Freilassing

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Freilassing, Westansicht vom Voggenberg in Bergheim aus.
Freilassing Süd, Flugaufnahme.
Kupferstich von Salzburghofen von 1731.
Ballonfahrt, Blick auf die Salzachseen und Stromschnellen an der Salzach bei Bergheim nach Nordwest bis Freilassing.
Blick auf Freilassing vom Högl aus.
Kirche Mariä Himmelfahrt mit Salzburger Geschichte.
Saalachufer nahe Freilassing nach dem Hochwasser vom Juni 2013.

Freilassing ist eine Stadt im Landkreis Berchtesgadener Land in Bayern im Rupertiwinkel, die bis 1816 zum Erzbistum Salzburg gehörte.

Allgemeines

Dieser Artikel sammelt nur Daten, die im direkten Zusammenhang mit seiner Salzburger Geschichte stehen. Freilassing befindet sich im Zentrum des bayerischen Landkreises Berchtesgadener Land unmittelbar an der Grenze zu Österreich und wird von Salzburg durch die beiden Grenzflüsse Saalach und Salzach getrennt.

Geschichte mit Salzburg

Im 6. Jahrhundert besiedelten Bajuwaren das Land im Salzburger Becken. In Salzburghofen entstand bald ein herzoglicher Hof der Agilolfinger, der in enger Verbindung mit dem Bischofssitz und der herzoglichen Pfalz in der [Stadt [Salzburg]] stand und der am Anfang des 10. Jahrhunderts als Schenkung an die Salzburger Kirchenprovinz kam. Weltlich gehörte es, wie der gesamte Salzburggau und Teile von Innergebirg zum Herzogtum Bayern. Durch den Aufstieg Salzburgs zum eigenständigen Fürsterzbistum in der Zeit nach 1328 löste sich auch Salzburghofen vom Mutterland Bayern. 1810 kam das heutige Salzburghofen zusammen mit Salzburg zum Königreich Bayern und blieb wie der übrige Rupertiwinkel auch 1816 bayerisch, als der Großteil des Landes Salzburg zu k.k. Österreich kam.

Salzburghofen war beinahe 1 000 Jahre lang ein Teil des Erzstifts Salzburg. Es gehörte mit dem heutigen Rupertiwinkel zur Kornkammer des Fürsterzbistums, das auch die Stadt Salzburg und den Salzburger Fürstenhof mit Lebensmitteln mitversorgte. Als Salzburg nach den Kriegszügen Napoleons 1810 zum Königreich Bayern kam, fiel auch Salzburghofen an das Königreich. Während das Land Salzburg am Wiener Kongress 1816 dann Österreich zugesprochen wurde, verblieben der Rupertiwinkel und damit auch Salzburghofen bei Bayern. Salzburghofen wurde Grenzort und bekam eine Zollstation. 1860 wurde es durch den Bau der Eisenbahnverbindung München-Salzburg zu einem wichtigen Bahnknotenpunkt, von dem eine Bahnlinie über Bad Reichenhall nach Berchtesgaden führt.

1923 erfolgte die Umbenennung von Salzburghofen in Freilassing. Am 4. September 1954 wurde Freilassing zur Stadt erhoben. Vor dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union diente die Stadt vielen österreichischen Firmen als Standbein für Geschäfte innerhalb der Europäischen Union.

Name der Stadt

Der Name von Freilassing wird erstmals zwischen 1125 und 1147 erwähnt. Bezüglich der Entstehung des Namens bestehen zwei Thesen. Wahrscheinlich stammt der Name Freilassing von einer "freien (also nicht abgabepflichtiger) Weidefläche". Nach einer anderen These steht der Name im Zusammenhang mit der Freilassung eines hörigen oder leibeigenen Person mit dem Namen Frilaze ([Urkunde um die Zeit 1147[1]. Die Gemeinde trug bis 1923 aber den Namen des jetzigen Ortsteils Salzburghofen.

