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Akademisches Gymnasium Salzburg

Akademisches Gymnasium
Akademisches Gymnasium Salzburg außen 02.jpg
Schuldaten[1]
Schulkennzahl: 501016
Name der Schule: Akademisches Gymnasium Salzburg
Adresse: Sinnhubstraße 15
5020 Salzburg
Website: www.akadgym.salzburg.at
E-Mail: sekretariat.ags@salzburg.at
Telefon: (06 62) 82 91 42
Direktor: Mag. Klaus Schneider

Das Akademische Gymnasium auf dem Rainberg in der Stadt Salzburg ist die älteste allgemein bildende höhere Schule in Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Außenansicht
Außenansicht
Schulmuseum: Jahresbericht 1975/76 - Neubau
Plakat: Festwoche 400 Jahr Feier

Hauptartikel: Geschichte des Benediktiner-, Staats- und Akademischen Gymnasiums

Zusammen mit Gründung der Benediktineruniversität Salzburg wurde am 20. September 1617 von Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems auch das Schola St. Petri gegründet, um Anwärter für die Universität heranzubilden. Es befand sich dort, wo heute der Stiftskeller steht.

Im Frauengarten, der von Stift St. Peter schon 1599 an den Fürsterzbischof abgetreten worden war, erfolgte am 14. Mai 1618 der Baubeginn mit der Grundsteinlegung am Sacellum. Auch das Collegium academicum, die Unterkünfte für die Professoren, wurde gebaut und konnte bereits 1621 eingezogen werden. Danach kam der Bau nur schleppend voran. 1631 wurde die Große Aula fertiggestellt. Erst 1655 wurde das Studiengebäude der Alten Universität fertigt gestellt.

1625 wurde die Schola St. Petri, aus dem sich das Humanistische Gymnasium entwickeln sollte, der neu gegründeten Universität angegliedert und im sogenannten Studiengebäude am Universitätsplatz im zweiten Stock eingerichtet.

Der Präfectus Gymnasii, der Schulleiter, war dem Rektor der Universität unterstellt und hat dem akademischen Senat angehört. Das Gymnasium war die Vorstufe der Universität und mit dieser eng verbunden. Die Schüler und Studenten wurden im Collegium Marianum und im Collegium Rupertinum, später auch im Collegium Virgilianum versorgt.

Das Akademische Gymnasium wurde als Lateinschule gegründet. Der Unterricht wurde ausschließlich in Latein abgehalten. Die Vorbereitung darauf war die Principii oder die parva schola für Kinder, deren Eltern keinen teuren Privatunterricht bezahlen konnten. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts nahm die Gepflogenheit, in der Schule Latein als Umgangssprache zu verwenden, ab.

In Österreich gibt es fünf Akademische Gymnasien: das älteste ist Linz (1542), Wien und Innsbruck (1553), Graz (1573) und das jüngste in Salzburg (1617).

Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Bezeichnung als "Akademisches Gymnasium" verschwunden. Es wurde als k.k. Gymnasium, k.k. Staatsgymnasium, nach dem Ende der Monarchie nur mehr Staatsgymnasium (ohne k.k.), dann wieder Humanistisches Gymnasium, Bundesgymnasium und 1. Bundesgymnasium bezeichnet.

1922 maturierte das erste Mädchen.

Mit Entschließung des Bundesministers vom 22. Juni 1964 wurde der Schule offiziell wieder der Name Akademisches Gymnasium Salzburg verliehen.[2] Die Bezeichnung Humanistisches Gymnasium blieb jedoch weiter gebräuchlich. Im selben Jahr wurde das Akademische Gymnasium auch für Mädchen geöffnet.

Das Schulorganisationsgesetz von 1962 brachte eine große Veränderung beim Fremdsprachenunterricht. Ab damals wurde Englisch ab der 1. Klasse, Latein ab der 3. Klasse und Griechisch ab der 5. Klasse unterrichtet. Ab diesem Zeitpunkt war das Akademisches Gymnasium Salzburg das einzige Gymnasium, dass Griechisch ab der 5. Klasse in einer rein humanistischen Oberstufe vorsah.

