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Toskanatrakt

Innenhof Toskanatrakt

Der Toskanatrakt ist ein Gebäudekomplex nordwestlich der Alten Residenz in der Altstadt der Stadt Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der quadratisch angelegte Gebäudekomplex erstreckt sich an der Churfürststraße und entlang der Sigmund-Haffner-Gasse nach Süden. Im Südosten grenzt er an die Alte Residenz, im Süden an die Dietrichsruh. Der Zugang von außen erfolgt durch je ein Portal im Norden und im Süden.

Geschichte

Zwischen 1605 und 1611 erbaute Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau anstelle mehrerer Bürgerhäuser zunächst die Dietrichsruh. Diese hatte zwei Gartenhöfe, die mit Brunnenanlagen, Wasserspielen, Grotten, Figurennischen und einem Vogelhaus ausgestattet waren. Die Höfe mit ihrer Ausstattung als Lustgärten hatten eher privaten Charakter.

Eine Umgestaltung erfolgte gegen Ende des 18. Jahrhundert, als der letzte regierende Fürsterzbischof, Hieronymus Graf Colloredo, die nördlichen Teile abbrechen und um 1790 entlang der Sigmund-Haffner-Gasse einen Neubautrakt errichten ließ. Dadurch ging die künstlerische Ausstattung von Wolf Dietrich weitgehend verloren. Dafür entstanden relativ nüchterne Verwaltungsgebäude.[1]

Nach dem Tod ihres Mannes Kaiser Franz I. im Jahr 1835 lebte die Kaiserinwitwe Karoline Auguste von Bayern zeitweise im Toskanatrakt. Als Ferdinand IV. von Toskana nach der Einigung Italiens 1858 aus der Toskana fliehen musste, wies ihm 1867 sein Bruder Kaiser Franz Joseph I. diesen Gebäudekomplex als Wohnsitz zu. Ferdinand IV. von Toskana lebte dann abwechselnd in Salzburg und in einer Villa am Bodensee. Aber erst um 1870 entstand der Ausdruck Toskanatrakt und nicht früher, zur Zeit von Ferdinand III. von Toskana, als jener als Kurfürst von 1803 bis 1805 im Schloss Mirabell wohnte.[2])

Nach dem Ersten Weltkrieg, nach dem die Familie Habsburg-Toskana ausgezogen war, wurde der Toskanatrakt für staatliche Zwecke adaptiert. Ab 1922 war die Sicherheitsdirektion hier untergebracht. Später wurde auch die Bundespolizeidirektion Salzburg bis 1985 darin untergebracht.

Ab 1. Oktober 1985 wurde dieser Teil für die Universität Salzburg (Rechtswissenschaftliche Fakultät) adaptiert.[3] Am 20. Mai 1992 erfolgte die offizielle Übergabe des Toskanatrakts von der Landesbaudirektion an die Universität.

Unter dem Innenhof an der Churfürststraße wurden für die vorgesehene Nutzung durch die Universität drei Tiefgeschoße eingebaut.

Archäologie

Bei Grabungen 1986/1987 fanden Archäologen zahlreiche Gefäße aus dem Mittelalter. So beispielsweise ein Krügepaar aus dem Jahr 1588, einen hellen Teller aus venezianischer Produktion und Schüsseln des heimischen Töpferhandwerks. Man stieß dabei auf Fundamente spätmittelalterlicher Bürgerhäuse, 1597 von Fürsterzbischof Wolf Dietrich gekauft worden waren und und 1605 für die Erweiterung der Alten Residenz abgerissen wurden. Zwei davon gehörten Philipp Schinagl, der das Schinagl Wirtshaus darin führte, das aufgrund der Funde zu den gehobenen Lokalen der mittelalterlichen Stadt Salzburg gehörte.

Objekte und Gänge im Toskanatrakt

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. www.ubs.sbg.ac.at
  2. Quelle Büchlein Salzburger Volkskultur, Mai 2004, Beitrag Vom Krummstab unter das Scepter eines weltlichen Fürsten von Mag. Dr. Sabine Veits-Falk, Seite 22ff
  3. www.ubs.sbg.ac.at