Neue Heimat

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Neue Heimat“ ist die Bezeichnung einer Gruppe von Wohnbauunternehmen, die unter diesem Namen in Deutschland und Österreich bestanden und zum Teil noch bestehen, und der Name zahlreicher Wohnsiedlungen, die von diesen Unternehmen gebaut wurden.

Geschichte

Im Deutschen Reich

Im Deutschen Reich wurden nach der nationalsozialistischen Machtergreifung im Mai 1933 die gewerkschaftseigenen Wohnungsunternehmen enteignet und der Deutschen Arbeitsfront unterstellt. Diese benannte die einzelnen Unternehmen im Jahr 1939 jeweils in „Neue Heimat“ um.[1]

Weiters kam es in Österreich nach dem Anschluss (1938) an das Deutsche Reich zur Neugründung solcher Unternehmen. Ein besonderer Wohnbaubedarf entstand im bald darauf begonnenen Zweiten Weltkrieg durch die Umsiedlung außerhalb der Reichsgrenzen lebender deutschsprachiger Volksgruppen, die zumindest vorübergehend in neuen Siedlungen untergebracht wurden. Die erste dieser Gruppen waren Südtiroler, die in Südtiroler-Siedlungen einzogen.[2]

Neue Heimat Salzburg

In Österreich wurden die Neue-Heimat-Unternehmen nach dem Kriegsende als sogenanntes „Deutsches Eigentum“ von den Besatzungsmächten beschlagnahmt und im Staatsvertrag von 1955 der Republik Österreich zugesprochen.[3]

In den 1960er-Jahren wurden die Neue-Heimat-Unternehmen nach und nach veräußert,[4] als Erwerber traten Länder und Großstädte auf.[3] Eines dieser Unternehmen war die "Neue Heimat", Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft in Salzburg, Gesellschaft mit beschränkter Haftung (kurz: Neue Heimat Salzburg), mit Sitz in Salzburg, Siebenstädterstraße 23.

Nach dem Kriegsende stieg der Wohnbaubedarf durch die vom Bombenkrieg hinterlassenen Zerstörungen und den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen an. Die rasche Wiederherstellung zerstörten Wohnraumes, die Bewältigung der Barackenabsiedlungsprogramme und schließlich die Errichtung zusätzlicher Wohnobjekte zu günstigen Bedingungen waren vorrangige Zielsetzungen des Wohnbaus[3].

Im Jahr 1964 wurde die Neue Heimat Salzburg mit der "Salzburger Wohnsiedlungsgesellschaft" zur „Gemeinnützigen Salzburger Wohnbaugesellschaft" fusioniert, die je zur Hälfte dem Land Salzburg und der Stadt Salzburg gehört.[5]

Siedlungen mit der Bezeichnung „Neue Heimat“ gibt es z. B. in Bischofshofen, Grödig, Hallein, Schwarzach im Pongau, Werfen und Zell am See.

Quellen