Bis 1976 war das Akademisches Gymnasium in der Altstadt. Das Gymnasium platzte aus allen Nähten. Seit Wiedererrichtung der Universität Salzburg herrschte großer Andrang an Schülern. Es gab zu wenige und zu kleine Schulräume, zu wenig Raum für die zahlreichen Kustodien, keine Turnhalle - der Sport-Unterricht fand in der Sporthalle der Kaserne Riedenburg statt, nur ein improvisiertes Schulbuffet, keine nach Geschlecht getrennten Toiletten für Schüler, auch nicht für Lehrer; und das Mobiliar stammt aus den 1930er Jahren. Die alten Schulbänke waren viel zu klein und völlig desolat.

In den Weihnachtsferien 1976 übersiedelte die Schule in einen Schul-Neubau, errichtet 1973 bis 1975 auf dem 28.000 m2 grßen Gelände eines um 1900 stillgelegten Steinbruchs am Rainberg. Die Architekten waren Dipl. Fritz Kohlbacher, Mag. arch. Hermann Liebl und Mag. arch. Rudolf Schreibner. Die neue Schule war für 540 Knaben und 160 Mädchen geplant - so ist auch die spätere Misere bei den Mädchentoiletten zu verstehen.

Im Zuge der Schulreform fand von 1973/74 bis 1992/93 der Schulversuch Modell II statt, der auf Begabtenförderung ausgerichtet war. In den Fremdsprachen und in Mathematik gab es eine 1. Leistungsgruppe, jahrgangsübergreifend geführt. Für die mündliche Reifeprüfung musste ein Schwerpunktfach, also ein Pflichtfach zusammen mit einem Wahlpflichtfach gewählt werden. Nach Abschluss der 7. Klasse konnten - bei entsprechendem Schulerfolg - in maximal zwei der Fächer Geschichte, Geografie oder Chemie ein Teilreifeprüfung vorgezogen werden.

Wahlpflichtgegenstände und Schwerpunktprüfung wurden nach 1992 ins Regelschulsystem übernommen.

Seit 1996/1997 wird eine Klasse pro Jahrgang als Europaklasse geführt. Hier tritt ab der 4. Klasse eine Reduzierung der Stundentafel ein, sodass eine zusätzliche Fremdsprache, Spanisch oder in Ausnahmefällen auch Italienisch, in den Fächerkanon aufgenommen werden kann.

Seit 2014/2015 sind in den Allgemeinbildenden Höheren Schulen eine Zentralmatura durchgeführt.

Zwischen 2014 und 2016 wurde das Schulgebäude in der Sinnhubstraße generalsaniert und baulich um ein zweites Obergeschoss erweitert. Lediglich die Grundstrukturen des Gebäudes aus 1975 blieben erhalten. Für die drei Jahre dauernde Zeit des Umbaus übersiedelte das Akademische Gymnasium in ein Ausweichquartier am Mühlbacherhofweg.

Seit 2017 befindet sich das Akademisches Gymnasium wieder am Rainberg.

Vom 5. bis 11. November feierte das Akademisches Gymnasium Salzburg das 400-Jahr-Jubiläum.

Schülerzahl:

1963: 427

Direktoren

Schulleiter waren von 1617 bis 1850 die Praefecti Gymnasii.

Hauptartikel: Präfekten des Benediktiner-Gymnasiums

Direktoren waren seither:

Pädagogische Schwerpunkte

Das Bildungsangebot des Akademischen Gymnasiums Salzburg bietet zwei Schwerpunkte an:

  • das "Humanistische Gymnasium" (Klassische Bildung, Latein, (Alt-)Griechisch, Philosophie, ...) und
  • das "Europagymnasium" (Spanisch, ...

Beide Schwerpunkte erleichtern das Erlernen von Fremdsprachen, in dem Latein mit reduzierter Wochenstundenzahl bereits in der 2. Klasse eingeführt wird. Als einziges Gymnasium Salzburgs ermöglichen es seine Programme auch Mädchen, in der Oberstufe Griechisch als Sprachalternative zu wählen.

Schüler und Absolventen des Akademischen Gymnasiums

Neubau 2014

Abbruch eines Gebäudeteils des Akademischen Gymnasiums

2014 wurde mit dem Neubau des Akademischen Gymnasiums begonnen, das für die Zeit des Baus umzieht. Im Frühjahr 2017 waren die Renovierungsarbeiten in der Sinnhubstraße abgeschlossen sein.

