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Michael Gundringer

Michael Gundringer (* 28. Juli 1876 in Oberndorf bei Salzburg; † 1. November 1957 daselbst) war ein Heimatdichter in Oberndorf bei Salzburg.

Leben

Michael Gundringer war gelernter Sattler und begab sich 189l auf die Walz. 1896 wurde er in die Schifferschützengilde aufgenommen. Seit 1901 arbeitete er bei der Post.

1903 begann er mit seiner schriftstellerischen Tätigkeit und übernahm 1910 die Leitung des Oberndorfer Schiffertheaters.

2017: Oberndorf ehrt Gundringer

Vor 60 Jahren starb der Heimatdichter Michael Gundringer. Er erfährt eine späte Ehrung mit einer Ausstellung über Werk und Wirken im Stille Nacht Museum Oberndorf.

Die Stadtgemeinde ehrt mit der Ausstellung „Michael Gundringer – der letzte Oberndorfer Schifferkomödiant“ den Heimatschriftsteller aus Anlass von dessen 60. Todestag. Am 14. Oktober 2017 legte Bürgermeister Peter Schröder (SPÖ) am Ehrengrab von Gundringer im Stadtfriedhof einen Kranz nieder, begleitet vom Schifferschützen-Corps, dessen Ehrenmitglied der Dichter war.

Bei der Ausstellungseröffnung im Stille-Nacht-Museum skizzierten Schröder und der Kurator der Ausstellung, Josef A. Standl, den Werdegang des Geehrten: „Der Oberndorfer Heimatdichter und Schriftsteller Michael Gundringer ebte an der zeitlichen Schnittstelle, die vom Niedergang der Salzachschifffahrt bis ins vergangene Jahrhunderts reichte. Er kam aus der Mitte der Oberndorfer Schöffleute und schöpfte aus dem eigenen Wissen um die Gepflogenheiten und Bräuche dieser Zeit. Er war ein unermüdlicher Erzähler und hat sein Wissen in vielen literarischen Formen formuliert, vor allem in 56 Theaterstücken, die in der Tradition des alten Schiffertheaters aufgeführt wurden“, so Standl.

Darüber hinaus hat er großes Wissen um die „alten Zeiten“ von seinem Großvater erfahren, der ein guter Erzähler war. So wie Thomas Bernhard die Inspirationen von einem Großvater übertragen bekommen hatte („Die Großväter sind die Lehrer“), fiel auch bei Michael Gundringer dies auf fruchtbaren Boden.

Bei Thomas Bernhard findet sich eine frühe Kindheitserinnerung an eine Theateraufführung beim alten Bräuwirt in Seekirchen. Der Theatersaal, in dem Bernhard mit sechs Jahren sein erstes Theaterstück sah, existiert nicht mehr. Stark hatte dieser die Aufführung des Stücks „Entfremdet“ von Michael Gundringer unter der Leitung von Ludwig Sturmayer, des Onkels, beeindruckt: „Auf der Bühne war ein vollkommen nackter Mann an einen Baumstamm gefesselt und wurde ausgepeitscht. Als die Szene zu Ende war, klatschte der ganze Saal und die Leute schrien vor Begeisterung. (...). Immerhin meine allererste Szene auf dem Theater war eine fürchterliche.

Gundringers bevorzugtes Literaturfeld war die Dramatik, mit der er vor allem Geschichten aus dem Schöffleutmilieu und aus der Heimat erzählte. Herausragende Theaterstücke sind „Die schöne Pfößin unterm Berg“ und der „Pfleger von Weitwörth“, das das aufrechte Handeln der Schiffer gegenüber ihrem Landesherrn zum Inhalt hat. In Epik arbeitete der Schriftsteller z. B. seine eigene Jugenderlebnisse als lediges Kind auf. Zahlreiche Gedichte in Versform widmete er der Anlassdichtung, wie etwa bei örtlichen Festen oder auch persönlichen Jubiläen. Als eine „Hymne an Oberndorf“ kann das Gedicht über den damals höchsten Feiertag im Oberndorfer Jahreskreis gewertet werden.

Quelle