Linzer Gasse 1 (Denkstein-Haus)

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Das Denkstein-Haus noch mit dem Firmenschriftzug des Schuhhauses Denkstein (2011).
Die Stadt Salzburg leergefegt während der Corona-Virus-Zeit: Bildmitte das Denkstein-Haus, links die Dreifaltigkeitsgasse, rechts die Linzer Gasse.
Das Denkstein-Haus, 2017 bereits mit anderem Firmenschriftzug.
Das Sgraffito des Salzburger Malers Karl Reisenbichler an der Seite der Linzer Gasse.
„Gar mancher glaubt, was er gewonnen,
Das sei von ewigem Bestand.“
Tafel am Denkstein-Haus

Das Haus Linzer Gasse 1 (Denkstein-Haus) ist ein Eckhaus an der Linzer Gasse zur Dreifaltigkeitsgasse in der rechtsseitigen Altstadt von der Stadt Salzburg.

Geschichte

Das Haus steht am südwestlichen Ende der Linzer Gasse mit Fassadenfront in Richtung Platzl. An der Stelle dieses Hauses stand bis 1861 die alte Kirche des heiligen Andreas. Beim Stadtbrand am 30. April 1818, dem große Teile der rechtsufrigen Altstadt zwischen Linzer Gasse und Schloss Mirabell zum Opfer fielen, wurde auch die Andräkirche stark beschädigt. Und zwar so stark, dass man sie nicht mehr renovieren wollte, sondern 1861 zum Verkauf ausschrieb. Der Kaufmann Franz Zeller erwarb die Brandruine und errichtete ein neues Gebäude. Das neue Gebäude beherbergte in Folge bis 1965 ein Kaffeehaus, und zwar nacheinander die Kaffeehäuser Zeller - Koller - Lohr. Ende des 19. Jahrhunderts war das Gebäude unter der Bezeichnung Zellereck nach dem damaligen Kaffeehaus bekannt. Dazwischen hatte Heinrich Prodinger ein Hotel garni darin betrieben. Im Hotel garni hatte sich dann 1918 die Centralbank der Deutschen Sparkassen niedergelassen. Diese schloss jedoch im Jahr 1927 beim großen Bankensterben und das Café Lohr eröffnete.

Das Erdgeschoß beherbergte seit 1967[1] das Schuhhaus Denkstein bis um 2016[2]. Aktuell ist ein Geschäft mit dem Namen "Food Locker" darin tätig.

Das Sgraffito

Auffällig ist das farbkräftige Sgraffito an der Fassade des ersten Stocks, sowohl auf der Seite der Linzer Gasse als auch auf der Seite der Dreifaltigkeitsgasse. Entlang der Fassade befindet sich im ersten Stock ein originelles Sgraffito mit einem Sinnspruch, der einen Vergleich von Leben und Kartenspiel zum Inhalt hat. Geschaffen wurde es vom Salzburger Maler Karl Reisenbichler (* 1885; † 1962). Die Schrift lautet:

Das Leben gleicht dem Kartenspiele,
Bewegt und unberechenbar
Geleitet uns des Schicksals Wille
Durchs Leben oft ganz wunderbar.
Das Schicksal mischt und teilt die Karten –
Und jedermann erhält sein Spiel.
Auf seines Lebens Wanderfahrten
Kommt jeder doch einmal ans Ziel.
Der eine spielt sein Glück verwegen,
Der Andre spielt es mit Bedacht.
Dem einen eilt das Glück entgegen,
Den Andern stürzt es über Nacht.
Der eine kann die Zeit erwarten
Und spielt im rechten Augenblick.
Der andre prahlt mit seinen Karten
Und zwingt doch niemals so das Glück.
Gar mancher glaubt, was er gewonnen,
Das sei von ewigem Bestand.
Und morgen ists in Nichts zerronnen,
Was er noch heut als Glück empfand.
So schreiten wir ins Unbekannte,
Der eine arm, der ander reich.
Am End’ der große Abgesandte,
Der macht uns alle wieder gleich.

Trivia

Während der Zeit, als das Café Lohr bestand, befand sich ein Aushängekasten an der Fassade, in welchem der SAK 1914 Werbung für seine Spiele sowie Vorankündigungen der Aufstellungen aushängte.[3]

Quelle

Einzelnachweise

  1. www.sn.at, Archiv der Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 2. August 1988
  2. Salzburger Nachrichten, 30. Juni 2016, Unternehmen an diesem Standort noch genannt
  3. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 18. Juni 1938, Seite 33