Holzkohle

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Kohlenmeiler und Rindenhütte
Kohlenmeiler, Innenansicht

Holzkohle ist ein fester Brennstoff, der aus Holz erzeugt wird und mit höherer Temperatur verbrennt als das Ausgangsmaterial Holz. Ohne Holzkohle wären weder Kupfer- noch Eisenverhüttung, noch das Ausschmelzen des Goldes oder die Arbeit der Schmiede möglich gewesen.

Prähistorische Verwendung von Holzkohle

Bereits in prähistorischer Zeit wurde Holzkohle hergestellt um sie beim Schmelzen von Kupfer und Eisen, sowie bei Schmiedearbeiten als Brennstoff einzusetzen. „Die Holzkohle wurde für das Feuersetzen (Erhitzung des festen Gesteins vor der Einführung der Sprengarbeit) und den Schmelzprozess der Erze verwendet.“

Herstellung

Nach Wikipedia ist Holzkohle ein fester Brennstoff, der entsteht, wenn Holz unter Luftabschluss (oder ohne Sauerstoffzufuhr) auf 275 °C erhitzt wird. Die Temperatur steigt dabei von selbst auf 350 bis 400 °C an. Es kommt zu einer Holzverkohlung. Dabei verbrennen die leichtflüchtigen Bestandteile des Holzes. Als Rückstand erhält man neben gasförmigen Zersetzungsprodukten etwa 35 % Holzkohle. Diese schlägt beim späteren Verbrennen keine Flammen und brennt mit einer höheren Temperatur als Holz. Holzkohle wird auch zur Erzeugung von Schwarzpulver benötigt.

Verkohlung im Kohlenmeiler

Schon im Altertum ist der Meilerbetrieb zur Erzeugung von Holzkohle bekannt. Große Holzscheiter werden in halbkugel- oder kegelförmigen Haufen stehend oder liegend um in der Mitte stehende Pfähle (Quandel) aufgerichtet und mit Rasen und Erde bedeckt. Der Brennvorgang wird so gesteuert, dass möglichst nicht mehr Holz verbrennt als unbedingt nötig ist, um das gesamte Holz auf die erforderliche Verkohlungstemperatur zu erhitzen. Die Köhler erkannten an der Farbe des entweichenden Rauches ob die Verkohlung vollendet war. Anschließend ließ man den Meiler abkühlen, um ihn zuletzt auseinander zu nehmen und die Holzkohle zu gewinnen. Kohlemeiler standen an geeigneten Orten in Waldgelände und zwar möglichst so, dass die benötigten Holzmengen nur talwärts zu transportieren waren. In späterer Zeit verwendete man anstelle von Meilern Öfen, die eine bessere Kontrolle des Prozesses ermöglichen. Kohlenmeiler waren einst zu Hunderten in allen Salzburger Gauen verstreut und befanden sich wegen der damit verbundenen Brandgefahr häufig in Bachnähe, was sich auch in jenen Bachnamen, die nach der Nutzung des Baches entstanden sind, niedergeschlagen hat. Die Erzeugung von Holzkohle mittels Meilern erforderte von den damit beschäftigen Menschen häufig ein Leben in Abgeschiedenheit.

Kosten und Bedeutung der Holzkohle als Brennstoff

"Sämtliche Nutzungsregelungen und Bewirtschaftungsvorschriften, Gesetze, Ordnungen und Instruktionen, die den Wald betrafen, wurden lange Zeit hindurch ausschließlich im Hinblick auf die nachhaltige und ausreichende Versorgung der Berg-, Hütten und Hammerwerke mit Gruben- und Kohlholz erlassen." Diese Feststellung bezieht sich auf Kärnten, kann aber mit Ausweitung auf die Salzgewinnung auch für Salzburg behauptet werden. Sie belegt die zentrale Bedeutung der ausreichenden Holzkohlebeschaffung für Bergbau- und Hüttenwesen.

