Napoleon Bonaparte

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Napoleon Bonaparte (* 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika; † 5. Mai 1821 in Longwood House auf St. Helena im Südatlantik) war ein französischer Feldherr, Staatsmann und Kaiser (als solcher: Napoleon I.), der zwischen 1796 und 1815 die Geschichte Europas nachhaltig prägte.

Salzburgbezug

Die wechselnden Schicksale, die dem Land Salzburg in den Jahren 1800 bis 1816 widerfuhren, sind weitgehend auf das Wirken Napoleons und zu einem nicht geringen Teil unmittelbar auf seine Entscheidungen zurückzuführen.

1800 bis 1803

Während des Zweiten Koalitionskrieges hatte sich der erfolgreiche General Napoleon Bonaparte an die Spitze der Französischen Republik geputscht und wurde nach der daraufhin geschaffenen Verfassung von 1799, erst 30-jährig, als Erster Konsul praktisch Alleinherrscher Frankreichs.

Den Krieg entschieden Napoleon Bonaparte (in Italien) und vor allem General Jean Victor Moreau (in Deutschland) im Herbst 1800 durch Siege über den Hauptgegner Österreich. Nach der Schlacht am Walserfeld (12. und 14. Dezember 1800) folgte die erste Besetzung Salzburgs durch die Franzosen. Österreich musste am 25. Dezember 1800 den Waffenstillstand von Steyr eingehen. Der am 3. Dezember 1801 geschlossene Friede von Lunéville besiegelte die von Napoleon betriebene Säkularisierung aller geistlichen Fürstentümer, also auch des Fürsterzbistums Salzburg. Eines der wenigen für Österreich günstigen Ergebnisse war, dass das bisherige geistliche Fürstentum als (1803) neu geschaffenes Kurfürstentum an einen Habsburger fiel.

1805/1806

Auch der Dritte Koalitionskrieg von 1805/1806 verlief für Österreich, und damit auch für dessen Satellitenstaat Salzburg, ungünstig. Von 30. Oktober bis 3. November 1805 hielten die Truppen Marschall Bernadottes die Stadt besetzt. Am 1. und 6. Dezember 1805 rückten unter Befehl des Marschalls Ney neuerlich französische Truppen in Salzburg ein. Den Krieg entschied am 2. Dezember 1805 die Schlacht von Austerlitz. Die Besatzer blieben aber vier Monate im Lande und forderten eine Kontribution von 6 Millionen Franken, die in drei Raten zu zahlen waren. Die Bevollmächtigten für die Einhebung des Geforderten versteigerten oder beschlagnahmten alles, was nur irgendwie zu Geld zu machen war. Belastend für das Land waren überdies auch die ständigen Truppeneinquartierungen, Requirierungen, Plünderungen und Zerstörungen. Erst Ende 1806 zogen die Franzosen ab.[1]

1809/1810

1809 erklärte Kaiser Franz I. von Österreich, zu dem das Herzogtum Salzburg seit 1806 gehörte, dem Kaiser der Franzosen den Krieg. Die französische Armee drang jedoch rasch gegen Wien vor. Im Zuge dieses Vormarsches besetzte am 29. April 1809 ein bayerisch-französisches Heer unter Marschall François-Josephe Lefebvre die Stadt Salzburg.

Nun ließ Napoleon proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Eine aus fünf erfahrenen Salzburger Funktionären bestehende General-Landesadministration (administration générale du pays de Salzbourg) wurde als neue Landes-Oberbehörde gebildet, die allerdings einer französische Leitung – bestehend u.a. aus einem Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), einem Kontributionseinheber und einem Intendanten – unterstand.

Zu den Mitgliedern der General-Landesadministration gehörten ua. Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg (Fürstbischof von Chiemsee) und Regierungsrat Josef Felner. Als Napoleon am 15. Mai 1809 informiert wurde, dass Zeil-Trauchburg und Felner die Hauptagenten Österreichs seien, ordnete er an, dass diese auf der Stelle abzuberufen und zu inhaftieren seien[2]. Hiezu kam es allerdings offenbar nicht – im Juli bewogen Zeil und Felner, von Lefebvre als Vermittler entsandt, noch kämpfende Salzburger Schützen zur Niederlegung der Waffen[3].

Auf Napoleons ausdrücklichen Befehl durfte die Grundverfassung des Landes nicht abgeändert werden. Er versprach zwar dem Lande eine „väterliche Regierung“. Die Praxis sah aber wesentlich anders aus – denn die französische Verwaltung war in erster Linie darauf aus, das Land auszubeuten. Von der Salzburger Bevölkerung wurden große Natural- und Dienstleistungen gefordert, ebenso wie Einquartierungen, Verproviantierung der Besatzung und zudem noch Naturalien für französische Truppen, die außerhalb des Landes operierten. Napoleon ließ die Stadt Salzburg befestigen, um sie als Stützpunkt gegen die Tiroler und Österreicher benützen zu können. Vom Land Salzburg wurde eine enorme Kriegskontribution von nicht weniger als 5,300.000 Gulden gefordert. Im August 1809 reisten drei Mitglieder der General-Landesadministration – Zeil-Trauchburg, Felner und Josef Metzger – in Napoleons Hauptquartier nach Schönbrunn, um eine Minderung der Forderung zu erbitten – allerdings erfolglos (wobei das Land letztlich ohnedies nur einen Bruchteil der Summe aufbringen konnte).

Den Krieg hatte Napoleon nach der Niederlage von Aspern (21./22. Mai 1809) mit dem Sieg bei Deutsch-Wagram (5. und 6. Juli 1809) für Frankreich entschieden. Österreich musste am 14. Oktober 1809 den Frieden von Schönbrunn schließen, in dem u.a. das Herzogtum Salzburg (samt dem Berchtesgadener Land) an Napoleon abgetreten wurde, der darüber zugunsten eines seiner deutschen Verbündeten disponieren würde. Napoleon trat das Land Salzburg schließlich – im Zuge eines umfassenderen Gebietstausches – an das Königreich Bayern ab (Pariser Vertrag vom 28. Februar 1810 und Frankfurter Konvention vom 12. September 1810). Diese Regelung wurde erst Ende September 1810 wirksam. Somit stand das Land Salzburg insgesamt 17 Monate lang unter französischer Herrschaft – zuerst als besetztes österreichisches, dann als provisorisch französisches Territorium.

1812

Bayern, zu dem Salzburg nun gehörte, stellte ein Truppenkontingent für Napoleons Russlandfeldzug, dessen katastrophaler Verlauf Napoleons Untergang einleitete.

1826

Lange nach Napoleons Sturz ließ sich dessen ehemalige Wiener Geliebte Emilie Kraus Baronin von Wolfsberg (die „Hundsgräfin“) in Gnigl nieder.

Quellen

Fußnoten

  1. Ortner aaO S. 593.
  2. „Schönbrunn 15 mai. L’Empéreur sait que le conseiller De FELLNER et le comte De ZEIL, « tous deux reconnus comme agents principaux de l’Autriche, font partie de l’administration générale du pays de Salzbourg » ; ces deux individus seront remplacés sur le champ, et arêtes.” Schreiben von Generalmajor Louis-Alexandre Berthier an Marschall Lefebvre vom 15. Mai 1809.
  3. Felix Redolf: Das Gefecht an der Halbstundenbrücke bei Taxenbach 1809.

Siehe auch