Tiefbrunnau

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Tiefbrunnau mit Umgebung
Tiefbrunnau in Richtung Faistenau, mit Perfalleck, Fuschlsee, Faistenau, Flugaufnahme von Walter Hutter

Tiefbrunnau ist eine Ortschaft in der Flachgauer Gemeinde Faistenau.

Beschreibung

Wie der Name "Tiefbrunnau" (tief = langes Tal, Brunn = viel Wasser durch zahlreiche Bäche, Au= Waldlandschaft) schon vermuten lässt, erstreckt sich die Ortschaft vom Faistenauer Ortszentrum in einem fast acht Kilometer langen, immer enger werdenden, nach Osten gerichteten Tal bis zu den Abhängen des Zwölferhorns. Das Tal wird vom Brunnbach entwässert, in den zahlreiche Bäche fließen, ehe er in den Hintersee mündet. Wobei die Entfernung mit den Maßstäben früherer Zeiten zu messen ist, als acht Kilometer fast zwei Gehstunden bedeuteten.

Trotz der etwas abgeschiedenen Lage ist dieser Landschaftsbereich schon länger besiedelt - worauf urkundliche Erwähnungen um das Jahr 1100 n. Chr. hinweisen. Seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere ab etwa 1970, wurden hier auch zahlreiche neue Wohnhäuser errichtet.

Wegen des langen Schulweges (bis zu acht Kilometer) nach Faistenau, vor allem im Winter, wurde im Jahr 1915 in der Tiefbrunnau eine eigene Volksschule errichtet, die bis 1969 in Betrieb war. Seit 1976 ist in der in Holzbauweise errichteten ehemaligen „Waldschule“ nach einer Renovierung ein Kindergarten untergebracht.

Seit dem Jahr 1910 besteht in der Tiefbrunnau ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Faistenau.

Vom Tal zweigen mehrere Wege ab, wie zu den Döller- und Schafbachalmen sowie die Verbindungsstraße über das Perfalleck (822 m ü. A.) nach Fuschl am See. Vom Talschluss aus führen Güterwege zum Gehöft Kühleiten und zu den Zwölferhornalmen. Im Winter führt auch eine Langlaufloipe in die Tiefbrunnau. Die umgebende schöne Landschaft (z. B. Faistenauer Schafberg, Loibersbacher Höhe) wird von zahlreichen Tourengehern, Wanderern und Ausflüglern genutzt. Wirtschaftlich sind der umgebende Waldreichtum, die Landwirtschaft, einige Gastbetriebe und eine Fischzucht zu erwähnen.

Frühere Verhältnisse und Traditionen in der Tiefbrunnau

Im Jahr 1946 wurde begonnen, das Gebiet der Tiefbrunnau zu elektrifizieren. Im benachbarten Hof bei Salzburg war z. B. bereits 1920 die erste elektrische Beleuchtung vorhanden. Als Lichtquelle dienten zuvor Petroleumlampen.

Bis zum Jahr 1977(!) gab es in der Tiefbrunnau nur ein einziges Telefon, das von der Bevölkerung benutzt werden konnte. Es befand sich in der Gemischtwarenhandlung in der Nähe der Waldschule. Im Notfall konnte nur von hier aus Hilfe herbeigerufen werden.

Weil Fuschl am See wesentlich näher zur hinteren Tiefbrunnau lag, hatte es Tradition, dass die dortigen Bewohner über das Perfalleck zum sonntäglichen Kirchenbesuch nach Fuschl gingen.

Aus dem selben Grund gehörten vor der Einführung des motorisierten Verkehrs auch immer mehrere Musiker aus der Tiefbrunnau der Musikkapelle in St. Gilgen an. Sie gingen dabei zu den Proben und Veranstaltungen zu Fuß über die Kühleiten nach St. Gilgen, weil hier die kürzeste Verbindung von Tiefbrunnau nach St. Gilgen besteht.

Weiters hatte es früher Tradition, dass ein Teil der Bevölkerung aus der Tiefbrunnau am Palmsonntag stets die Palmweihe in St. Gilgen besuchte. Noch heute nimmt alljährlich eine Gruppe aus der Tiefbrunnau an der Palmfeier in St. Gilgen teil.

Zudem gab es damals in der näheren Umgebung von Tiefbrunnau fast nur in St. Gilgen einen Absatzmarkt für bäuerliche Produkte (wie z. B. für Eier). Durch die dortige bessere Wirtschaftslage befanden sich hier schon früher eher kaufkräftige Kunden. Denn das näher gelegene Fuschl war vor dem Beginn des Fremdenverkehrs wirtschaftlich noch nicht sehr entwickelt. Die Bewohner von Tiefbrunnau galten früher allgemein gesehen als ärmlich. Außer Holzknechtarbeit und Landwirtschaft gab es keine Gelegenheit für eine Beschäftigung.

Wenn auch die hinteren Talbewohner wegen der geringeren Entfernung für gewöhnlich die Sonntagmesse in Fuschl besuchten, wurden aber dennoch die Verstorbenen von der Tiefbrunnau aber stets in Faistenau begraben. Sie wurden nach der damals üblichen Hausaufbahrung mit dem Pferdewagen zu einer etwa einen Kilometer vor Faistenau befindlichen Kapelle gebracht, dort erfolgte vom Priester die Einsegnung, anschließend bewegte sich der Trauerzug zum Pfarrfriedhof bei der Faistenauer Kirche.

Auch die Straßenverhältnisse in die Tiefbrunnau waren vor der Errichtung der Tiefbrunnau Landesstraße lange sehr schlecht, es bestand nur ein geschotterter Weg ins Tal.

Diese Angaben stammen aus persönlichen Gesprächen des Autors mit Tiefbrunnauer Bewohnern, die über eigene Erinnerungen und mündliche Überlieferungen über die früheren Verhältnisse in Tiefbrunnau erzählten.

Töchter und Söhne aus der Tiefbrunnau

Bildergalerie

weitere Bilder

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Weblinks

Quelle

  • Homepage der Gemeinde Faistenau