Salzburger Sahara Dramen

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Es gab bisher zwei Salzburger Sahara Dramen, die beide einen guten Ausgang nahmen.

Die Geiselaffäre 2003

Als in den Abendstunden des 14. Mai 2003 eine Boeing 737 der Lauda Air um 19:55 Uhr am Salzburg Airport W. A. Mozart mit den befreiten Geiseln von Algier landete, war ein langes Warten zu Ende. 52 Tage waren 17 Europäer, darunter zehn Österreicher, in der Gewalt von 30 Geiselnehmern in der algerischen Sahara. Bei der spektakulären Befreiungsaktion, die eine Spezialeinheit der algerischen Armee mit Unterstützung von Hubschraubern mit Raketen durchführte, wurde das Lager in der algerischen Wüste auf einem Hügel gestürmt. Nach ihrer Landung in Salzburg wurden sie mit einem Bus von Schweighofer & Zöhrer, der direkt bei der Maschine die Rückkehrer und etwa 40 Angehörige aufnahm, in die Schwarzenbergkaserne gefahren, wo sie einer medizinischen Durchuntersuchung unterzogen wurden.

Das Drama, das die Welt in Atem hielt, begann am 17. März 2003, als in der algerischen Sahara Geiseln genommen werden, darunter auch Salzburger. Am 23. April wird es Gewissheit, dass die verschollenen Salzburger in der Gewalt von Terroristen sind. Die Geiselnehmer hätten die Europäer auf das große Unrecht bei der Wahl in Algerien im Jahr 1992 aufmerksam machen wollen, als mehr als 80 Prozent der Wähler zu Gunsten des Islam gestimmt hätten. Das algerische Militär habe das Wahlergebnis aber nicht gelten lassen, zitierte Ingo Bleckmann, ein Salzburger Unternehmen, der die Geiselhaft miterlebte, ein Gespräch mit den Entführern.

Von den acht Salzburgern nahmen sieben - es fehlte die Tochter des Reiseleiters Gerhard Wintersteller, die im Krankenhaus behandelt wurde - an einer international beachteten Pressekonferenz nach ihrer Rückkehr in Salzburg teil.

Wie kam es zu der Geiselnahme

Es wurde viel spekuliert, ob und weshalb die beiden Reisengruppen, eine deutsche und eine österreichische, in Nähe der algerischen Grenze oder sich gar bereits auf algerischen Staatsgebiet befanden, obwohl dieses Gebiet der Sahara als gefährlich bekannt gewesen war. Tatsache ist, dass beide Gruppen im freien Gelände von Rebellen aufgehalten und in Geiselhaft genommen wurden.

Die Gründe, weshalb es gerade in diesen Teil der Sahara immer wieder Abenteurer zieht, liegen in der Faszination der Landschaft, die gerade in diesem Teil der Sahara besonders erlebbar ist. Ein weiterer Grund lag darin, dass zwar die Libysche Wüste ebenso attraktiv wäre, aber die Einreise nach Lybien sehr kompliziert war (und ist). Daher reisten alle Sahara-"Expeditionen" über Tunesien ein und versuchten dann entweder auf dem Landweg weiter nach Lybien zu reisen oder sich in grenznahen südtunesischen Sahara-Zonen aufzuhalten. Natürlich dürfte auch bei manchen ein gewisser Nervenkitzel dabei sein, sich südtunesischen Grenzen zu nähern und diese auch manchmal bewusst zu überqueren.

2008: Zwei Halleiner werden als vermisst gemeldet

Am 22. Februar 2008 werden die beiden Halleiner Andrea Kloiber und Wolfgang Ebner in der südtunesischen Wüste entführt. Aktuell gab es für südliche Grenzgebiete in Tunesien zu Algerien eine partielle Reisewarnung vom Außenministerium, da sich dort um militärische Sperrgebiete handelt. Ob die beiden Salzburger irrtümlich über die algerische Grenze geraten waren oder eine Panne auf tunesischem Territorium hatten, war zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels noch nicht bekannt.

Wie am 11. März bekannt wurde, waren die beiden vermutlich von der Terrorgruppe „Al-Kaida im Islamischen Maghreb“ entführt worden und hielten sich nach Berichten einer arabischsprachigen Zeitung mittlerweile in Algerien auf. Dann begannen internationale diplomatische Bemühungen zur Befreiung der Geisel, die sich, wie man später erfuhr, in Mali gefangen gehalten wurden. Die Forderungen der Entführer lauteten diesmal: Freilassung von inhaftierten Gesinnungsgenossen in Tunesien und Algerien, sowie Lösegeld (deren Höhe im Verlauf der Verhandlungen mit fünf Millionen Euro angegeben werden).

Anfang Juli waren die beiden Salzburger Geiseln immer noch nicht in Freiheit und es wurde berichtet, dass zumindest eine der beiden Geiseln ernstlich erkrankt sein soll. Durch anhaltende Stammeskämpfe und Kämpfe mit dem Militär in Mali, wo die beiden vermutlich festgehalten wurden, war eine Befreiungsaktion aus der Luft wegen Abschussgefahr unmöglich. Am 31. Oktober 2008 kamen die beiden, sieben Monate nach ihrer Entführung, endlich frei.

Reisen in touristisch kaum erschlossene Länder mit Geländewagen

Es gab und gibt immer wieder Salzburger, die solche Abenteuerreisen organisierten und organisieren, wie beispielsweise Michael Pliberschnig oder Karl-Peter Rothenwänder. Auch das ehemaliger Salzburger Reisebüro mosaik reiseservice bot in Zusammenarbeit mit Pliberschnigg ähnliche Reisen in die Libysche Wüste zu den Mandara-Seen, nach Südtunesien und entlang der Elfenbeinküste sowie auf Island an.

Die Problematik in Reisen vor allem in Sahara-Gebieten besteht in der Weite des Landes. Oft liegt der nächste Militärstützpunkt (Libyen) hunderte von Kilometern entfernt. Bei einem schweren Motorradunfall einer der Kinigadner-Brüder in der libyschen Wüste musste der Schwerstverletzte Tage lang warten, bis er von einem Militärhubschrauber ausgeflogen werden konnte. Auch der Komfort bei solchen Wüstenreisen ist sehr spärlich. Da Wasser für eine gesamte Reise in Kanistern mitgeführt werden muss, fällt die tägliche hygienische Wässer denkbar mager aus. Gekocht wird selbst und nach einem warmen Tag fallen in der Nacht oft die Temperaturen in der Sahara unter null Grad.

Reisen in Saharagegenden können aus klimatisch-wetterbedingten Umständen nur in den europäischen Wintermonaten durchgeführt werden.

Weblinks

Quellen