Brombeerstrauch

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Brombeerblüten mit Insekt, Grieser Graben
Brombeeren vor der Reife
Brombeerstrauch mit unreifen Früchten
Brombeeren, Grieser Graben
Herbstlich verfärbtes Brombeerblatt

Der Brombeerstrauch (Rubus fruticosus L.) ist ein heimischer, beerentragender Strauch, von dem man etwa 200 unterschiedliche Arten kennt.

“Volksnamen“

Im deutschsprachigen Raum wird der Brombeerstrauch auch Brambeere, Bramel, Brämel, Brombesing, Bromedorn, Bromelbeere, Brumenbeere, Braunbeere, Frombeere, Hirschbollen, Kratzbeere, Kratzelbeere, Moren, Nur und Rahmbeere genannt.

Botanisches

Brombeersträucher werden ein bis drei Meter hoch, besitzen einen ausdauernden und waagrechten Wurzelstock. Dieser treibt unterirdisch und oberirdisch Zweige, wobei die oberirdischen im ersten Jahr am Boden liegen und dort, wo sie in Bodenkontakt kommen, Wurzeln schlagen, aber unfruchtbar bleiben. Im darauffolgenden Jahr erheben sie sich vom Boden, tragen Blüten und Früchte und sterben dann meist ab. Die Stängel sind fünfkantig und mit nach unten gekrümmten Stacheln besetzt. Die unteren Blätter sind fünfzählig und gefiedert, die oberen dreizählig. Der Strauch trägt in der Regel zahlreiche weiße Blüten. Aus jedem Fruchtknoten entsteht eine kleine fleischige Steinfrucht. Die Blütezeit ist von Juni bis September, die Fruchtreife erfolgt ab August. Die Beeren schmecken aromatisch und süß.

Standort

Brombeersträucher wachsen auf Waldschlägen, an Waldrändern und an breiteren und daher lichteren Waldwegen. An den Blättern kann man den Wassergehalt des Standortes erkennen: an eher trockenen Plätzen mit tiefem Grundwasserspiegel ist die Blattunterseite filzig behaart, an Standorten mit hohem Grundwasserspiegel weist die Blattunterseite kaum Behaarung auf. Es gibt auch kultivierte Brombeersträucher, die in Gärten wachsen, wobei die süßesten und aromatischsten Beeren aber bei den Wildformen in freier Natur vorkommen.

Heilkräftige Pflanzenteile

Es werden stielfrei die jungen und zarten Blätter und die obersten Blütengipfel im Frühjahr – von April bis Ende Mai – gesammelt. Auch Wurzeln werden ausgegraben und zwar im Februar oder spätestens im März. Die Beeren werden zur Reifezeit gesammelt, wobei auf Würmer- und Käferbefall zu achten ist. Die Beeren werden eingemacht oder in Weingeist angesetzt, während die Blätter, Gipfel und Wurzeln sorgfältig getrocknet und auch sehr trocken aufbewahrt werden müssen, um ihr Aroma zu konservieren. Sollen auch Beeren getrocknet werden, erfordert dies ebenfalls einen sehr sorgfältigen und langsamen Trocknungsprozess.

Heilwirkung

Die Blätter werden als Mittel gegen Durchfall verwendet und auch bei Magenblutungen, Darmentzündungen und chronischer Blinddarmreizung eingesetzt. Brombeerblättertee wirkt auch schleimlösend. Man schreibt dem Tee auch blutreinigende Wirkung zu. Die getrockneten und kleingeschnittenen Wurzeln ergeben einen Tee, der gegen Wassersucht Verwendung fand. Die frischen oder eingemachten Früchte wirken am Abend eingenommen beruhigend und schlaffördernd. Brombeerblätter und Schösslinge sind auch Teil verschiedener Haustees, die bekömmlich und gesundheitsfördernd sind.

Quelle

  • Richard Willfort: „Gesundheit durch Heilkräuter“, Rudolf Trauner Verlag, Linz/D., 6. Auflage 1964