Mittersiller Hubbrücke

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Seitenansicht der Mittersiller Hubbrücke anlässlich des Funktionstests im Mai 2018.
Die Mittersiller Hubbrücke anlässlich des Funktionstests im Mai 2018.
Die Mittersiller Hubbrücke bei Salzach-Hochwasser am 29. Juli 2019 (Alarmstufe 1). Hier geht der Blick flussabwärts.

Die Mittersiller Hubbrücke ist eine Brücke über die Salzach in der Pinzgauer Stadt Mittersill.

Die Brücke

255 massive Stahlplatten in Dreiecksform, 133 Rahmen für die Verglasung, sechs Tonnen Stahl, inklusive Sockel neun Meter hoch – das sind die Daten und Fakten zu einer einzigen der insgesamt vier Pylonhüllen für die Hubbrücke in Mittersill. Präzisionsarbeit von Spezialisten in imposantem Ausmaß, die im Endeffekt eine genauso spektakuläre Hubtechnik, die sich dann darunter verbirgt, zieren wird. „Wir haben hier das Motto, dass wir alles möglich machen. In diesem Fall eine sehr große Herausforderung, aber wir haben es gepackt“, so Albert Schermaier, Geschäftsführer bei Oberhofer Stahlbau in Saalfelden am Steinernen Meer.

Schutzhülle für ausgeklügelte Technik

Seit Ende 2017 rollt bereits der Verkehr auf der Gerlos Straße (B 165) über die neue Brücke, Ende Mai 2018 war die Hebefunktion fertig. „Die vier Pfeiler der Hubeinrichtung bekommen mit den gestalteten Pylonhüllen nun einen repräsentativen Schutz, denn darunter verbirgt sich jede Menge Technik, die das 260 Tonnen schwere Bauwerk im Hochwasserfall bis zu 1,8 Meter scheinbar mühelos anhebt“, so Landesrat Stefan Schnöll. Nicht nur Wettereinflüsse, sondern auch Treibgut oder starke Strömung können dann der Hubbrücke nichts mehr anhaben, für den ganzen Oberpinzgau ein Meilenstein. Insgesamt werden für die Hubbrücke rund sechs Millionen Euro investiert.

Hommage an Mittersills Geschichte

Die technische Vorgabe stammt von Brückenbau-Referatsleiter Werner David, Architekt Ulrich Stöckl aus Saalfelden wurde mit der Optimierung und den architektonischen Feinschliff beauftragt. „Venedig war in der Zeit des Mittelalters das Tor zur Welt, die Verbindung zum Mittelmeer, Afrika und Indien. Teil dieses für ganz Europa bedeutenden Handelswegs in Richtung Italien war die Brücke über die Salzach in Mittersill. Letztendlich war es wohl der historische Übergang, der Mittersill entstehen ließ“, erläutert Stöckl die geschichtlichen Zusammenhänge. „Die Gliederung der Oberflächen in einen transparenten und einen massiven Teil hat architektonische Gründe: Sie macht die Pylone schlanker und weckt Interesse an deren Innenleben.

Spektakuläres Finish

Bis Ende Juli 2019 sollen die Schweiß- und Schleifarbeiten abgeschlossen sein, parallel dazu erfolgen der Zusammenbau des „Innenlebens“ und die Korrosionsschutz-beschichtungen. Läuft alles nach Plan, wird Anfang August die erste Pylonhülle in Mittersill per Sondertransport eintreffen. Erst dann werden die Glasteile eingesetzt.

Zeitplan für das neue „Wahrzeichen“

Um die Verkehrsbehinderungen und damit verbundenen Einschränkungen für die Bevölkerung sowie den starken Sommer-Reiseverkehr auf ein Minimum zu reduzieren, erfolgen die Montagen der Podeste sowie das Einheben der fertigen Hüllen über sechs Wochen abends und nachts sowie außerhalb der Betriebszeiten der Pinzgauer Lokalbahn“, informiert Projektleiter Wolfgang Mariacher vom Brückenbau des Landes und hat für Baustellen-Kiebitze einen Tipp parat: „Besonders spektakulär wird der Transport der fertig verglasten Pylonhüllen zur Brücke sowie das Einheben mit einem Autokran.“ Wenn alles glatt läuft, wird im Oktober die dann vollständige Tauernbrücke eingeweiht.

Die Geschichte der Hubbrücke

  • 11. September 2017: Vorstellung des Bauprojekts und der Verkehrsmaßnahmen
  • 14. September 2017: Errichtung der Fußgänger-Behelfsbrücke
  • 26. September 2017: Abriss der bisherigen Straßenbrücke
  • November 2017: Stahltragwerk fertig
  • Mitte November 2017: Neue Brückenteile und Fahrbahn werden geliefert und eingesetzt
  • 22. Dezember 2017: Verkehrsfreigabe der neuen Hubbrücke
  • 30. Mai 2018: Fertigstellung der Hubfunktion
  • Herbst 2019: Geplanter Gesamtabschluss mit Pylonhüllen

Quelle