Freilassing

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Freilassing, Westansicht vom Voggenberg in Bergheim aus
Freilassing Süd, Flugaufnahme
Freilassing, Ansicht von Westen
Ansicht von Freilassing von der Ortschaft Ulrichshögl, Reiteralm
Blick auf Freilassing vom Högl aus
Pfarrkirche Freilassing
Kirche innen

Freilassing ist eine Stadt im Landkreis Berchtesgadener Land in Bayern im Rupertiwinkel. die bis nach 1800 zum Fürsterzbistum Salzburg gehörte.

Lage

Freilassing (vor 1923 Salzburghofen) liegt unmittelbar an der Grenze zu Österreich und wird von Salzburg durch die beiden Grenzflüsse Saalach und Salzach getrennt. Es liegt gleichzeitig mittig im Landkreis Berchtesgadener Land.

Geschichte

Im 6. Jahrhundert besiedelten Bajuwaren das Land im Salzburger Becken. In Salzburghofen entstand bald ein herzoglicher Hof der Agilolfinger, der in enger Verbindung mit dem Bischofssitz bzw. der herzoglichen Pfalz in Salzburg stand und der am Anfang des 10. Jahrhunderts als Schenkung an die Salzburger Kirche kam. Der Name von Freilassing wird erstmals zwischen 1125 und 1147 erwähnt. Bezüglich der Entstehung des Namens bestehen zwei Thesen: Wahrscheinlich stammt der Name Freilassing von einer "freien (also nicht abgabepflichtiger) Weidefläche". Nach einer anderen These steht der Name im Zusammenhang mit der Freilassung eines hörigen oder leibeigenen Person mit dem Namen Frilaze ([Urkunde um die Zeit 1147[1]. Die Gemeinde trug bis 1923 den Namen des jetzigen Ortsteils Salzburghofen. Sie gehörte seit dem frühen Mittelalter zum Land Salzburg, das samt dem Salzburggau und den Gebirgsgauen seinerseits zum Herzogtum Bayern gehörte. Durch den Aufstieg Salzburgs zum eigenständigen Fürsterzbistum in der Zeit nach 1328 löste sich auch Salzburghofen bzw. Freilassing vom Mutterland Bayern. 1810 kam das heutige Freilassing zusammen mit Salzburg zum Königreich Bayern und blieb wie der übrige Rupertiwinkel auch 1816 bayerisch, als der Großteil des Landes Salzburg zu Österreich kam. Salzburghofen war beinahe 1 000 Jahre lang ein Teil Salzburgs. Es gehörte mit dem heutigen Rupertigau zur Kornkammer des Fürsterzbistums, das auch die Stadt und den fürsterzbischöflichen Hof mit Lebensmitteln mitversorgte. Als Salzburg nach den Kriegszügen Napoleons 1810 zu Bayern kam, fiel auch Salzburghofen an Bayern. Während Salzburg am Wiener Kongress 1816 dann Österreich zugesprochen wurde, verblieben der Rupertiwinkel und damit auch Salzburghofen bei Bayern.

Salzburghofen wurde Grenzort und bekam eine Zollstation. 1860 wurde es durch den Bau der Eisenbahnverbindung München-Salzburg zu einem wichtigen Bahnknotenpunkt. 1923 erfolgte die Umbenennung von Salzburghofen in Freilassing.

Am 4. September 1954 wurde Freilassing zur Stadt erhoben. Vor dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union diente die Stadt vielen österreichischen Firmen als Standbein für Geschäfte innerhalb der EU.

Freilassinger Galgen

Bis etwa 1880 stand auf einem Grundstück in der Nähe der Villa Stein bei der Abzweigung des früheren alten Reichenhaller Bahndamms ein Galgen. Vor diesem Hintergrund ist es zu verstehen, dass früher Bewohner dieses Viertels wenig schmeichelhaft Galgenviertler genannt wurden.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Kirche St. Rupert: die katholische Hauptkirche der Stadt, neugotische Kirche, erbaut 1924-1926
  • Kirche Mariä Himmelfahrt in Salzburghofen, wohl auf eine Burgkapelle der Agilolfinger (7./8.Jh) zurückgehend, barocke bzw. frühklassizistische Ausstattung durch den Müllner Augustinerorden
  • Kirche St. Peter in Salzburghofen, auf 7./8. Jahrhundert zurückgehend, heute gotische Kirche mit wertvollen Deckenfresken
  • Mirlwirt in Salzburghofen, denkmalgeschütztes typisches bäuerliches Gutshaus bzw. Gasthaus aus dem 17./18 Jh. Schopfwalmdach.
  • Galerie im Alten Feuerwehrhaus: ständig wechselndes Ausstellungsprogramm
  • Stadtmuseum Freilassing: Informationen über die Geschichte der Stadt
  • Lokwelt Freilassing: im ehemaligen Rundlokschuppen des Bahnhofs Freilassing werden Exponate verschiedenster Epochen gezeigt

Persönlichkeiten

Politik

Der Stadtrat besteht aus 25 Mitgliedern, dem direkt gewählten Ersten Bürgermeister Josef Flatscher (CSU), sowie 24 gewählten und ehrenamtlich tätigen Stadträten.

