Plaike

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Juni 2013: Drei Plaiken am Thannberg im Gemeindegebiet von Taxenbach
Juni 2014: Plaike im Wolfbachtal im Gemeindegebiet von Taxenbach

Der Begriff Plaike – mundartlich Bloakn - bezeichnet eine Form der Bodenerosion, die in stark geneigtem Gelände auftritt. Im Unterschied zu Murenabgängen, sind Plaiken kleinräumiger, führen weniger Material mit sich und richten meist weniger große Schäden an. In Gräben hinein rutschende Plaiken können jedoch den Anfang einer Kette bilden, an deren Ende Murenabgänge, Verklausungen und Überflutungen stehen.

Etymologisches

Plaike stammt vom mittelhochdeutschen >blecken<, das bedeutet „entblößen, sehen lassen“ und bezieht sich auf Stellen, an denen der Untergrund entblößt ist und beispielsweise der blanke Fels zu Tage tritt. Im Bundesland Salzburg wurde ein ganzer Berg im Flachgau nach einem offenbar großen Plaikenabgang benannt: es ist dies die Große Plaike mit 1.034 m ü. A. östlich des Wallersees, eine Anhöhe, die jedoch heute wieder bewaldet ist.

Auch der Name Hohe Blaike als Bezeichnung für einen beinahe immer aktiven, überaus steilen Rutschhang im Dürnbachgraben im Gemeindegebiet von Neukirchen am Großvenediger, bezieht sich auf das Abplaiken des Hanges. Dieser Hang bewegt sich mit wenigen Unterbrechungen ständig und allein im Jahr 1973 rutschten hier 60.000 Kubikmeter Gestein Richtung Talboden. Erwähnenswert ob ihrer Ausdehnung und der historischen Ereignisse ist auch die Embacher Plaike, deren Gelände heute größtenteils überwachsen ist.

Der Begriff Plaike wird – wie diese drei Beispiele beweisen - im Bundesland Salzburg nicht nur im weiter unten erläuterten Sinn für kleinere oder größere abrutschende Wiesenflächen verwendet, sondern entwickelt sich vor allem bei herausragenden Hangrutschungen zum bleibenden Eigennamen der betreffenden Örtlichkeit.

Beschreibung

Plaiken sind Wiesenflächen im Bereich steiler Hänge, die samt Wurzelhorizont abgerutscht sind. Diese Form der Bodenerosion ist oft auf Almen anzutreffen, kommt aber auch in tieferen Lagen auf Wiesen und Weiden im Bereich bergbäuerlicher Landwirtschaftsflächen vor. Plaiken können wenige Meter breit sein, aber auch Alm- und Wiesenflächen von bis zu 100 Metern Breite mit sich reißen. Die abgerutschten Hangflächen stauen am unteren Ende und bilden oft wellige Grasschichten.

Entstehung

Plaiken entstehen entweder durch längere Störungen des Bodenwasserhaushaltes oder aufgrund intensiver Durchfeuchtung nach starken Regenfällen. So haben die teilweise starken und anhaltenden Regenfälle, die im Juni 2013 zum Hochwasser geführt haben, auch zahllose kleinere und größere Plaiken verursacht.

Das Auftreten von Plaiken ist von mehreren Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, Hangneigung, Hangwasservorkommen und Witterungsbedingungen abhängig. Kommen Plaiken üblicherweise gehäuft über 1.200 Höhenmetern vor, das ist meist oberhalb geschlossener Bewaldung, so haben die großen Wassermengen Anfang Juni 2013 in den Gebirgsbezirken zu einer Häufung von Hangrutschungen auch unter 1.000 Höhenmetern geführt. Es traten u.a. im Bereich des Schüttbachgrabens im Gemeindegebiet von Zell am See und im Bereich der Taxenbacher Sonnseitberge zahllose größere und kleinere Plaiken auf.

Es bestehen Anzeichen dafür, dass die Entstehung von Plaiken – möglicherweise klimatisch bedingt - im Zunehmen begriffen ist.

Mögliche Gegenmaßnahmen

Die ausgewogene Nutzung von Almflächen ohne Unter- oder Übernutzung des Graslandes, die ständige Reparatur von Anrissstellen, die Drainagierung gefährdeten Geländes bei starkem Hangwasseraufkommen und der Erhalt vorhandener Terrassen werden im Normalfall als geeignete Maßnahmen zur Verhinderung von Plaiken betrachtet. Diese Maßnahmen sind nicht selten kosten- und arbeitsintensiv und können daher von den Grundbesitzern nicht in dem Ausmaß geleistet werden, wie es sinnvoll wäre. Mancher Bergbauer ist wie 2013 vom Abgang mehreren Plaiken betroffen. Es ist daher nicht vorstellbar, dass der mit der Sanierung dieser Hänge verbundene Aufwand ohne Mithilfe der öffentlichen Hand bewältigt werden kann.

Bildergalerie

Quellen

  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Plaike"