Motorradrennen Trabrennbahn 1932

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Am 26. Mai 1932 fand ein Motorradrennen auf der Trabrennbahn in damals noch Aigen, heute Salzburg-Parsch statt.

Die Veranstaltung

Das vom Salzburger Automobilklub (S.A.C.) veranstaltete Motorradrennen lockte zahlreiche Besucher zur Trabrennbahn. Neben Salzburger Fahrern waren auch Fahrer aus Wien, München und Oberösterreich nach Salzburg gekommen. Jedes Rennen ging über zehn Runden, als zehn Kilometer. Einige Rennen musste in zwei Gruppen aufgeteilt fahren, da sich so viele Starter gemeldet hatten.

In den Kurven kam es zwar zu einigen Stürzen, die aber ohne großen Schaden für die Fahrer verliefen.

Die Tagesbestzeit fuhr Friedrich Czerny aus Wien mit 6:37,30 min., Schnitt 91,4 km/h. Der Hamburger Ahrens stellte mit 37,8 (95,338 km/h) einen Bahnrundenrekord auf.

Die Preisverteilung fand dann am Abend im Großgasthof Sternbräu statt. Nach einer kurzen Ansprache des Präsidenten des S.A.C. Franz Baron Preuschen übernahm Philipp Graf Boos-Waldeck die Siegerehrung. In herzlichen Worten sprachen namens der deutschen Fahrer Hans Winkler aus München und namens der österreichischen Motorradfahrer-Vereinigung deren Sekretär Gill ihre hohe Zufriedenheit und Anerkennung für die freundliche Aufnahme und die klaglose Organisation des Meetings aus.

