Ars Sacra

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Fruelauf Rueland d.Ä. Tempera auf Holz um 1495
Den Räumen der neuen Sonderausstellung wurden unterschiedliche Titel zugeordnet.

Ars Sacra Kunstschätze des Mittelalters aus dem Salzburg Museum war eine Ausstellung im Salzburg Museum vom 17. Dezember 2010 bis 29. Jänner 2012.

Einleitung

"Ars Sacra. Kunstschätze des Mittelalters aus dem Salzburg Museum" - acht Jahrhunderte Kunst, 1 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, mehr als 300 Objekte aus fast allen Sammlungen des Hauses, eine eigens konzipierte Kinderwelt und ein umfangreiches Museumspädagogisches Programm: Das Salzburg Museum präsentierte die größte Mittelalterausstellung in Salzburg seit fast 40 Jahren und widmete das gesamte erste Obergeschoß der herausragenden Stellung Salzburgs im Mittelalter.

Rund acht Jahrhunderte Kunst waren in der Sonderausstellung "ARS SACRA. Kunstschätze des Mittelalters aus dem Salzburg Museum" mit mehr als 300 Objekten aus allen Sammlungen des Hauses vertreten. Auf 1 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden zum größten Teil kirchliche Kunstwerke gezeigt. Nach einer Einführung in das Thema inklusive chronologischer Übersicht über die Zeit stand die thematische Präsentation der Objekte im Mittelpunkt. So waren den einzelnen Ausstellungsräumen Titel wie "Christus", "Maria", "Musik" oder "Handschriften" zugeordnet.

In der Sonderausstellung "Ars Sacra. Kunstschätze des Mittelalters aus dem Salzburg Museum" wurden bewusst die mittelalterlichen Kunstwerke ausschließlich aus dem Salzburg Museum in den Mittelpunkt gerückt. "Wir wollen mit dieser Ausstellung ganz bewusst Lobbying für unser Museumskonzept betreiben, die hochwertigen Kunstschätze des Mittelalters im Hohen Stock der Festung zu präsentieren. Es ist sehr schade, dass der Großteil der Objekte aus Romanik und Gotik sich zumeist im Depot befindet. In einem der bedeutendsten und besterhaltenen mittelalterlichen Bauwerk könnten wir sie optimal präsentieren und die Wertigkeit der Schauräume in der Festung extrem steigern", erklärte Museumsdirektor Dr. Erich Marx [Anmerkung: Im Jänner 2017 gab Direktor Martin Hochleitner bekannt, dass bis 2019 ein Mittelalter-Museum in der Festung Hohensalzburg entstehen werde.]

Idee und Präsentationsform der Ausstellung

Nach einer Einführung in das Thema und der Darstellung der Sammlungen gab es einen chronologischen Überblick über die Zeit. Die thematische Gruppierung stellte eine Besonderheit in der Ausstellungsgestaltung dar. Aufgrund dieser Präsentationsform war ein stilistisches Vergleichen verschiedener Zeitphasen ebenso möglich wie das Aufzeigen ikonografischer Entwicklungen. Frühmittelalterliche Objekte standen neben spätgotischen und gaben einen Überblick über rund 800 Jahre Kunstschaffen im Erzstift Salzburg. "Die Ausstellung soll nicht nur ein informatives, sondern auch ein sensitives Erlebnis sein", erklärt Ausstellungskurator Mag. Peter Husty die Idee zur Sonderausstellung. Abgedunkelte Räume mit beleuchteten Objekten, mittelalterliche Musik, die von der Salzburger Virgilschola (Vokalensemble für mittelalterlichen Choral) eingespielt wurde, die "sakrale" Aufstellung der im Museum erhaltenen Altäre und der monumentale Rekonstruktionsversuch des Valkenauer Denkmals bereicherten die Sonderausstellung.

Mittelalter in Salzburg

Die Ankunft des fränkischen Missionars Rupert in Salzburg um 696 und die Klostergründungen in der einst römischen Municipalstadt Iuvavum bilden den Anfangspunkt der christlichen Geschichte Salzburgs. Bereits in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts wurde Salzburg Bistum, 798 erhob Papst Leo III. Arn zum Erzbischof von Salzburg und damit zum Oberhaupt der gesamten bayrischen Kirchenprovinz. Salzburg wurde mit der Christianisierung des Südostens des Reichs bis nach Ungarn beauftragt, erhielt große Güterschenkungen und entwickelte sich bis zum frühen 14. Jahrhundert zum selbstständigen geistlichen Fürstentum. Die herausragende Stellung Salzburgs zeigt sich auch auf einem hohen Niveau im künstlerischen Bereich, das in der Spätgotik seinen Höhepunkt fand.

Mittelalter-Sammlung des Salzburg Museum

Vorrangig religiöse Objekte - wenig Alltags- und Gebrauchsgegenstände

Die frühesten Stücke der Ausstellung reichten in die Zeit des heiligen Rupert (700 - 750), das jüngste Ausstellungsobjekt ist das rekonstruierte Kaiserdenkmal für den Dom in Speyer, das Hans Valkenauer im Auftrag von Kaiser Maximilian I. 1514 begonnen, jedoch nie vollendet hat. Wie der Ausstellungstitel bereits vermuten ließ, waren wenige Alltags- und Gebrauchsgegenstände in museale Sammlungen gelangt. Ein Großteil der mittelalterlichen Gegenstände wurde dem Museum in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschenkt. Die Exponate stammen teilweise aus Privatbesitz, wie zum Beispiel der Nikolaus-Altar. Aber auch Objekte aus Klöstern, Kirchen und Kapellen gelangten im Zuge von Erneuerungen in den Besitz des Museums.

