenvorland bis gegen die Enns und den Salzburger Flachgau, während die echten -ing-Namen nicht nur etwas weiter nach Süden ins beginnende Bergland hineinreichen, sondern sich vor allem über die Enns hinaus in den niederösterreichischen Donauraum bis ins Wiener Becken nach Osten erstrecken. Grund ist der unterschiedliche Bedeutungsaspekt der beiden Namentypen hinsichtlich des Wohnortes.

In den -ing-Namen wird der Besitzanspruch auf Grund und Boden deutlich, so dass dieser Namentyp beim Vordringen in die slawisch besiedelten Gebiete östlich der Enns nach den Awarenkriegen Karls des Großen seit dem ausgehenden 8. Jahrhundert und noch im auslaufenden 10. Jahrhundert nach Errichtung der Markgrafschaft Österreich 976 für die Besitzergreifung und Neuansiedlung bestens geeignet war. Dagegen gab man -heim-Namen in jenen Gebieten, in denen man schon länger ansässig war und sich beheimatet fühlte. Daher umgrenzen die -heim-Namen, obwohl jünger, deutlich den ursprünglichen bairischen Siedlungsraum, wobei die heute österreichischen Gebiete Oberösterreichs und Salzburgs selbstverständlich die östlichen Bereiche der auch in Nieder- und Oberbayern massenhaft auftretenden beiden Namentypen sind.

Dass sie im Alpenraum nur eine geringe Rolle spielen, beruht auf der bis ins 12./13. Jahrhundert dort fortbestehenden romanischen Siedlung im Westen und der slawischen im Osten, wobei – vom romanisch-slawischen Überschneidungsgebiet Osttirols und Oberkärntens abgesehen –, ein wechselseitiger Ausschluss der romanischen, slawischen und der beiden ältesten deutschen Namentypen besteht. So kommen vor allem die -ing-Namen hauptsächlich nur dort vor, wo sich schon früh bairische Siedlungskerne im romanischen bzw. slawischen Raum bildeten. Das geschah vor allem in jenen Tälern, in denen ein leichtes Vordringen möglich war, wie schon früh in Tirol im Inntal um Innsbruck und im Pustertal um Bruneck, im Salzburger Becken und dann später im obersteirischen Ennstal und von dort über das Paltental|Palten]]- und Liesingtal]] ins Murtal.

Geschichte

Auch Taxham ist uralter Kulturboden. Hier liegen knapp westlich des heutigen Einkaufszentrums Europark die Reste eines weitläufigen römischen Gutshofes. Nächstgelegen sind auch eisenzeitliche bzw. etwas weiter im Süden bronzezeitliche Funde gehoben worden. In Taxham ist auch ein Fürstengrab der Hallstattzeit entdeckt worden. Durch Taxham verlief die alte Römerstraße von Iuvavum in Richtung Bedaium entlang der heutigen Kleßheimer Allee.

Namensherkunft

Die Siedlung Taxham leitet sich vom Gut Taxham, auch Taxenham, Taxenheim oder Taxet genannt ab, welches seinen Namen von einem kleinen adeligen Schlösschen aus fürsterzbischöflicher Zeit erhielt, das Taxat (manchmal auch Taurs oder Taux) genannt war und das nach 1800 zunehmend baufällig wurde uns einige Jahrzehnte später abgetragen wurde. Dieses turmartige Schlösschen vor Schloss Kleßheim gelegen, gab dem heutigen Stadtteil seinen Namen. Das Gut Taxham war lange der Meierhof der Landeskrankenanstalten. Anstelle des alten bäuerlichen Gutes Taxet stehen heute Volksschule, Hauptschule und Kindergarten Taxham. Dort wo einst das adelige Schlösschen stand, findet sich heute der südseitige Parkplatz des Europarks.

Entstehung der Wohnsiedlungen

Den ersten Preis für die hier vorgesehenen 2 500 Wohnungen hatte Anfang 1954 die Architektengruppe von Otto Ponholzer, Erich Horvath und Ekkehard Ullrich erhalten. Die Siedlung Taxham entstand nach diesen Plänen ab 1954 (in wesentliche Teilen ab 1957) als „Volkssiedlung“ zur Beseitigung der argen Wohnungsnot, da in Salzburg auch acht Jahre nach dem Krieg noch immer sehr viele Flüchtlinge und Flüchtlingsfamilien in ärmlichsten Baracken hausen mussten. Die Siedlung Taxham wurde überwiegend durch die Salzburger Wohnsiedlungsgesellschaft gebaut. Für dieses große Siedlungsvorhaben stellte damals Landeshauptmann Josef Klaus das dem Land Salzburg gehörende Gut Taxham samt seinen 32 Hektar Grund zur Verfügung. Auch die Stadt Salzburg unterstützte dieses große Wohnbauvorhaben entscheidend mit. Am 8. Juli 1955 wurde der erste Wohnblock mit 18 Wohnungen für Beamte in der Großsiedlung Salzburg-Taxham übergeben. Der Grundmietzins für 64 Quadratmeter beträgt 225 Schilling (€ 16,35). In der Satellitenstadt Taxham lebten in der ersten Zeit mit geburtenstarken Jahrgängen zeitweise deutlich mehr als 10 000 Menschen. 2007 waren es gut 6 000 Bewohner, mit 1. Jänner 2016 waren es nur mehr 4 805 Bewohner.[1]

Die beiden Kirchen von Taxham

In Sichtweite liegen die beiden Kirchen der evangelischen Pfarrgemeinde Salzburg West (Matthäuskirche) und der katholischen Pfarrgemeinde Taxham (Pfarrkirche zu Ehren des Herzens Mariä).

