Lurche

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Bergmolchweibchen in der Landtracht auf dem Weg in ihr Laichgewässer in der Patschgwiese in Dorfgastein
der Feuersalamander
Erdkrötenmännchen
Grasfrosch

Die Lurche oder Amphibien (Amphibia) sind eine Klasse der Wirbeltiere.

Allgemeines

Wie die Bezeichnung „Amphibien“ (griech. ἀμφίβιος = amphíbios = „doppellebig“) andeutet, durchlaufen Lurche zwei Lebensphasen, nämlich zunächst im Wasser, wo die Larven aus den Eiern schlüpfen und sich entwickeln, und dann an Land. Die Eier von Reptilien (Echsen, Schlangen, Schildkröten u.a.) werden hingegen an Land gelegt, ein Larvenstadium gibt es nicht. Amphibien stehen damit entwicklungsgeschichtlich zwischen den Fischen und den Reptilien.

Arten, Schutz- und Gefährdungsstatus

Die europäischen Arten verteilen sich auf die Ordnungen der Schwanzlurche (Caudata) und der Froschlurche (Anura).

Alle im Land Salzburg vorkommenden Arten unterstehen dem Besonderen Schutz nach dem Salzburger Naturschutzgesetz.

Darüberhinaus unterstehen sie teilweise dem Schutz nach EU-Recht, nämlich nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie:

  • FFH-Anhang II = es sind eigens Schutzgebiete für diese Art einzurichten;
  • FFH-Anhang IV = streng zu schützende Art von gemeinschaftlichem Interesse.
Österreichische Amphibien samt FFH-Schutzstatus und Gefährdungsstatus
Ordnung, Familie, Art FFH-Anhang Rote Liste Österreich von 2007 Rote Liste Salzburg von 2006
Schwanzlurche (Caudata)  
Echte Salamander [und Molche] (Salamandridae)    
  Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) potentiell gefährdet potentiell gefährdet
  Fadenmolch (Lissotriton helveticus)
  Teichmolch (Lissotriton vulgaris) potentiell gefährdet stark gefährdet
  Alpensalamander (Salamandra atra) IV potentiell gefährdet nicht gefährdet
  Feuersalamander (Salamandra salamandra) potentiell gefährdet gefährdet
  Alpen-Kammmolch (Triturus carnifex) II, IV gefährdet
  Nördlicher Kammmolch (Triturus cristatus) II, IV stark gefährdet vom Aussterben bedroht
  Donau-Kammmolch (Triturus dobrogicus) II stark gefährdet
Froschlurche (Anura)  
Unken (Bombinatoridae)  
  Rotbauchunke (Bombina bombina) II, IV gefährdet
  Gelbbauchunke (Bombina variegata) II, IV gefährdet stark gefährdet
Geburtshelferkröten (Alytidae)  
  Nördliche Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) IV
Krötenfrösche, Europäische Schaufelfußkröten (Pelobatidae)  
  Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) IV stark gefährdet
Kröten (Bufonidae)  
  Erdkröte (Bufo bufo-Komplex) potentiell gefährdet gefährdet
  Kreuzkröte (Bufo calamita) IV vom Aussterben bedroht
  Wechselkröte (Bufo viridis-Komplex) IV gefährdet vom Aussterben bedroht
Laubfrösche (Hylidae)  
  Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea) IV gefährdet stark gefährdet
  Italienischer Laubfrosch (Hyla intermedia) (IV)
Echte Frösche [Wasserfrösche] (Ranidae)  
  Teichfrosch (Pelophylax "esculentus", Rana esculenta) V potentiell gefährdet nicht gefährdet
  Kleiner Wasserfrosch, Kleiner Teichfrosch (Pelophylax lessonae, Rana lessonae) IV gefährdet Gefährdung anzunehmen, aber Datenlage unzureichend
  Seefrosch (Pelophylax ridibundus, Rana ridibunda) V gefährdet  
  Moorfrosch (Rana arvalis) IV gefährdet
  Springfrosch (Rana dalmatina) IV potentiell gefährdet vom Aussterben bedroht
  Italienischer Springfrosch (Rana latastei) II, IV
  Grasfrosch (Rana temporaria) V potentiell gefährdet potentiell gefährdet

Die Rote Liste der Amphibien und Reptilien Salzburgs von 2006 (Stand vom Dezember 2005) zeigt folgendes Bild:

  • Drei der heimischen Amphibienarten sind als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft:
    • Die Wechselkröte kommt nur noch in einer einzelnen Population vor; ihre Erhaltung hängt von der der angrenzenden Tiroler Bestände ab.
    • Der Kammmolch hat ein sehr lückiges Verbreitungsgebiet; größere Populationen sind sehr selten.
    • Der Springfrosch ist vor allem durch das Verschwinden der Auwälder entlang der Salzach und massiven Nutzungsdruck in den Auwaldresten bedroht.
  • „Stark gefährdet“ sind drei weitere Arten: Der Teichmolch, der Laubfrosch und die Gelbbauchunke.
  • Als „verwundbar“ wurden der Feuersalamander und die Erdkröte eingestuft.
  • Als „potentiell gefährdet“ gelten der Bergmolch und der Grasfrosch.
  • Lediglich der Teichfrosch und der Alpensalamander sind nicht als (unmittelbar) gefährdet eingestuft.

Weiterführend

Für Informationen zu Lurche, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Quellen