In fast allen Sammlungen des Museums befinden sich mittelalterliche Stücke: Münzen und Tafelbilder, Reliefs und Textilien, archäologische Funde und Goldschmiedearbeiten, Altarteile und Handschriften, Grabsteine und Glasscheiben, Schmuck und Skulpturen, Schlüssel und Schlösser. Heute ist es ein Glücksfall, wenn ein bedeutendes mittelalterliches Kunstwerk in die Sammlung des Museums gelangt. "Ausnahmen gibt es allerdings doch immer wieder. 2008 konnte die gotische Tafel mit einer Kreuzigung aus der Hand des Meisters von St. Leonhard im Wiener Dorotheum ersteigert werden", freut sich Chefkurator Husty.

Der reiche und vielfältige Bestand an mittelalterlichen Objekten im Salzburg Museum dokumentiert die Bedeutung der Kirche in Salzburg, deren Macht und Vorrangstellung im Mittelalter uns heute nicht mehr so bewusst ist.

"Altäre", "Christus", "Maria", "Heilige"

Den Ausstellungsräumen waren Themen zugeordnet. In einem der Räume waren Altäre zu sehen, die als Einzelbilder erhalten sind oder als ganz erhaltenes Ensemble wie der Rauriser Altar von 1490 nach der Restaurierung in neuem Glanz erstrahlen. Auch die Halleiner Kreuzigungsgruppe, die dem bedeutenden Bildhauer Veit Stoss zugeschrieben wird, wurde restauriert. Weitere Räume standen unter dem Titel "Christus", "Maria" oder "Heilige". Hier wurden neben den bekannten Prunkstücken der Sammlung wie den sogenannten "Löwenmadonnen" oder Fragmenten aus dem romanischen Dom auch einige Neuerwerbungen gezeigt. Weitere Räume widmeten sich beispielsweise der Musik im Mittelalter oder den mittelalterlichen Handschriften.

"Auberlins Schrein" - Mittelalter für Kinder

Zum ersten Mal wurde für eine Sonderausstellung eine Kinderwelt kreiert, die den Kleinen das Mittelalter spielerisch näher bringt. In den Läden des "Auberlins Schrein" waren die Antworten zu vielen verschiedenen Fragen über das Mittelalter versteckt. Zu jedem großen Themenbereich gab es Informationen, die für die jungen Museumsbesucher speziell aufbereitet waren. Bei "Christus" ging es um die Verbreitungsgebiete der Weltreligionen. Die Bedeutung der Bildsprache und die Marienverehrung standen unter "Maria" im Mittelpunkt. Auf einer kleinen Leier konnte ein mittelalterliches Lied nachgespielt werden. Was sind Heilige und woran erkennt man sie? Was ist ein Scriptorium? Wozu gibt es einen Altar in der Kirche und was haben eigentlich die Kinder gespielt? Diese und viele weitere Fragen wurden in der mittelalterlichen Kinderwelt beantwortet.

Abwechslungsreiches Kunstvermittlungsprogramm

Ein umfangreiches Rahmenprogramm entführte große und kleine Besucher in die Zeit des Mittelalters. Die mittelalterliche Schreibwerkstatt, Mode, Tanz oder Schmuck im Mittelalter waren nur einige Themen des abwechslungsreichen Angebots. Mit einem "Stadtbaukasten" wurde das mittelalterliche Salzburg nachgebaut, und im Anschluss daran konnten Kinder und Erwachsene bei einem Stadtrundgang viel Mittelalterliches erleben. Unter dem Motto "Totengräber, Steinmetz und Wachszelte" wurden mittelalterliche Berufe vorgestellt. Die Kleidung, das Leben damals und lustige Lauf-, Kreis- und Pfandspiele standen beim Workshop mit dem Thema "Knappe, Knecht und Edelfräulein" im Mittelpunkt. Die Führungen und Workshops konnten von Schulklassen gebucht werden. Punktuell konnten die Angebote auch von Familien, Kinder und Jugendlichen am Nachmittag oder Wochenende gebucht werden.

Wissenschaftlicher Aufsatzband

"Ars Sacra. Kunstschätze des Mittelalters aus dem Salzburg Museum" ist auch der Titel des wissenschaftlichen Begleitbandes zur Ausstellung. Auf über 400 Seiten wird ein Überblick über mittelalterliche Objekte aus allen Sammlungen des Hauses gegeben. Der Band gliedert sich wie die Ausstellung nach Sachgruppen. Die Stücke werden hierin nicht allein nach kunsthistorischen Kriterien vorgestellt, sondern auch die Kunsttechnologie wird in den Blickpunkt der Dokumentation gerückt.

Quelle

  • Pressemeldung in OTS, abgefragt am 21. Jänner 2017