Robert Scheck

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Flamingokolonie in Riedenburg
Von Robert Scheck gezüchtete Schwäbisch-Hällische Landschwein-Rotte in Freilandhaltung in Riedenburg
Von Robert Scheck gezüchtetes Waldviertler Blondvieh auf einer Weide in Riedenburg

Robert Scheck ist mit Leib und Seele Bauer, sowohl in der Stadt Salzburg als auch auf der Alm im Tennengau.

Leben

Er bekam seinen ersten Flamingo im Alter von 15 Jahren geschenkt. Heute, nach mehr als 45 Jahren, lebt dieses Tier noch immer in der mittlerweile stattlichen Flamingo-Kolonie auf den Weihern der Benediktiner-Erzabtei St. Peter in Riedenburg. Doch hatte Robert Schecks Vater, Begründer von Sport Scheck in München, mit seinem Sohn Robert ursprünglich anderes vor, ohne ihn jedoch von seinem Interesse an der Natur abzuhalten. Gemeinsam mit seinem um zehn Jahre älteren Bruder war Robert Scheck denn auch bereits mit 19 Jahren im väterlichen Betrieb Geschäftsführer.

Es war aber auch sein Vater, der mit der Pacht der landwirtschaftlichen Gründe der Erzabtei den Grundstein für das spätere Leben und Arbeiten seines jüngeren Sohnes legte. Denn Robert Scheck hat sich bald vom Sportbereich ganz abgewandt und Landwirtschaft und Natur verschrieben.

Berufung

Zuerst war er nur Wochenendbauer und während der Woche Manager in der Sportartikelbranche. Mittlerweile lebt und arbeitet Robert Scheck ganzjährig als Bauer der etwas anderen Art. Er bewirtschaftet die landwirtschaftlichen Gründe der Erzabtei in Riedenburg und züchtet Gefährdete Nutztierrassen wie das Waldviertler Blondvieh und das Schwäbisch-Hällische Landschwein, dessen Fleisch in einer 3-Hauben-Küche in Golling an der Salzach sehr begehrt ist. Ursprünglich waren seine Ziele nicht auf die Vermarktung von Fleisch ausgelegt und er verkaufte nur Zuchttiere, bis er realisierte, dass auch diese schlussendlich im Kochtopf landen.

Er beschäftigt sich mit seinen Flamingos, die auf den Teichen in Riedenburg ganzjährig im Freien leben und sich seither auch vermehren und weiß gut über ihr soziales Leben Bescheid. Er hält in denselben Teichen auch Störe, eine sehr alte Fischart, die naturnahe Bedingungen benötigt.

Ihn interessieren aber nicht nur die Tiere sonders „das Ganze“. Dazu zählen beispielsweise Gallwespen genauso wie Urforellen, die auf seiner Alm bei Kuchl vorkommen. Die 30 ha große Alm, Robert Schecks zweiter Lebens- und Arbeitsort, beherbergt auf etwa 1 000 m ü. A. im Sommer die Rinder, die Schweine und eine teils „ausgeliehene“ Herde von etwa 80 Ziegen, die sich erst an das Leben außerhalb eines Stalles gewöhnen mussten und nun dazu beitragen, dass die Verbuschung der Alm hintan gehalten wird. Auf der Alm oberhalb von Kuchl wird auch Totholz nicht entsorgt, sondern steht Tieren und Pilzen zur Verfügung. Andererseits war dieselbe Alm bereits Drehort für eine Hollywood-Produktion mit Nicolas Cage, der von der Landschaft begeistert war.

Robert Scheck kennt seine Alm wie seine Westentasche. Er weiß über dort vorkommende Gesteinsarten wie Radiolarit, ein Kieselgestein aus Radiolarienskeletten, ebenso Bescheid, wie über mit der Alm verbundene geschichtliche Ereignisse und über dort befindliche Felsritzbilder. Auch der Standort einer ehemaligen vorchristlichen Kultstätte ist ihm vertraut. Und er weiß von einem Deserteur zu berichten, der inmitten der Felsen der Alm – unterstützt von der Sennerin - den Zweiten Weltkrieg überlebt hat.

Robert Scheck schafft auf seiner Alm funktionierende Biotope, züchtet in den miteinander verbundenen Teichen Urforellen und bringt dort sogar Seerosen zur Blüte. Rund um die Almhütte wachsen Kakteen, die er in seinem Glashaus in der Stadt Salzburg züchtet und die sich auf der Alm als winterhart erweisen. Beim Stadtdomizil wachsen übrigens nicht nur Kakteen sondern auch Palmen und Bambus. Robert Scheck führt - wie er selbst betont - ein sehr geerdetes Leben und scheint seine Entscheidung nie bereut zu haben.

Quellen

  • Die Tierwelt des Robert Scheck, in Erlebnis Österreich, ORF II, 8. Jänner 2012