Der Stadtrat setzt sich zur Zeit aus Mitgliedern folgender Parteien zusammen:

  • Christlichsoziale Union (CSU): 13
  • Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD): 5
  • Freie Wählergemeinschaft/Heimatliste (FWG/HL): 5
  • Die Grünen/Bürgerliste: 2

Verkehr

Freilassing liegt etwas abseits der wichtigen Autobahnrouten. Die nächstgelegene Autobahnauffahrt ist der A 1 Anschluss Salzburg-Mitte in Salzburg-Liefering, drei Kilometer östlich von Freilassing. In Richtung München befindet sich eine Auffahrt in Piding auf die A8 Salzburg-München. Die deutschen Bundesstraßen B 304 (von Freilassing über Traunstein, Wasserburg am Inn und München nach Dachau) und B 20 (von Königssee bei Berchtesgaden über Burghausen, Straubing und Cham bei Furt im Wald zur Tschechischen Grenze) führen von bzw. durch Freilassing und dienen wie im Fall der B 20 als Alternativrouten für Pendler aus dem nördlichen Flachgau.

Freilassing ist mit Bus und Bahn an den Öffentlichen Nahverkehr in Salzburg angeschlossen. Die Buslinie 24, vom Freilassinger Busunternehmen Hogger gemeinsam mit Albus betrieben, verbindet unter der Woche die Stadtzentren im Halbstunden-Takt. Innerstädtisch verkehrt Hogger auf den Linien 81 82 83 und 84

Stündlich verkehren derzeit (2011) die Züge der S-Bahnlinie S3, die Freilassing mit Berchtesgaden auf der einen und Golling über Salzburg auf der anderen Seite verbinden. Bis 2010 soll die Strecke Salzburg - Freilassing komplett dreispurig ausgebaut und dann auch im Viertelstunden-Takt befahren werden.

Die Ausschreibung für den Betrieb der Bahnstrecke Freilassing - Berchtesgaden nach deren Privatisierung ab Dezember 2009 haben die Salzburger Lokalbahn und die bayerische Regentalbahn gewonnen. Der Vertrag mit dem Freistaat Bayern läuft bis 2022. Die ÖBB Züge der S3 werden dann nur mehr bis Freilassing verkehren.

Die Stadt befindet sich direkt unter der Einflugschneise des Flughafens Salzburg, der nur fünf südöstlich Kilometer entfernt liegt.

Wirtschaft

Freilassing ist die wirtschaftsstärkste Stadt im Berchtesgadener Land. Rund 7 000 Menschen finden hier Arbeit. Handel, Tourismus, Industrie und Handwerk sorgen für einen ausgeglichenen Branchenmix.

Die länderübergreifende EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein hat ihren Sitz in Freilassing. Sie vertritt die Interessen der Region gegenüber den unterschiedlichen Ansprechpartnern in Österreich, Deutschland und der EU.

Freilassings Bedeutung als Einkaufsstadt für die Bewohner Salzburgs hat seit der Einführung des Euro, dem Bau des Europarks und der drastischen Verteuerung der deutschen Benzin-und Dieselpreise gelitten. Die Reise über die Grenze lohnt sich aber vielfach immer noch, etwa für bayerische Spezialitäten wie Weißbier oder den Versand von Paketen nach Deutschland.

Ansässige Unternehmen

  • Wohnungsbau Rupertwinkel eG

Daten und Fakten

  • Einwohner: 16 000
  • Gesamtgröße: 15 Quadratkilometer
  • Anzahl der Gewerbebetrieb: 1 700
  • Fläche der Gewerbegebiete: 330 000 Quadratmeter
  • Anzahl der Geschäfte: über 200
  • Gebührenfreie Parkplätze: 3 000
  • Gästebetten: 400
  • Cafés und Restaurants: über 70

Datenstand Februar 2012[2]

Bildergalerie

Bahnhof Freilassing

Bilder

 Freilassing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen und Fußnoten

  • Homepage Stadt Freilassing
  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Freilassing"

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 9. Juni 1927, Seite 4
  2. Quelle Hallo Nachbar, Ortsreportage, 18. Februar 2012

Weblinks