Pfarrkirche Taxham

Hauptartikel: Pfarrkirche zu Ehren des Herzens Mariä

Schon 1961 war hier eine Notkirche errichtet worden, in der auch die vielen protestantischen Kriegsflüchtlinge ihre Gottesdienste abhalten konnten. 1964 entstand hier dann ein katholisches Pfarrvikariat. 1967 wurde Taxham eine eigene katholische Pfarre. Erzbischof Andreas Rohracher gelobte 1966 , eine stattliche Kirche errichten zu lassen, die dem Herzen Mariae geweiht sein sollte. 1968 konnte die neue Kirche eingeweiht werden. Stadtbaumeister Franz Wagner entwarf die Pläne für die Kirche, eine Zeltdachkirche mit freistehendem Turm. Die schöne Madonna von Altenmarkt, ein persönliches Geschenk des Erzbischofs, schmückt das Innere der Kirche. Im Pfarrzenrum befindet sich ein großer Veranstaltungssaal, der für vielfältige kulturelle Tätigkeiten genutzt wird.

Matthäuskirche

Hauptartikel: Matthäuskirche

Die evangelische Matthäuskirche am Martin-Luther-Platz liegt ebenfalls im Zentrum von Taxham. Auch sie ist als Zeltkirche mit freistehendem Glockenturm (Campanile) konzipiert. Mit diesem Zeltdach sollte die Gemeinde als letztlich heimatloses, immer wieder wanderndes und unbehaustes Gottesvolk dargestellt werden, als „Kirche unterwegs“. Die Kirche wurde ein Jahr nach der katholischen Kirche (1969) eingeweiht. Die Architekten Eugen Salpius und Hans Laimer hatten dafür die Pläne erstellt. Der Eingang ist in ein großes Kreuz integriert. Innen ist diese Kirche besonders schlicht gehalten. Die für die Kirche geschaffene Christusfigur von Prof. Aigner wurde nach einer vorübergehenden Aufstellung in einem Nebenraum wieder in der Kirche selbst aufgestellt. Der Platz vor der evangelischen Kirche wurde anlässlich des 500. Geburtstages Martin Luthers am 10. November 1983 zu Ehren des großen Reformators "Martin-Luther-Platz" benannt. Der Platz wird 2005 mit einem modernen Brunnen gestaltet.

Das Einkaufszentrum Taxham

Im Nordosten des Stadtteils befindet sich der Europark, das erfolgreiche und heute größte Einkaufszentrum Westösterreichs. Hier besteht auch eine Niederlassung des schwedischen Möbelhauses IKEA.

2005 wurde der in Konzeption und Architektur richtungweisende zweite Teil des Europarkes eröffnet. Dadurch wurde dieser Einkaufspark zum erfolgreichsten Shopping-Center in Österreich. Die vom römischen Star-Architekten Massimiliano Fuksas geplante Erweiterung erhöht die Verkaufsfläche von rund 30 500 auf fast 51 000 m². Heute sind auf dem EUROPARK-Gelände (einschließlich Ikea) etwa 2 000 Mitarbeiter beschäftigt. Täglich besuchen rund 30 000 Besucher den Europark, 4 200 Gratis-Parkplätze sind hier vorhanden. Der Europark ist damit Europas größte Tiefgarage auf einer Ebene. Angeschlossen ist ein Europark-Betriebskindergarten, der seit 1998 in Betrieb ist und über 70 Kinder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Platz bietet.

Das Oval

Der Europark ist der erste Einkaufspark, der ein eigenes Kunst- und Kulturzentrum mit etwa 250 Sitzplätzen betreibt: das „OVAL". Dieser Name entstand in Anlehnung an die organisch geformte Dachlandschaft der Europark-Erweiterung. Für die Gestaltung dieses Veranstaltungssaales war ebenfalls Massimiliano Fuksas verantwortlich.

Die Bolaring-Siedlung

Hauptartikel Bolaring-Siedlung

Die "Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft - gswb", errichtete in den Jahren 2000 - 2002 die Wohnanlage Bolaring in Salzburg-Taxham. Insgesamt wurden dabei 343 Wohneinheiten errichtet.

Taxham heute

Eine Volksschule, eine Hauptschule, ein sonderpädagogisches Zentrum, zwei Pfarr-Kindergärten, zwei Gemeindekindergärten sowie die Kindergärten im Einkaufszentrum Europark und der Landeskindergarten zeigen, dass hier auch heute viele Familien mit Kindern leben.

Sportliche Betätigung finden die Taxhamer bei der Amateursportverinigung Taxham mit den Sektionen Fußball, Fitsport, Tischtennis und Volleyball sowie dem Hobby-Fußballclub ASKÖ Bolaring-Taxham.

Quelle

Salzburger Stadtteile und Landschaftsräume in der Stadt Salzburg