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Peter Tschulnigg

Peter Tschulnigg

Peter Tschulnigg (* 16. April 1954 in Saalfelden am Steinernen Meer, Pinzgau) ist Maler, Grafiker und Mitbegründer des Jazzfestivals Saalfelden.

Leben

Tschulnigg arbeitete Anfang der 1970er Jahre zwei Jahre als Fotograf bei der internationalen Agentur Borelle in Paris, danach unternahm er ausgedehnte Reisen in Europa, Asien und Afrika. 1977 gründete er gemeinsam mit Stefan Hinterseer den Jazzclub und das Jazzfestival Saalfelden. In seinem Brotberuf arbeitete er im elterlichen Betrieb als Restaurateur von Freskomalerei und Sgraffito. 1987 schuf er die Werbeagentur Kinai Design, seit 1997 ist er als freischaffender Künstler tätig. 1998 bis 2001 absolvierte er ein Studium bei Professor Gerald Schmid.

Vorgestellt

Der Himmel misst 200 Quadratmeter. Zumindest jener von Peter Tschulnigg. Denn als "himmlisch" empfindet der Künstler die Arbeitsmöglichkeiten, die ihm sein 200 Quadratmeter großes Atelier im Techno-Z Saalfelden bietet. "Die Techno-Z-Geschäftsleitung leistet durch sehr faire Bedingungen eine wunderbare Kunstförderung", schwärmt Tschulnigg. Am 26. August 2009 war das Atelier Schauplatz einer Performance. Tschulnigg malte vor Publikum, während der Drummer des Oliver-Lake-Trios, Pheeroan ak-Laff, Schlagzeug spielte.

Vor zwei Jahren begann sich bei Tschulnigg "das Gefühl einzustellen, in meinem Leben angekommen" sein.

Der Freigeist aus gutbürgerlichem Haus musste seit Ende der 1970er Jahre eine Serie von Schicksalsschlägen hinnehmen. Sohn Bernhard erblindete nach einem ärztlichen Kunstfehler, seine Frau Ilse liegt seit 1997 wegen eines Hirnschlags im Wachkoma. Tschulnigg selbst erkrankte an Krebs. Eltern und Bruder starben nach schweren Krankheiten. Und weil das offenbar noch nicht genug war, geriet "Tschu", wie Peter Tschulnigg von seinen Freunden genannt wird, in wirtschaftliche Turbulenzen. "Ich musste alles verkaufen, was ich hatte. Haus, Geschäft, alles. Und bin heute trotzdem zufrieden." Tschulnigg vermittelt bei Workshops sein Können. Sehr gern arbeitet er mit Kindern. Zuletzt gemeinsam mit den Jazzmusikern Christian Muthspiel und Lorenz Raab. Es ging um die "Stille" und ihre Interpretation durch Malerei und Musik.

Der Saalfeldener durchlief eine klassische Hippie-Karriere. Mit 18 Jahren brach er nach Paris auf und lebte dort zwei Jahre als Fotograf. Dann zog es ihn in das gelobte Land der Blumenkinder. Nach Indien. "Über Afghanistan, mit Zwischenstation in Kabul. Das waren herrliche Zeiten," erinnert er sich. Rockmusik war damals der Treibstoff des Lebens. Durch seinen Freund Franz Herzog kam "Tschu" mit Jazz in Berührung. "Das war elementar. Rock ist ja etwas für die Wut. Aber Jazz, das ist die Freiheit." Diese Freiheit habe er "in unglaublicher Weise bei Miles Davis empfunden".

Mit seinem Freund Stefan Hinterseer, der 1982 bei einem Überfall auf einen Bus in Nepal erschossen wurde, organisierte Tschulnigg 1978 das erste Jazzfestival in Saalfelden am Steinernen Meer. Seit 2007 arbeitet Tschulnigg fix im Nexus-Team. Als väterlicher Freund und beseelendes Wesen.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Heinz Bayer)