Hauptmenü öffnen

Salzburgwiki β

Erdkröte

Erdkrötenmännchen
Erdkrötenpaar mit Laichschnüren, Lahntal, Maishofen
Erdkrötenpaar mit Laichschnur
Ca. 2 cm große junge Erdkröte im Bereich der Mittelstation der Areithbahn, Zubringer zur Schmittenhöhe

Die Erdkröte (bufo bufo) ist ein Froschlurch aus der Gattung der echten Kröten in der Familie der Kröten (Bufonidae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Männchen wird bis zu neun cm lang, das Weibchen bis zu zwölf Zentimeter. Männchen wiegen zwischen 30 bis 50, Weibchen zwischen 50 bis 100 Gramm. Der Körper ist gedrungen und weist an der Oberseite warzige Hautdrüsen auf, während die Unterseite schmutzig weiß gefärbt und durchgehend grau gesprenkelt ist. Die Körperfärbung an der Oberseite ist grau bis rotbraun, wobei die Haut der Weibchen mehr Rotanteile aufweist. Die Männchen sind schwarzbraun oder hell lehmfarben. Die Hinterbeine der Erdkröten sind kurz und sie schreiten meist auf allen Vieren. Seltener bewegen sie sich hüpfend fort.

Verbreitung

Die Erdkröte ist neben dem Grasfrosch, dem Teichfrosch und dem Teichmolch in Mitteleuropa die am häufigsten vorkommende Amphibienart. Sie lebt außer in Irland, in Island und im äußersten Norden Skandinaviens in allen europäischen Ländern. Man findet die Erdkröte in Österreich bis hinauf in die Almregionen.

Lebensraum und Lebensart

Die Erdkröte ist ein wechselwarmes Tier, das hauptsächlich dämmerungsaktiv ist. Man findet sie in vielen verschiedenen Biotopen, sie meidet lediglich allzu trockene Flächen wie Sandgruben und dergleichen. Da sie von Parks, über Streuobstwiesen, Gärten und Siedlungen bis hin zu feuchten Kellerräumen anzutreffen ist, zählt sie zu den Kulturfolgern. Sie meidet jedoch Monokulturen und intensiv genutzte Ackerflächen. Fehlen Laichgewässer, kommt auch die Erdkröte nicht vor. Sie benötigt größere Stillgewässer, vorzugsweise in Waldnähe oder im Wald, die nicht seichter als 50 cm sein sollten. Ihre Larven sind ungenießbar, daher kann sie auch in Fischteichen ablaichen.

Die Laichwanderungen erfolgen synchron im Frühjahr, wobei die Tiere vor allem durch den Straßenverkehr gefährdet sind. Oft klammern sich die kleineren Männchen bereits während der Laichwanderung an die Weibchen. Es herrscht oft ein Überschuss an Männchen und so kann es vorkommen, dass mehrere Männchen versuchen, ein Weibchen zu klammern, was dazu führen kann, dass dieses ertrinkt.

Der Laich wird in Form von Schnüren produziert, die bis zu fünf Meter lang werden können. Die Laichschnüre werden vom Krötenpaar unter Wasser an Pflanzen und anderen Strukturen festgemacht. Dies geschieht durch das Umherschwimmen des Paares. Das Männchen gibt beim Austritt der Eier aus der weiblichen Kloake sein Sperma ab. Das Weibchen scheidet 3 000 bis 6 000 Eier aus, was bis zu zwölf Stunden dauern kann. Nach 2½ bis drei Monaten Wasseraufenthalt erreichen die Kaulquappen durch Metamorphose die Fähigkeit zur Lungenatmung und es folgt der Landgang. Die zuerst nur 7sieben bis zwölf Millimeter großen Jungfrösche werden nach drei bis fünf Jahren geschlechtsreif.

Ernährung und Fressfeinde

Erdkröten ernähren sich von Würmern, Schnecken, Asseln, Insekten und Spinnen, die von ihnen nur dann wahrgenommen werden, wenn sie sich bewegen. Erdkröten haben daher in chemiefreien Anbaugebieten eine gewisse Bedeutung als Schädlingsbekämpfer. Die Beutetiere werden im Ganzen verschlungen.

Erdkröten haben eine ganze Anzahl an Fressfeinden. Dazu zählen Katzen, Marder, Schlangen wie die Ringelnatter, Greifvögel, Rabenvögel und Graureiher. Die Kaulquappen werden vor allem von Raubfischen wie dem Hecht gefressen.

Gefährdung und Schutzmaßnahmen

Erdkrötenpaare warten in einem Kübel des Sammelsystems auf ihren sicheren Transport über die Thumersbacher Landesstraße

Erdkröten sind vor allem bei ihren Wanderungen von und zu den Laichgewässern gefährdet. Sie fallen einerseits in ungesicherte Keller- oder Kanalschächte, in denen sie vertrocknen und verhungern, kommen aber vor allem durch den Autoverkehr um. Schutzsysteme wie das Thumersbacher Amphibienschutzsystem ermöglichen den Erdkröten mittels Untertunnelung die gefahrlose Querung der Thumersbacher Landesstraße und damit das Erreichen und Verlassen ihrer Laichgewässer, die im Naturschutzgebiet Zeller See liegen. Seit vielen Jahren tragen auch Freiwillige die mittels Froschzäunen in Kübel geleiteten Erdkröten nach Einbruch der Dämmerung über die Straßen und haben dadurch im Bundesland Salzburg abertausende Tiere vor dem Verkehrstod gerettet.

Quellen

  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Erdkröte"