Interessant erscheint eine Kostenaufstellung aus dem 16. Jahrhundert, die ein Licht auf die damalige Verteilung der Produktionskosten im Eisenbergbau in Hüttenberg in Kärnten wirft. Aus zwei voneinander unabhängigen Kalkulationen der Hüttenberger Gewerken Simon Lattacher und Stefan Schwinghammer im Jahr 1560 geht hervor, dass bei der Eisenproduktion der Brennstoff, nämlich die Holzkohle, etwa 70 % der Gesamtkosten ausmacht. (Das Erz macht etwa 25 % aus und die restlichen 5 % entfallen auf die sonstigen Erfordernisse und die Entlohnung der Arbeiter.)

Namen nach Kohle oder Köhler

Die Namen nach Kohle oder Köhler hängen laut Franz Hörburger indirekt mit dem Bergbau zusammen, da Holzkohle vor dem Einsatz von Sprengmitteln zum Erhitzen des Gesteins und auch für den Schmelzprozess benötigt wurde. Namen nach Kohle oder Köhler finden sich unter Orts-, Hof- und Familiennamen, ein Hinweis darauf, wie weit verbreitet und bedeutend der Wirtschaftszweig der Holzkohleerzeugung war.

Ortsnamen
  • Kohlbach, einer der Bachnamen, die ab dem 8. Jahrhundert je nach Nutzung von Bächen entstehen, wie z. B. Mühlbach so auch Kohlbach nach dem Appelativ Kohle.
  • Kohlberg, ein Siedlungsname nach der Form des Geländes, in der Gemeinde Neumarkt, urkundlich Cholperg, ebenfalls zum Appelativ Kohle.
  • Köhlbichl, in der Gemeinde Uttendorf.
  • Kohlegg, in den Gemeinden Filzmoos und Radstadt, urkundlich Choleck (1350).
  • Kohlhof, in der Gemeinde Abtenau, urkundlich Cholgrueb.
  • Kohlmais, in der Gemeinde Flachau.
  • Kohlschnait, in der Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße.
  • Köllern, Gemeinde Obertrum im Flachgau erinnert an die Köhler, ebenso auch
  • Kolling, ein unechter ing-Name, z. B. Kollingwald in der Gemeinde Saalfelden.
  • Kohlreit, in der Gemeinde Maria Alm, ist einer der Rodungsnamen, die verhältnismäßig jung sind – sie stammen aus dem 14. Jahrhundert bis 16. Jahrhundert- und als Bestimmungswort das Appelativ Kohle beinhaltet, ebenso wie
  • Kollmannsreit, in der Gemeinde Neumarkt.
Familiennamen
  • Kohlberger, der Name stammt aus dem nordöstlichen Flachgau vom Gut Kohlhof im Ort Au in der Gemeinde Abtenau und kommt urkundlich ca. um 1500 als Chollhoff vor.
  • Kohlhofer, der Name leitet sich vom Gut Kohlhof, in der Ortschaft Au (Abtenau) ab und wurde dort bereits ca. 1500 urkundlich als Chollhoff erwähnt.
  • Kohlhuber, stammt ebenfalls aus dem nordöstlichen Flachgau vom gut Kohlhub im Ort Guggenthal in der Gemeinde Koppl. Urkundlich kommt dieser Name als Cholhueb im Jahr 1348 vor. Die Bedeutung leitet sich ebenfalls von Kohle ab, Kohlhub ist eine Hube, wo hauptsächlich Holzkohle erzeugt wurde.
  • Kohlbacher kommt als Familienname ebenfalls in Salzburg vor.

Quellen

  • Franz Hörburger, „Salzburger Ortsnamenbuch“. Unter Mitwirkung von Stefan Adamski, Norbert Heger und Manfred Straberger. Bearbeitet von Ingo Ingo Reiffenstein und Leopold Ziller. Hrsg. Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1982
  • Leopold Ziller, „Die Salzburger Familiennamen“, Hrsg. Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1986
  • Hermann Wießner, „Geschichte des Kärntner Bergbaues, III. Teil, Kärntner Eisen“, Archiv für Vaterländische Geschichte und Topographie, 41. Und 42. Band, Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten, Klagenfurt 1953
  • "Grubenhunt & Ofensau", Beitragsband zur Kärntner Landesausstellung 1995
  • Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, Holzkohle