Drei Wochen dauerte im Sommer 2014 der Umzug des Akademischen Gymnasiums vom Rainberg in das Ausweichquartier am Mühlbacherhofweg in Nonntal. „Die Spedition war fast rund um die Uhr im Einsatz. Immerhin mussten sämtliche Kästen, rund 900 Stühle und 400 Tische in das neue Quartier gebracht werden“, sagt der Direktor des Akademischen Gymnasiums, Klaus Schneider. Die ehemals von der Universität Salzburg genutzten Gebäude wurden von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) adaptiert und miteinander verbunden. Die Kosten dafür beliefen sich auf rund drei Millionen Euro.

Bevor allerdings mit der Erweiterung in Form einer Aufstockung angefangen werden konnte, wurde aus statischen Gründen ein einstöckiger Gebäudeteil abgerissen und danach dreistöckig neu errichtet. Darüber hinaus wurden kleine Teile des Bestandes entfernt und durch Glasflächen ersetzt, um das Gebäude mit mehr Tageslicht zu versorgen. Damit erhält die Schule nicht nur eine freundlichere Atmosphäre, sondern spart gleichzeitig Energiekosten. Der Umbau des Bestandes startete parallel zu den Abbrucharbeiten.

Das zweigeschoßige, rund 7 600 Quadratmeter große Bestandsgebäude wurde um einen dritten Stock erweitert. Somit entstehen rund 3 600 Quadratmeter neue Fläche. Im Bestand wurde die Raumstruktur entsprechend adaptiert. Bei der Planung durch die Architekten wurden besonders neue Lehr- und Lernformen berücksichtigt. So ermöglicht die künftige Struktur des Akademischen Gymnasiums beispielsweise die Umsetzung des COOL-Systems. COOL steht für cooperatives offenes Lernen. Durch die Bildung von Clustern und die Schaffung neuer Außenbereiche kann der Unterricht sowohl in den Stammklassen als auch in den Sonderunterrichtsräumen auf zentrale Räume ausgeweitet, geteilt oder sogar im Freien abgehalten werden.

Das in die Jahre gekommene Gebäude wurde auch technisch auf den neuesten Stand gebracht und thermisch saniert. Zur Sicherstellung des Brandschutzes wurden zwei Fluchtstiegenhäuser neu errichtet und die Brandabschnitte entsprechend der neuen Struktur angepasst. Außerdem wird das Gebäude komplett barrierefrei gestaltet. Dazu gehören unter anderem ein neuer Aufzug und die Implementierung eines taktilen Leitsystems. Die Außenwand des Gebäudes wurde zusätzlich gedämmt.

Insgesamt investiert die BIG als Bauherr und Eigentümer im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Frauen als Mieter rund 20 Millionen Euro in den Umbau der Schule.

Bilder

 Akademisches Gymnasium Salzburg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Siehe auch

Literatur

Quellen

  • Mag. Thomas Schmiedbauer, Absolvent in der 8A-Klasse 1984 KV Walter Freinberger, Festakt 400 Jahre AkadGym am 5. und 6.11.2017
  • Verzeichnis Maturantinnen und Maturanten 1900–1969, Homepage der Schule, abgerufen am 4.9.2008

Weblinks

Fußnoten

  1. www.lsr-sbg.gv.at
  2. Laireiter, Matthias: Im Dienste der Jugend. Erziehung und Schule im Bundesland Salzburg von 1945 bis 1963. Hrsg. vom Landesschulrat für Salzburg. Salzburg 1965, S. 140.
  3. Landes-Gesetz- und Regierungs-Blatt für das Herzogthum Salzburg, Jahrgang 1851, Erlaß Nr. 59.
  4. Artikel Hermenegild Kottinger.
  5. Artikel Hermann Pick.
  6. Artikel Josef Steger.
  7. Fäulhammer wird als Direktor des Salzburger Staatsgymnasiums erwähnt im Nekrolog auf Dr. Hermann Pick (einen seinen Vorgänger), Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) XXXIV, 1894, 303 S. 308, und bei Johann Bohatta und Michael Holzmann: Adressbuch der Bibliotheken der Oesterreich-ungarischen Monarchie. Wien 1900. K. u. k. Hof-Buchdruckerei und Hof-Verlags-Buchhandlung Carl Fromme. S. 210 Nr. 635.
  8. Nekrolog auf Dr. Laurenz Pröll, MGSLK 53, 1913, S. 389 f.