Waging am See

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Kirche und Rathaus von Waging am See
Kirche in Waging am See, innen
Waginger See, Ansicht in Richtung Süden
Schlossberg von Tettelham

Waging am See ist ein Markt mit 6 684 Einwohnern (Zählung 2015) in Bayern im Rupertiwinkel im Landkreis Traunstein.

Geschichte

Die Bajuwaren, die ab 500 n. Chr. in das römisch-keltische Voralpenland eindringen, gründen oder benennen bereits vorhandene Orte nach dem Namen des Anführers einer Wandersippe. "Waging" ist demnach der Ort, an dem die Leute des Wago ihre Wohnstatt nahmen. So lassen sich zahlreiche Ortsnamen in Altbayern und Österreich erklären, auch die Namen der Nachbarorte mit der Endung -ing, z. B. Taching, Otting, Tengling, Petting.

Um 720 n. Chr. schenkt der bairische Agilolfingerherzog Theodebert neben anderem Besitz auch Waging dem Benediktinenstift Nonnberg in Salzburg. 1275 enden langjährige Gebietsstreitigkeiten zwischen dem Erzbischof von Salzburg und dem bayerischen Herzog mit einem Vertrag. Darin werden die Grenzen zwischen beiden Territorien festgelegt. Waging, das z. T. schon seit 500 Jahren besitzrechtlich zu Salzburg gehört, nun auch "staatsrechtlich" ein Teil des Landes Salzburg. Es ist in den Zeiten der Fürsterzbischöfe Sitz eines Pfleggerichts, wie im Atlas Salisburgensis vom Salzburger Kartografen Joseph Jakob Fürstaller angeführt.

Zwar ist die Markterhebung schon früher erfolgt, jedoch finden sich dazu keine Dokumente mehr. Erst am 24. Februar 1385 ist Waging in einer Urkunde erstmals als "Markt" nachgewiesen.

Ein Brand am 29. September 1611 äschert fast ganz Waging einschließlich der Pfarrkirche und des Pfarrhofes ein.

Der österreichische Erbfolgekriege erreicht 1743/45 das Salzburger Land. Beim Marsch bayerischer Truppen durch den Salzburger Staat nach Österreich wird auch Waging durch Einquartierung und Kontributionen sehr in Mitleidenschaft gezogen. 1763 brennt Waging neuerlich, am 30. Juli werden 49 Häuser ein Raub der Flammen. Im gesamten Erzbistum wird eine amtliche Spendenaktion für die Waginger durchgeführt.

Wolfgang Amadé Mozart übernachtet am 23. September 1777 auf einer Reise nach München in Waging.

Im Zuge der Säkularisation kommt das Erzstift mit Waging an Großherzog Ferdinand III. von Toskana und wird ein Kurfürstentum. 1805 kommt Salzburg und damit auch Waging nach dem Frieden von Preßburg an Österreich. Doch am 30. September 1810 endet die Zugehörigkeit Wagings zu Salzburg - es wird zusammen mit dem Rupertiwinkel dem von Napoleons Gnaden neu errichteten Königreich Bayern zugeschlagen. Seither gehört Waging zu Bayern.

Gemeindegliederung

Die politische Gemeinde Waging am See hat 120 amtlich benannte Ortsteile.

Kirchen

Otting

Die Ortschaft 'Otting' weist eine lange Geschichte auf. Die Gründung des Ortes und der Pfarrkirche geht auf den Chiemgaugrafen Guntherius zurück. Die Weihe der Kirche durch Bischof Virgil aus Salzburg im Jahre 749 ist urkundlich bezeugt.

In der Nähe von Otting befindet sich auch der Schlossberg von Tettelham.

Tettelham

Friedenskapelle von Tettelham, rechts ist der Turm der Filialkirche Tettelham sichtbar.

Tettelham ist ein Dorf nahe der Ortschaft Otting in Waging am See. Im nördlichen Bereich der Ortschaft befindet sich der Schlossberg von Tettelham. Es handelt sich um einen Hügel, der sich 559 m ü. A. erhebt. Der Schlossberg bietet vor allem nach Süden und Osten weite Ausblicke. Auf ihm befindet sich der Burgstall[1] der Burg Obertettelham mit Resten von Mauerwerk und eine 1947 erbaute Kapelle. Die Burg Obertettelham war im Besitz der Herren von Tettelham, welche Ministerialen der Grafen von Kraiburg und später der Grafen von Plain waren.

Im Zentrum des Dorfes befindet sich die Filialkirche Tettelham.

Personen aus Waging am See

Bildergalerie Waging am See

Bildergalerie Tettelham

weitere Waging-am-See-Bilder

 Waging am See – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblink

Quellen

  • Salzburgwiki-Beiträge

Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Waging am See"

Fußnote

  1. Die Bezeichnung Burgstall (süddeutsch auch Burstel, Buschel) ist mittelalterlichen Ursprungs und bezeichnet „die Stelle der Burg“, Quelle Wikipedia Burgstall