Bela und Therese Spiegel

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stolperstein für Baruch und Therese Spiegel in der Faberstraße Nr. 11

Bela Baruch Spiegel (* 10. April 1872 in Kaisersdorf, Komitat Sopron, Ödenburg, Ungarn; † 28. Oktober 1942 in Theresienstadt (ermordet) und seine Frau Therese Spiegel (* 20. August 1878 in Edelsthal bei Kittsee, Komitat Moson, Wieselburg, Ungarn; † 1942 im Vernichtungslager Treblinka (ermordet)) waren jüdische Opfer des Nationalsozialismus in Salzburg.

Leben

Bela Spiegel war Kaufmann und betrieb gemeinsam mit seiner Frau Therese ein Antiquitätengeschäft in der Getreidegasse 34. Er war Vorstandsmitglied der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg. Das Paar hatte einen Adoptivsohn, Ladislaus. Die Familie lebte in einer bürgerlichen Wohnung im Andräviertel, Faberstraße 11.

In der Nacht von 9. auf 10. November 1938 (Novemberpogrom) wurde ihr Geschäft geplündert und zerstört. Die Familie musste ihre Wohnung, die ein nationalsozialistischer Schul- und Blockwart beanspruchte, räumen. Das Ehepaar Spiegel flüchtete nach Wien, wo sie im 2. Bezirk, Große Stadtgutgasse 18, wohnte. Von dort wurden sie, gemeinsam mit dem ebenfalls aus dem Andräviertel stammenden Ehepaaren Aninger und Fischer am 14. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert.

Bela Spiegel wurde dort am 28. Oktober 1942 ermordet. Seine Frau Therese wurde am 21. September 1942 gemeinsam mit den ebenfalls aus Salzburg vertriebenen Amalie Rosenfeld, Anna Pollak und Anna Stuhly nach Treblinka deportiert, wo sie ermordet wurde.

Bela Baruchs Bruder Albert Spiegel, dessen Ehefrau Katharina und ihren Sohn Armand, die eine Zeit lang in Salzburg und zuletzt in Wien lebten, wurden am 15. Juni 1942 in Maly Trostinec ermordet. Über das Schicksal ihres Adoptivkindes ist nur bekannt, dass Ladislaus im November 1938 in Dachau inhaftiert war und mit der Auflage, das Land zu verlassen. Gewiss ist lediglich, dass er bis November 1938 in Salzburg und bis April 1939 in Wien gemeldet war.

Quelle