Robert Haas

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Robert Haas (* 1898 in Wien; † 1997 in New York, [[USA]) war ein österreichischer Fotograf.

Leben

Haas stammte aus einer Wiener jüdischen Familie und studierte Maschinenbau an der Technischen Hochschule in Wien, absolvierte aber zeitgleich eine Ausbildung im Bereich Grafik und Schriftkunst. Dies brachte ihn in Kontakt mit der Wiener Moderne der 1920er-Jahre. Unter dem Einfluss von Trude Fleischmann, einer in der damaligen Zeit führenden Fotografin, wandte er sich der Fotokunst zu. Seine Fotos fanden den Weg in nationale und internationale Zeitungen und Zeitschriften. Sein Hauptaugenmerk legte er auf die Reportagefotografie.

1938 konnte er vor den Nationalsozialisten über London nach New York fliehen. In der Heimat wurde er vergessen, auch im Exil stockte seine Karriere als Fotograf ob der großen Konkurrenz. Wiederentdeckt wurde sein fotografisches Schaffen vom Fotohistoriker Robert Holzer, der bei der Vorbereitung einer Ausstellung von Trude Fleischmann auf seine Fotos stieß. Holzers Bemühungen ist es auch zu verdanken, dass sich heute das Archiv des Fotografen im Besitz des Wien Museums befinden.

Haas und Salzburg

1935 kam Haas erstmals nach Salzburg. In den beiden darauffolgenden Jahren wurde er als offizieller Festspielfotograf von der Bundesregierung nach Salzburg geschickt. Dabei entstanden Portraits von Festspielkünstlern wie Werner Krauß, aber auch Straßenszenen und das Hôtel de l'Europe fanden Eingang in sein Schaffen.

Bei der Ausschreibung für die Weltausstellung 1937 in Paris verlangte man aufgrund des großen Erfolges in Brüssel 1935 ausdrücklich nach einem Alpenpanorama und einer Schaufensterfläche. Die Idee, die Großglockner Hochalpenstraße eine zentrale Rolle spielen zu lassen verschmolz mit der Idee einer Kinoprojektionsfläche, indem (wiederum) Oswald Haerdtl[1] eine gigantische Fotomontage anfertigen ließ. Diese wurde an der Innenseite der Wand des Saals der Industrie und Technik angebracht und war dank der vollverglasten Schaufassade gut sichtbar. Sie zeigte eine ca. 30,5 x 8,5 Meter große Fotomontage mit dem Tauernmassivs und der Großglockner Hochalpenstraße; durch die Art der Inszenierung wurde der Anschein geweckt, man würde durch ein riesiges Fenster direkt in die österreichischen Alpen blicken[2] Die Fotomontage wurde von Robert Haas gestaltet, der aber wegen seiner jüdischen Abstammung in den offiziellen Statements weitgehend ungenannt blieb. 2016/17 wurde ihm im Wien Museum eine Ausstellung gewidmet, in der auch auf dieses Werk eingegangen wurde.

Ausstellung

  • Robert Haas − Der Blick auf zwei Welten; Wien Museum bis 26. Februar 2017

Quellen

Einzelnachweise

  1. Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Oswald Haerdtl"
  2. nach Stefan Plischke, „Wir freuen uns und sind stolz!“ in TABOR/Hg.