Pierre Pagé

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Pierre Pagé auf der Bank des EC Red Bull Salzburg
Pierre Pagé als Trainer bei den Berliner Eisbären

Pierre Gilbert Pagé (* 30. April 1948, in Québec, Kanada) war ab 2007 sechs Saisonen lang Eishockey-Trainer des EC Red Bull Salzburg. Im Mai 2013 wechselte er zum Schwesterklub EHC Red Bull München.

Pagé und Salzburg

Pierre Page fungierte ab 1. Mai 2007 als Trainer und auch als Sportdirektor des EC Red Bull Salzburg, der in der Saison davor gerade seine erste Österreichische Meisterschaft gewonnen hatte. Der Kanadier, der insgesamt 13 Saisonen in der NHL tätig war, verbrachte die fünf Jahre vor seinem Salzburg-Engagement in Berlin, wo er die Eisbären zwei Mal (2005, 2006) zum deutschen Meistertitel führte.

Im Zentrum von Pages Aufgaben in Salzburg stand die Betreuung des amtierenden Meister-Teams. Außerdem war der Kanadier von Beginn an unter anderem auch für die Entwicklung österreichischer Talente im Farmteam verantwortlich.

Page begann seine Trainerkarriere bereits 1972 als Assistent an der Dalhousie University in Halifax. Schon in der darauf folgenden Saison wurde er Chefcoach der Universitätsmannschaft und blieb gleich für die nächsten sieben Jahre in dieser Funktion. Danach folgten insgesamt 13 Saisonen als Trainer in der NHL bei den Minnesota North Stars, den Quebec Nordiques, den Calgary Flames sowie bei den Anaheim Mighty Ducks, unterbrochen nur von zwei Spielzeiten bei den Colorado Flames in der CHL (Central Hockey League) sowie einer Saison bei den Moncton Golden Flames in der AHL (American Hockey League).

Den größten Erfolg in Amerika feierte Page 1986, als er als Assistenzcoach der Calgary Flames ins Stanley-Cup-Finale einzog. In den Jahren von 1991 bis 1994 bekleidete Page bei den Quebec Nordiques zudem das Amt des General Managers. Danach verschlug es ihn nach Europa, wo er im Jahr 2000 als Cheftrainer des Schweizer A-Nationalligisten HC Ambri-Piotta arbeitete. Von 2002 bis 2007 stand er bei den Berliner Eisbären hinter der Bande.

Pagés Bilanz in Salzburg kann sich sehen lassen. In den ersten vier Jahren wurde sein Team dreimal Meister und stand einmal zusätzlich im Finale. Daneben gewann Salzburg mit Pagé zweimal das Red Bull Salute und einmal die "Champions League" des Eishockeys, den Continental-Cup.

Unter Pierre Pagé erlebte Salzburgs Eishockey mehr Glanzstunden als in den 60 Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg zuvor, waren Finalteilnahmen ebenso alltäglich wie die Los Angeles Kings als Testgegner, europäische Spitzenmannschaften in der von ihm forcierten European Trophy und Verpflichtungen, von denen man zuvor nicht einmal träumen durfte. Unter Pierre Pagé kam sogar ein zu dem Zeitpunkt aktueller Stanley-Cup-Sieger nach Salzburg: Richard Jackman (Sommer 2007 - Jänner 2008).

Trotz des unglaublichen Erfolges war Pagé nicht unumstritten. Vor allem seine direkte Art Missstände anzuprangern machte ihn zum Buhmann der Liga. Oft kritisierte er die österreichischen Schiedsrichter, die seiner Meinung nach viel zu schmutziges Eishockey spielen ließen. Im Jänner 2009 wurde er wegen ligaschädigenden Verhaltens für ein Monat gesperrt und über den Verein eine Geldstrafe von 7.000 Euro verhängt, weil er in einem TV-Interview nach einer Niederlage in Villach sinngemäß Korruption innerhalb der österreichischen Liga angeprangert hatte. Besonders in seiner letzten Saison in Salzburg wurde er auch für den Hang zum oftmaligen Legionärstausch kritisiert.

Trainerstationen

Amerika
  • Dalhousie University in Halifax, Kanada 1971-1980
  • Calgary Flames (Die Flames schickten Pagé für zwei Jahre als Cheftrainer zu ihrem Partnerteam in der CHL, den Colorado Flames. Von dort ging es für ein Jahr weiter zu einem weiteren Calgary Flames Ableger, den Moncton Golden Flames in der AHL.)
  • Assistenztrainer der Calgary Flames (1986 im Stanley Cup Finale)
  • Minnesota North Stars
  • Quebec Nordiques
  • Calgary Flames
  • Anaheim Mighty Ducks

Insgesamt kam Pagé auf 13 NHL-Saisonen

Europa
  • Schweiz (HC Ambri-Piotta)
  • Deutschland (Eisbären Berlin, ab 2013 EHC München)
  • Österreich (EC Red Bull Salzburg 2007-2013)
International
  • Olympische Winterspiele 1980: Gasttrainer der kanadischen Eishockeynationalmannschaft
  • 1981 Assistenztrainer des Teams Kanada beim Canada Cup.

Bilanz in Salzburg

  • 2008: Meister (gegen Laibach)
  • 2009: Finalniederlage (gegen KAC), Sieg Red Bull Salute
  • 2010: Meister (gegen Linz), Sieg IIHF Continental-Cup
  • 2011: Meister (gegen KAC)
  • 2012: Viertelfinal-Out (gegen KAC), Sieg European Trophy
  • 2013: Halbfinal-Out (gegen Wien)

Auszeichnungen

Am 7. April 2011 wurde Pagé als Salzburgs Trainer des Jahres 2010 ausgezeichnet.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten
  • de.wikipedia.org

Weblinks