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Herren von Tann

Herren von Tann, Schautafel in Henndorf

Die Herren von Tann, auch Tanner genannt, waren ein wichtiges Adelsgeschlecht des 12. bis zum 14. Jahrhundert im Raum Henndorf am Wallersee im nordöstlichen Flachgau.

Geschichte

Die Herren von Tann, aus Muntigl bei Bergheim stammend, waren Ministerialen der Erzbischöfe von Salzburg.[1] Sie besaßen die Gerichte Alt- und Lichtenthan sowie Köstendorf vom Erzbischof als Lehen.[2]

Das Adelsgeschlecht zählte zu den einflussreichsten Würdenträgern im Erzstift.[3]. Es hatte, bis zu seinem Aussterben im Jahr 1396, auch das Salzburger Erbamt des Erbkämmerers (als bayerisches Afterlehen) inne.[4]

In der Zeit des Interregnums (12541273) begann Eckhart VI. von Tann (ca. * 1225; † 1304) ohne Erlaubnis des Erzbischofs mit dem Bau der Burg Lichtentann. Obwohl sich sein Sohn Eckhart VII. von Tann verpflichten musste, den weiteren Ausbau von Lichtentann einzustellen (1314), wurde die Burganlage vollendet.[1]

Nachdem Eberhard [richtig: Eckhard?] von Tann gestorben war, teilten seine Söhne Niklas und Eckard im Jahr 1331 die ganze väterliche Verlassenschaft, und ersterer erhielt das Amt Lichtentann, letzterer das Amt Altentann.[2] Beide besaßen übten die hohe Gerichtsbarkeit[5] aus. Auf der gemeinsamen Richtstätte auf dem Eggerberg wurden die Todesurteile vollzogen.[3].

Nach dem Tode Eckharts XI. (des Sohnes Niklas von Tann) zog Erzbischof Ortolf von Weißeneck, gestützt auf ein Lehensbekenntnis von 1302, Burg Lichtentann, das Gericht Köstendorf und einen Großteil der Tanner Besitzungen als "heimgefallene Lehen" ein. Eckhart X. auf Altentann erhielt als Entschädigung die Burg Tetelham bei Waging am See, sowie auf Lebenszeit die Burg Lichtentann und das Gericht Köstendorf. Nach dem Tode Eckharts X. wollte Fürsterzbischof Ortolf (1355) auf dessen Güter zugreifen. Der Sohn des Verstorbenen, Eckhart XII. von Tann, verbündete sich mit Herzog Stefan II. von Niederbayern.[1]

Nach Hübners[2] Darstellung war es hingegen so, dass Fürsterzbischof Ortolf, als die Tanner, seine Vasallen, in einem zwischen ihm und Herzog Stephan von Bayern entstandenen Krieg die Waffen gegen ihren Lehensherrn ergriffen, die Lehensgüter einzog.

So kam es 1355 zur großen "Tanner Fehde". Ein Bund von zwanzig Salzburger und bayerischen Adeligen unterstützte den Tanner Eckhart XII. im Kampf gegen Fürsterzbischof Ortolf. Die Fehde endete damit, dass Eckhart die Burg Lichtentann an den Fürsterzbischof abtreten und sich auf die bayerische Feste Ibm zurückziehen musste.[3]

Im Jahr 1362 kam es aber zu einem Vergleich, wonach der Fürsterzbischof dem Eberhard [richtig wohl: Eckhard] Tanner, vermutlich einem Sohn des Niklas, alle abgenommenen Güter und Gerichte, ausgenommen das Landgericht Köstendorf sowie Feste und Gericht Altentann, zurückgab. Im Jahr 1369 verlieh Fürsterzbischof Pilgrim II. von Puchheim dem Eckhard von Tann neuerlich Feste und Gericht Altentann nebst der Burghut zu Lichtentann. Dieser verzichtete aber noch in demselben Jahr auf die Feste von Lichtentann und das Köstendorfer Gericht gegen 3.020 Pfund Wiener Pfennige und ein Schiffrecht in Laufen an der Salzach.[2]

Schließlich trat im Jahr 1391 auch dessen Sohn Eckhard dem Fürsterzbischof Pilgrim die Feste Altentann und alles väterliche Eigentum ab; der Fürsterzbischof wiederum verpflichtete sich, an Konrad den Kuchler sowie die Witwe und Töchter des Tanners 2.785 Pfund Wiener Pfennige zu bezahlen, und der Tochter 600 Pfund Wiener Pfennige Heiratsgut zu geben. Außerdem verlieh er dem Sohn Eckhard die Feste Altentann auf Lebenszeit; dieser aber trat die Feste im Jahr 1395, ebenso dessen Schwestern im Jahr 1397, alles wieder an das Fürsterzbistum ab. Die Güter wurden an die Ritter von Uiberacker vergeben.[2]

Mit dem Salzburger Domherrn Eckhard XIV. erlosch 1398 das Geschlecht der Herren von Tann.[6]

Literatur

Quellen und Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Wikipedia-Artikel "Burgruine Lichtentann" (ohne Quellenangaben, abgefragt am 9. Dezember 2012).
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Hübner, Lorenz: Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinsicht auf Topographie und Statistik. Erster Band: Das Salzburgische flache Land. Salzburg 1796. S. 174-176.
  3. 3,0 3,1 3,2 Enzinger, Franz Paul in Stationen der Stadtgeschichte, eine geschichtliche Kurzbeschreibung der Stadt Neumarkt am Wallersee (liegt im Stadtamt auf)
  4. Artikel Salzburger Erbämter.
  5. siehe Wikipedia Blutgerichtsbarkeit
  6. Wikipedia-Artikel "Burgruine Lichtentann" bis einschließlich dessen Version vom 8. Februar 2006, in den darauffolgenden Versionen ohne Begründung weggelassen.