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Manfred Pledl

Manfred Pledl

Manfred Pledl (* 3. Juli 1960 in Wien) ist Amtstierarzt bei der Veterinärdirektion Salzburg.

Leben

Pledl absolvierte eine Ausbildung zum Textilchemiker, wechselte dann als Programmierer zur Post, um schließlich ein Studium der Veterinärmedizin anzuhängen. Seit 1999 arbeitet er als Tiertransportinspektor beim Land Salzburg, seit 2005 ist er Amtstierarzt.

Vorgestellt

Drei Mal pro Woche steht Manfred Pledl zeitig auf. Dann macht er sich mit einem VW-Kastenwagen des Landes auf die Reise. Richtung Walserberg oder Hallwang. Dort wartet er oft Stunden, bis auf dem Asphaltband der Autobahn ein Tiertransport an ihm vorbeiprescht. Dann gibt er Gas. Fährt dem Lkw nach, stoppt ihn mit einem selbst eingebauten Lichtbalken und kontrolliert, wie es um die Tiere auf der Ladefläche und um die Papiere steht.

Manchmal sind diese Verfolgungsjagden gefährlich. Denn, während die "Pickerl"-Jäger der ASFINAG säumige Autofahrer mit Blaulicht jagen dürfen, steht dem Mann, der schon so manchem Tierleid einen Riegel vorschob, ein Blaulicht laut Gesetz nicht zu. Manfred Pledl stoppte im Jänner 2007 jenen Lkw, der Rinder aus Estland zum Schlachthof Bergheim karrte. Der Fall sorgte österreichweit für Aufregung. 65 Milchkühe wurden 64 Stunden und über 2 000 km zum Schlachter nach Bergheim gefahren.

Im Jänner 2008 dirigierte Pledl einen Lkw von der Autobahn nach Bergheim um. 210 Kälber aus Rumänien waren über Österreich und Frankreich unterwegs in eine Maststation nach Barcelona. Die Tiere brüllten vor Durst, wurden in Bergheim vom Auto geholt und zwei Mal getränkt. Pledl: "Der Fall zeigt das europäische System. Der Frächter war Franzose, der Käufer Holländer, die Tiere wurden billig in Rumänien erstanden und nach Spanien zur Mast gefahren." Und zwar deshalb, weil in Holland auf Grund intensivster Nutzung keine zusätzlichen Grundflächen für Rinder und keine Stallungen mehr vorhanden sind. In Spanien gibt es beides im Übermaß.

Der Veterinär und Tiertransportkontrollor Manfred Pledl ist ein spät Berufener. Geboren und aufgewachsen in Wien, ließ er sich als Textilchemiker ausbilden. Aufgewachsen in der Zeit von Hainburg, der Friedens- und Antiatombewegung, war er von Jugend an politisch interessiert und aktiv. "Ich habe mich auch viel im Tierschutz engagiert." Doch Pledl merkte, dass im Kampf gegen Tierleid Argumente und Fakten und nicht Emotionen zählen. Mit 29 Jahren startete er sein Studium als Tierarzt. Den Job als Tiertransportkontrollor übt der Amtstierarzt des Landes halbtags aus.

Leuchtende Augen bekommt Pledl, wenn es um alte Autos und Motorräder geht. Er selbst ist Besitzer eines Lotus Elan und eines Ford Escort 1600. Pledl startete schon drei Mal beim Gaisbergrennen. Der Mann weiß also, wo das Gaspedal ist, auch ohne Blaulicht auf dem Dach.

Quelle