Albert Reitter

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Albert Reitter (* 14. Juni 1895 in Salzburg; † 27. Dezember 1962 ebenda) war ein Salzburger Rechtsanwalt, der in der Zwischenkriegszeit politisch tätig war und in der NS-Zeit hohe Verwaltungsstellen bekleidete.

Leben

Reitter besuchte in Salzburg das humanistische Gymnasium (Matura 1913).

Im Ersten Weltkrieg verwundet und superarbitriert, schloss er 1916 das 1913 begonnene Klavierstudium und 1918 ein rechtswissenschaftliches Studium (Dr. iur.) ab. Dann übersiedelte er nach Südtirol und trat in eine Rechtsanwaltskanzlei ein.

1924 kehrte er nach Salzburg zurück und war als Rechtsanwalt tätig. Daneben betätigte er sich als Präsident des Rotary-Klubs, Mitglied des Kuratoriums des Mozarteums, Mitbegründer der „Dirigenten- und Musikkurse“ sowie (1930 bis 1933) Mitglied des Salzburger Gemeinderates.

Albert Reitter war 1936/37 Präsident des Rotary Club Salzburg.

1937 Volkspolitischer Referent im Rahmen der ständestaatlichen Vaterländischen Front, schlug er sich auf die Seite des Nationalsozialismus und wurde 1938 Landesstatthalter (d. h. Landeshauptmann-Stellvertreter, und zwar nach dem 20. Juni 1938: zweiter Landeshauptmann-Stellvertreter). Im Zuge der im September 1939 erfolgten Umbildung des Landes zum Reichsgau und der damit einhergehenden Neuorganisation der Regierungs- und Verwaltungsspitze wurde er Regierungspräsident und Gauhauptmann, somit höchster Beamter des Reichsgaus Salzburg.[1]

In diesen hohen Funktionen war er ein besonderer Förderer des Kunsthändlers Friedrich Welz.

1943/44 wurde er im Zuge eines Lebensmittelskandals seines Amtes enthoben, von den Korruptionsvorwürfen zwar gerichtlich freigesprochen, aber nicht wiedereingesetzt; vielmehr musste er zur Wehrmacht einrücken.

1945 wurde er inhaftiert und in der Folge bis 1950 mit Berufsverbot belegt.

Sein Bruder war der "Kleßheim"-Architekt Otto Reitter.

Quellen

Einzelnachweise