Hochwasser im Flachgau (Juni 2013)

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Hochwassersituation 2013 in Thalgau

Das Hochwasser im Flachgau am 2. Juni 2013 richtete vor allem in Oberndorf und im benachbarten Rupertiwinkel große Schäden an.

Allgemeines

Oberndorf bei Salzburg

In Oberndorf wurden beim Hochwasser am 2. Juni 2013 Teile der Stadtgemeinde überflutet, weil die Salzach über die Ufer getreten war. Dutzende Bewohner mussten evakuiert werden, 28 Personen haben in der Hauptschule Oberndorf übernachtet. Das Notquartier war für insgesamt 150 Personen eingerichtet worden.

Dieses Hochwasser ging an ein 100-jährliches Ereignis heran. Nicht nur wegen der Salzach, sondern auch wegen der Zuflussgewässer im Hinterland. Die mehr als 200 Einsatzkräfte waren nahezu rund um die Uhr unterwegs, um den Überflutungen Herr zu werden und der betroffenen Bevölkerung zu helfen. Für Bürgermeister Peter Schröder war es die schlimmste Hochwassersituation, die er in Oberndorf bisher erlebt hat.

An manchen Stellen stand das Wasser 1,50 bis 1,80 Meter hoch in den Häusern. Etwa 30 Gebäude, davon auch mehrere Mehrparteienhäuser, seien von den Überflutungen betroffen. Große Schäden waren die Folge. Ohne ein im Juni 2011 in Betrieb gegangenes Schneckenpumpwerk dann wäre der Einstau in der Alten Landstraße - das ist ein Straßenzug entlang der Salzach - wohl drei bis vier Meter hoch gewesen. Die Schäden wären noch verheerender ausgefallen.

Der Hochwasserscheitel in Oberndorf wurde am 2. Juni um 20.45 Uhr erreicht - mit einem Pegelstand von 8,40 Meter, wie der hydrografischen Dienst des Landes Salzburg berichtete. Der Pegelstand lag damit knapp unter einem 100-jährlichen Hochwasserereignis. Am 3. Juni um 9.00 Uhr war der Wasserstand in Oberndorf um rund zwei Meter gesunken.

Bayern

Die Hochwasserlage spitzte sich am 2. Juni auch im benachbarten Bayern stündlich zu. Um 10.27 Uhr war der Katastrophenfall für das Berchtesgadener Land ausgerufen worden. Entlang der Saalach im Pidinger Ortsteil Bichlbruck und am Freilassinger Heideweg, wo der Mühlbach über das Ufer getreten war, waren die Bewohner seit den frühen Morgenstunden von der motorisierten Wasserwacht aufgefordert worden, ihre Wohnungen zu verlassen. Im östlichen Teil Freilassings standen Häuser durch den Dauerregen bereits am Sonntagvormittag bis ins Erdgeschoß unter Wasser. Die betroffenen Bewohner konnten teils nur noch mit Booten in Sicherheit gebracht werden. Der Rettungshubschrauber "Christoph 14" und ein Wasserwacht-Luftretter waren für Überwachungsflüge zur Lagebeurteilung unterwegs. Im Rathaus wurden die ersten Hochwasseropfer versorgt, eine weitere Notunterkunft in der Knabenrealschule Freilassing eingerichtet.

Auch entlang der Salzach, im Laufener Ortsteil Triebenbach, musste die Bevölkerung vor den Fluten in Sicherheit gebracht werden. In der Altstadt von Laufen konnte die Gefahr in der unmittelbar an der Salzach gelegenen Steinernen Gasse nicht gänzlich gebannt werden. Die Zahl der in Notunterkünften untergebrachten Bewohner stieg Sonntagabend auf insgesamt 165 an. Alle Feuerwehren im Landkreis standen im Einsatz, Sonntagnachmittag wurden jeweils weitere 100 Kräfte von Bundeswehr und Feuerwehr Starnberg angefordert. Die B20 bleibt zwischen Freilassing Süd und Nord vorerst gesperrt.

Andere Orte

So wie in Oberndorf waren Anfang Juni im ganzen Flachgau Hunderte Feuerwehrleute im Einsatz. In Obertrum trat die Mattig in der Nacht zum Sonntag über die Ufer und überflutete Parkplätze und Keller. Genauso wie in Bergheim, wo Firmengelände im Ortsteil Aupoint unter Wasser standen. In Thalgau musste die Thalgauer Landesstraße (L 103) zwischen Unterdorf und der oberösterreichischen Landesgrenze für den Verkehr gesperrt werden.

Siehe auch

  • Hochwasser - ein Beitrag über Hochwasser im geschichtlichen Rückblick im Bundesland Salzburg

Quellen

  • Salzburger Nachrichten, 3. Juni 2013 (Maria Mackinger)
  • Salzburger Nachrichten, 3. Juni 2013 [1]