Salzburghofener Galgen

Bis etwa 1880 stand auf einem Grundstück in der Nähe der Villa Stein bei der Abzweigung des früheren alten Reichenhaller Bahndamms ein Galgen. Vor diesem Hintergrund ist es zu verstehen, dass früher Bewohner dieses Viertels wenig schmeichelhaft Galgenviertler genannt wurden.[1]

Der Salzburghofener Galgen unterstand dem Pfleggericht Stauffenegg, der Scharfrichter kam aus Salzburg, dessen letzter Vertreter Franz Josef Wohlmuth war.[2]

Kirchen mit Salzburgbezügen

  • Kirche Mariä Himmelfahrt in Salzburghofen, wohl auf eine Burgkapelle der Agilolfinger (7./8.Jh) zurückgehend, barocke bzw. frühklassizistische Ausstattung durch den Müllner Augustinerorden
  • Kirche St. Peter in Salzburghofen, auf 7./8. Jahrhundert zurückgehend, heute gotische Kirche mit wertvollen Deckenfresken

Gebäude aus der zu Salzburg gehörenden Zeit

  • Mirlwirt in Salzburghofen, denkmalgeschütztes typisches bäuerliches Gutshaus bzw. Gasthaus aus dem 17./18 Jh. Schopfwalmdach.

Sonstiges

Verkehr

Freilassing liegt etwas abseits von Autobahnen. Die nächstgelegene Autobahnauffahrt ist die Autobahnanschlussstelle Salzburg-Mitte auf die Westautobahn in Salzburg-Liefering, drei Kilometer östlich von Freilassing. In Richtung München befindet sich eine Auffahrt in Piding auf die A8 Salzburg-München. Die deutschen Bundesstraßen B 304 (von Freilassing über Traunstein, Wasserburg am Inn und München nach Dachau) und B 20 (von Königssee im Berchtesgadener Land über Burghausen, Straubing und Cham bei Furt im Wald zur tschechischen Grenze) führen von oder durch Freilassing und dienen wie im Fall der B 20 als Alternativrouten für Pendler aus dem nördlichen Flachgau. Diese Alternative ist jedoch seit der Flüchtlingsbewegung 2015 zeitweise massiv durch von den deutschen Behörden einseitig wieder eingeführten Grenzkontrollen beeinträchtigt und führt immer wieder zur ausgedehnten Staus auf beiden Seiten der Grenze.

Freilassing ist mit Bus und Bahn an den öffentlichen Nahverkehr mit Salzburg angebunden. Die Buslinie 24, vom Freilassinger Busunternehmen Hogger gemeinsam mit Albus betrieben, verbindet unter der Woche die Stadtzentren im Halbstunden-Takt. Innerstädtisch verkehrt Hogger auf den Linien 81 82 83 und 84.

Die Züge der S-Bahnlinie S3, die Freilassing mit Berchtesgaden auf der einen und St. Veit im Pongau über die Stadt Salzburg auf der anderen Seite verbinden, verkehren täglich grenzüberschreitend im Stundentakt. Im bayerischen Abschnitt zwischen Freilassing und Bad Reichenhall verkehren die Züge in Kooperation mit der Berchtesgadener Land Bahn. An Werktagen wird die S3 im Halbstundentakt zwischen Freilassing und Golling-Abtenau geführt.[3]

Die Stadt befindet sich direkt unter der Einflugschneise des Flughafens Salzburg, der nur fünf südöstlich Kilometer entfernt liegt.

Wirtschaft

Freilassing ist die wirtschaftsstärkste Stadt im Berchtesgadener Land. Rund 7 000 Menschen finden hier Arbeit. Handel, Tourismus, Industrie und Handwerk sorgen für einen ausgeglichenen Branchenmix.

Die länderübergreifende EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein hat ihren Sitz in Freilassing. Sie vertritt die Interessen der Region gegenüber den unterschiedlichen Ansprechpartnern in Österreich, Deutschland und der EU.

Freilassings Bedeutung als Einkaufsstadt für die Bewohner Salzburgs hat seit der Einführung des Euro, dem Bau des Europarks und der Verteuerung der deutschen Benzin-und Dieselpreise gelitten. Zuvor sorgte der Reiz des Schmuggels dafür, dass viele Salzburger nach Freilassing zum Einkaufen fuhren (um dann an der Grenze Grenzübergang Saalbrücke oftmals den Einkauf verzollen mussten).

Bildergalerie

weitere Bilder

 Freilassing – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Bahnhof Freilassing – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Freilassing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quellen

  • Homepage Stadt Freilassing
  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Freilassing"

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 9. Juni 1927, Seite 4
  2. Quelle www.pnp.de/archiv Die Scharfrichter für Freilassing und Umgebung, abgerufen am 28. November 2019
  3. Quelle www.oebb.at, abgefragt am 28. November 2019