Pfarrkirche zum hl. Martin Thalgau

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Innenansicht (2021)
Kirchenansicht von Süden.
Neuer Volksaltar ab 2021.

Die Pfarrkirche zum hl. Martin in Thalgau ist die Pfarrkirche der katholischen Pfarre Thalgau. Sie zählt zu den denkmalgeschützten Objekten der Marktgemeinde.

Patrozinium

Das Patrozinium wird am Martinitag, dem 11. November, gefeiert.[1]

Geschichte

Die Pfarrkirche ist dem heiligen Martin, Bischof von Tours, Frankreich, geweiht und hatte an dieser Stelle sieben Vorgängerkirchen - ihre Spuren bis zur frühesten Kirche aus dem 8. Jahrhundert wurden bei Grabungen gefunden.

Die Weihe der ersten Kirche erfolgte etwas nach dem Jahr 700. Der Baiernherzog Theodebert hat um 730 Thalgau, ein Ort, der keine Kirche hat, der Kirche von der Stadt Salzburg geschenkt. Verbürgt ist die Weihe einer romanischen Kirche am 17. Mai 1182 durch Erzbischof Konrad III. von Wittelsbach; eine neue gotische Kirche wurde 1492 errichtet.

Die heutige barocke Hallenkirche wurde in den Jahren 1745 bis 1755 erbaut und hat im Wesentlichen noch die barocke Einrichtung. Tobias Kendler war der Baumeister, Sebastian Eberl der Bildhauer, Benedikt Werkstätter der Maler. Der Unterbau des Turmes mit seinen Eingängen unter und auf der Empore sowie das Taufbecken stammen aus der gotischen Zeit.

Im Jahr 2021 wurde der Volksaltar umgebaut. Dabei wurde das Speisgitter entfernt und ein neuer Altartisch sowie ein neuer Ambo aus Marmor nach einem Entwurf von Architekt Fritz Schuh eingebaut. Dies führte zu einer Vergrößerung der Altarfläche, wobei die Altarstufen nach vorne versetzt wurden. Sehr wesentlich war dabei der Wunsch, die frühere Abgrenzung von Altarraum und Kirchenraum zu beseitigen.

Orgel

Datei:Thalgau 012.JPG
Orgelgehäuse von Sebastian Eberl 1755.
Predigtstuhl
Volks und Musikempore.
Missionskreuz

1750 schuf Orgelmacher Rochus Egedacher die Orgel mit neun Registern, das erhaltene Gehäuse stellte Sebastian Eberl 1755 fertig.[2] 1886/87 wurde das Instrument von Hans Mauracher gravierend verändert, 1908 baute sie Hans Mertel um, wobei er eine neue Gamba 8' einbaute und bei einzelnen Pfeifen Vorder- und Seitenbärte anbrachte. Außerdem fügte er pneumatisch einen Oktavbass 8' hinzu. Die zinnernen Prospektpfeifen mussten im 1. Weltkrieg nicht abgeliefert werden.[3] 1986 wurde die Orgel von Orgelbau M. Walcker-Mayer aus Guntramsdorf auf 22 Register erweitert und der Spieltisch Hans Maurachers zugunsten eines Spielschrankes entfernt, ein Umbau, der den Eindruck der Uneinheitlichkeit des Instruments nicht behob, sondern verstärkte.

Aktuelle Disposition

I Hauptwerk C–f3
1. Bordun 16'
2. Prinzipal 8'
3. Gedact 8'
4. Octav 4'
5. Salicional 8'
6. Quinte 2 ⅔'
7. Flöte 4'
8. Superoktav 2'
9. Trompete 8'
10. Mixtur 3-4f.
II Manual C–f3
11. Geigenprinzipal 8'
12. Philomela 8'
13. Dolce-Flöte 4'
14. Æoline 8'
15. Waldflöte 2'
16. Principal 4'
17. Scharff 3f.
Pedalwerk C–d1
18. Subbass 16'
19. Violon 16'
20. Oktavbass 8'[4]
21. Choralbass 4'
22. Posaune 16'

Disposition 1908–1986

I Hauptwerk C–f3
1. Bordun 16’
2. Prinzipal 8'
3. Gedact 8'
4. Salicional 8’
5. Octav 4'
6. Flöte 4‘
7. Superoktav 2'
8. Mixtur 1 ⅓’
9. Trompete 8'
II Manual C–f3
10. Geigenprinzipal 8'
11. Philomela 8'
12. Æoline 8'
13. Prästant 4'
14. Dolzeflöte 4'
Pedalwerk C–d1
15. Violon 16'
16. Subbass 8'
17. Oktavbass 8'
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P

Bilder

 Pfarrkirche zum hl. Martin Thalgau – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblink

Quellen

Einzelnachweise und Anmerkung

  1. Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 276.
  2. Orgel: Reich verziertes, großes, dreiteiliges Gehäuse. In der Mitte ist eine Uhr mit großem, rundem Zifferblatt eingebaut. An den vier Pilastern stehen auf Voluten vier Putten, zwei singend, zwei geigend. Auf dem in der Mitte rundbogig aufgebogenen Gesimse thronen König David mit der Harfe und zwei Engel mit Posaunen. Alle Figuren Holz, neu polychromiert, gute Arbeiten des Sebastian Eberl in Neumarkt, 1755. Reiche Verzierungen mit vergoldeten, geschnitzten Ranken, an den Seiten vergoldete Rocaillen. In: Österreichische Kunsttopographie 10: Die Denkmale des politischen Bezirkes Salzburg; 1. Band: Gerichtsbezirk Salzburg (ÖKT 10/1), hg. vom Kunsthistorischen Institute der k.k. Zentral-Kommission für Denkmalpflege, Wien 1913, S. 237.
  3. Schmeißner, Roman: Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau. Diplomarbeit: Pädagogische Akademie des Bundes in Salzburg 1982, S. 35–41.
  4. Bei einer Überholung der Orgel durch Hans Mertel zwischen 19. und 29. Oktober 1908 pneumatisch hinzugefügt.