Die Ergebnisse

  • Motorräder bis 350 cm³, offen für alle, zehn Kilometer
  1. Franz Meßner, Wien, Meßner Spezial, 7:34 min. (79,295 km/h)
  2. Karl Bohmann, Wien, Bohmann Spezial, 7:34,6 min.
  3. Hans Winkler, München, DKW, 7:40,2 min.
  4. Hans Riha, Wien, Terrot, 7:40,6 min.
  5. Max Straßer, Schärding, Wimmer
  6. Leo Frenzl, Wien, Meßner Spezial
Sepp Petsch, Schärding, Wimmer - hat aufgegeben
  • Motorräder bis 250 cm³, offen für alle, zehn Kilometer
  1. Ludwig Zangerl, Salzburg, Puch, 7:55,8 min. (75,789 km/h)
  2. M. Ponz, Salzburg, A.J.S., 8:31,2 min.
  • Motorräder bis 350 cm³, offen für alle, zehn Kilometer
  1. Helmut Loichtl, Wien, A.J.S., 7:16,6 min. (82,569 km/h)
  2. Hans Winkler, München, Rudge, 8:04,2 min.
  3. Josef Sandschuster, Vöcklabruck, A.J.S., 8:06,8 min.
  4. Franz Kofler, Seewalchen, Rudge, 8:13,6 min.
  5. Hermann Deimel, Wien, Zenith
aufgegeben hatten Karl Bohrmann, Bohrmann Spezial; Franz Meßner, Wien, Meßner Spezial und Sepp Petsch, Schärding, Wimmer;
  • Klubrennen bis 1 000 cm³, zehn Kilometer
  1. Josef Hofmann, Salzburg, A.J.S., 7:33,2 min. (79,470 km/h)
  2. Hans Augustin, Salzburg, Sunbeam, 7:33,6 min.
  3. Alfred Killer, Salzburg, A.J.S., 7:38,8 min.
  • Motorräder bis 1 000 cm³, offen für alle, zehn Kilometer
    • 1. Lauf
  1. Friedrich Czerny, Wien, A.J.S., 6:37,4 min. (90,680 km/h)
  2. Josef Giggenbach, Mühldorf, 7:03,2 min.
  3. Josef Pongratz, München, Rudge, 7:03,4 min.
aufgegeben hatte Franz Kofler, Seewalchen, Rudge
gestürzt waren Gerhard Ahrens, Hamburg, Rudge und Georg Gschwilm, München, Rudge
    • 2. Lauf
  1. Martin Schneeweiß, Wien, Rudge, 6:52 min. (87,378 km/h)
  2. Leopold Killmeyer, Wien, Rudge, 6:53,4 min.
  3. Josef Schmid, Vilisbiburg (Bayern), Sarolea, 7:17,6 min.
  4. Fritz Schnitzenbaumer, München, Rudge, 7:47,8 min.
aufgegeben hatte Josef Sandschuster, Vöcklabruck, A.J.S.
    • Gesamtsieger der Klasse
  1. Friedrich Czerny, Wien
  2. Martin Schneeweiß, Wien
  3. Leopold Killmeyer, Wien
  4. Josef Giggenbach, Mühldorf
schnellste Runde Gerhard Ahrens mit 37,8 (95,338 km/h), neuer Bahnrundenrekord
  • Siegerrennen für alle Klassen über zehn Kilometer
  1. Friedrich Czerny, Wien, A.J.S., 6:34,4 min. (91,371 km/h), Tagesbestzeit
  2. Leopold Killmeyer, Wien, Rudge, 6:43,4 min.
  3. Martin Schneeweiß, Wien, Rudge, 6:52,8 min.
  4. Helmut Loichtl, Wien, A.J.S., 7:17,4 min.
aufgeben hatten Franz Meßner, Wien, Meßner Spezial und Karl Bohrmann, Wien, Bohrmann Spezial
  • Trostrennen für alle Klassen über zehn Kilometer
  1. Josef Pongratz, München, Rudge, 6:43,4 min. (89,330 km/h)
  2. Josef Giggerbach, Mühldorf, Rudge, 6:51,2 min.
  3. Josef Schmid, Vilisbiburg (Bayern), Sarolea, 7:11,2 min.
  4. Fritz Hermann Deimel, Wien, Zenith,
aufgegeben hatten Max Straßer, Schärding, Wimmer und Sepp Petsch, Schärding, Wimmer
  • Beiwagen-Maschinen bis 1 000 cm³, offen für alle, zehn Kilometer
  1. Toni Babl, Miesbach, Bayern, Douglas, 7:05,8 min. (85,714 km/h)
  2. Thomas Seppenhauser, München, Rudge, 7:28 min.
  3. J. Lohner, München, Rudge, 7:28,2 min.
  4. Karl Abarth, Wien, Sunbeam, 7:49 min.
  5. Hans Schneider, Wetzling, Norton
  6. U. R(M?)iedaner, Salzburg, Harley-Davidson

Einzelnachweise

Salzburg schien durch das seit 1929 veranstaltete Gaisbergrennen nunmehr ein Ziel auch von bekannteren Rennfahrern geworden zu sein.

Josef Giggenbach aus Mühldorf am Inn war 1927 Motorrad-Europameister in der Klasse bis 1 000 cm³ gewesen. Friedrich Czerny hatte 1933 beim letzten Gaisbergrennen vor dem Zweiten Weltkrieg die Klasse bis 500 cm³ gewonnen. Auch Karl Abarth war bei diesem Gaisbergrennen dabei. Er wurde Zweiter in der Klasse Motorräder mit Beiwagen bis 600 cm³. 1949 ging Abarth nach Bologna, Italien, wo er die Firma Abarth gründete und sich fortan Carlo Abarth nannte. Das Unternehmer wurde berühmt für seine Rennwagen, Hans Herrmann, Arturo Merzario, Hans Ortner oder Walter Röhrl fuhren damit Rennen. Leopold Killmeyer und Martin Schneeweiß waren zwei sehr bekannte und erfolgreiche österreichische Sandbahnrennfahrer. Martin Schneeweiß wurde 1937 in Prag der erste Sandbahn-Europameister. Toni Babl war in den 1930er Jahren einer der bekanntesten Seitenwagen-Rennfahrer Deutschlands. Auch er hatte an Gaisbergrennen teilgenommen. (Quelle Motorrad-Literatur- und Bildarchiv Prof. Dr. Helmut Krackowizer)

Quelle