Amand Jung

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

P. Amand (ursprünglich: Thomas) Jung (* 10. März 1814 in Rattenberg (Tirol); † 1. September 1910 in Salzburg) war ein Salzburger Benediktinermönch.

Leben

Thomas Jung war der Sohn eines Tischlermeisters. Mit 14 Jahren begann er in Hall in Tirol seine Gymnasialstudien, die Philosophieklassen absolvierte er in Salzburg. Er trat in das Erzstift St. Peter ein (eingekleidet am 4. November 1836, Profess am 5. Juli 1838), studierte Theologie und empfing die Priesterweihe am 1. August 1840.

In der Folge bekleidete er die verschiedensten Klosterämter, namentlich als Novizenmeister und Klerikerdirektor durch fast 21 Jahre (1842 bis 1863) und als Prior, Bibliothekar und Archivar durch 15 Jahre (von 1874 bis zu seinem Tode).

Sein Amt als Novizenmeister und Klerikerdirektor nahm er sehr ernst und war bestrebt, ein Kenner der Ordensregel und ihrer Kommentierungen zu sein sowie in den verschiedenen Zweigen der Theologie auf dem Laufenden zu sein, um die ihm anvertrauten jungen Leute entsprechend anleiten zu können.

Er war aber auch eine von Haus aus historisch angelegte Natur, was ihn besonders dazu führte, der Geschichte des eigenen Ordenshauses nachzugehen und in den Büchersammlungen des Klosters die untrüglichsten und besten Denkmäler des einstigen Lebens und Wirkens der Mönche von St. Peter aus Druckwerken und Handschriften auszuforschen und nach und nach zusammenzustellen. Schließlich begann er ein umfassend angelegtes monumentales Werk, das er mit der Zeit bis zu vier Foliobänden im Manuskript erweiterte: „Monumenta historica disciplinam regularem monasterii O. S. B. ad S. Petrum Salisburgi illustrantia“. Davon enthält der 1. Band die Quellenschriften vom 7. Jahrhundert an bis 1431, hauptsächlich die Quellen der Cluniacenserreform; der 2. Band diejenigen von 1431 bis 1619 und von 1619 bis 1641 mit den Monumenten der Subiaco-Melker und der Cassineserreform; der 3. Band jene von 1641 bis 1818 mit den Dokumenten der alten Salzburger Congregation und endlich der 4. Band die der folgenden Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts.

Schriften

  • Brief Abt's Andreas von St. Peter an Felician, Bischof von Scala, in: MGSLK 3, 1863, S. 284-285
  • Beiträge zur Schilderung des kirchlichen Lebens in Salzburg, in: MGSLK 1, 1860/61, S. 53-58, 74-80
  • Series Abbatum Monasterii ad S. Petrum. Salisburgi. Salzburg (Duyle) 1864 (Anonym.) (Erschien als Appendix des im Jahre 1864 edierten Catalogus Religiosorum Monasterii S. Petri.)
  • Reihenfolge der Pröpste von Wieting aus Urkunden und Rechnungen des Stiftes St. Peter in Salzburg. In: Archiv des Geschichts-Vereines von Kärnten. Klagenfurt 1865, IX. Bd., S. 83.
  • Officium proprium monasticum S. Ruperti Episcopi et Confessoris et Patroni in Ecclesia S. Petri antiquissimis temporibus cantari solitum. Salzburg 1866.
  • Scriptores Monasterii S. Petri Salisburgi ab anno 1750 – 1880. In: Scriptores O. S. Bened. Imperii austriaco-hungarici. Wien 1880.
  • Die Abtei S. Peter in Salzburg. In: Brunner: „Benediktiner-Buch“ Wien 1880, S. 330 – 349.
  • Der hl. Rupert von Salzburg und seine Nachfolger in den drei ersten Jahrhunderten, oder das Apostolat der Salzburger Kirche. Salzburg 1882.
  • „Necrologia" seu Rotulae defunctorum Religiosorum Monasterii S. Petri Salisburgi (ab anno 1865 – 1887).

Manuskripte:

  • Montumenta historica disciplinam regularem Monasterii Ord. S. Benedicti ad S. Petrum Salisburgi illustrantia. 3 Tomi in Folio.
    • Tom. I. Monumenta disciplinaria a saeculo VIII. usque 1431 in specie Reformationem Cluniaco-Hirsaugiensem continens.
    • Tom. II.
      • a) Reformationem Sublaco-Mellicensem ab a. 1431 usque 1619.
      • b) Reformationem Casinensem 1619 – 1641.
    • Tom. III. Reformatio Congregationis Salisburgensis ab a. 1619 – 1818.
  • Necrologium Monasterii S. Petri ad usum Chori. 2 Tomi Folio, anno 1878 recognitum. (Mit historischer Anleitung.)
  • Necrologium ad usum Chori Monasterii Montis S. Georgii (vulgo Fiecht) in Tyroli.

Quellen