Hüttenberg

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Die Marktgemeinde Hüttenberg im Bezirk St. Veit an der Glan in Kärnten, bis zum Jahr 1805 Salzburger Besitz, verdankt ihre Gründung und Entwicklung dem Hüttenberger Erzberg.

Geschichte des Ortes Hüttenberg

Hüttenberg liegt eigentlich abgeschieden in einer witterungsmäßig eher rauen Gegend. Der Ort verdankt somit seine Entstehung ausschließlich dem Eisenbergbau. Bereits im 9. Jahrhundert oder im 10. Jahrhundert kam Hüttenberg zusammen mit Althofen am Krappfeld in Salzburger Besitz. Als Hauptort der gleichnamigen Gemeinde wird Hüttenberg urkundlich erstmals im Jahr 1266 als Hutenberch genannt. Während des „Ungarischen Krieges“ war Hüttenberg als Salzburger Besitz zwischen 1481 und 1494 von kaiserlichen Truppen besetzt und erhielt in dieser Zeit vom Kaiser das Wappen verliehen. 1489 wurde Hüttenberg erfolgreich gegen anstürmende ungarische Truppen verteidigt. 1806 kam das bis dahin salzburgische Hüttenberg zu Österreich.

Durch Gemeindezusammenlegungen verfügt die Gemeinde seit 1973 über eine Gesamtfläche von 134,5 km², die vom Waldkogel und Zeltschacher Berg im Westen über das Görtschitztal bis in die Gipfelregionen der Saualpe in über 2 000 m ü. A. im Osten reicht. Die Besiedlung dieser einst dicht bewaldeten Gegend erfolgte im Zusammenhang mit dem Bergbau und die Abwanderung hatte als Ausgangspunkt die Stilllegung des Hüttenbetriebes im Jahr 1908 und nimmt seit der Schließung des Erzabbaues im Jahr 1978 dramatische Ausmaße an. Lebten in Hüttenberg 1869 innerhalb der heutigen Gemeindegrenzen 5 452 Menschen, hatte Hüttenberg im Jahr 1981 eine Bevölkerunganzahl von 2 738 und laut Volkszählung 2001 von nur mehr 1 804 Einwohnern.

Geschichte des Hüttenberger Erzberges

ferrum Noricum

Das „ferrum Noricum“ stammt nicht – wie im Mittelalter angenommen – vom steirischen Erzberg, sondern aus der Gegend um Hüttenberg. Der Hüttenberger Erzberg, der mindestens zwei Jahrtausende lang abgebaut wurde, ist – durch archäologische Funde der letzten Jahre belegt - als eigentlicher Ausgangspunkt für das berühmte norische Eisen zu betrachten. Das Handelszentrum für norisches Eisen war der Magdalensberg in Kärnten, in dessen Gewölbekellern Mauerinschriften auf den Handel mit Rohware (Eisenbarren) verwiesen.

Eisenerze und Roheisen sind nicht so leicht zu verarbeiten wie die vor dem Eisen bekannten und genützten Metalle. Die Berühmtheit des Norischen Eisens ist daher vor allem auf die Kunst der Verarbeitung zurückzuführen, denn das handwerkliche Können der Schmelzer und Schmiede ist für die Qualität der Erzeugnisse entscheidend. Für eine politische und militärische Macht wie Rom war das norische Eisen daher begehrenswert und unverzichtbar.

Eisenwurzen

Nach dem Zerfall des Römischen Reiches dauert es bis in das 2. Jahrtausend, bis das Gebiet um Hüttenberg, Eisenwurzen genannt, urkundlich erwähnt wird. Tatsache ist, dass die Eisenproduktion schon bald erneut eine große Bedeutung erlangte. Als Kaiser Friedrich III. vorübergehend die Salzburger Besitzungen an sich gezogen hatte, stattete er den Markt Hüttenberg im Jahr 1492 mit einem eigenen Wappen aus. Dieses zeigt einen Fels oder Berg aus rotbraun verwittertem Eisenstein, der von einer schützenden Mauer umfasst und von einem Mann mit Schwert verteidigt wird.

Der Streit zwischen dem Kaiser und dem Erzbistum um Berg- und Territorialhoheit zog sich über Jahrhunderte hin, wobei die Salzburger Bischöfe immer mehr an Einfluss verloren. Mit Hofdekret vom 31. Jänner 1806 wurden die salzburgischen Herrschaften Althofen und Hüttenberg endgültig Staatsherrschaften.

Niedergang

Die Stilllegung der Eisenhütten erfolgte schrittweise und fand 1908 ihren Abschluss. 1978 wurde auch der Eisenerzabbau vorerst endgültig eingestellt.

Hüttenbergstraße in der Stadt Salzburg

Die Hüttenbergstraße ist eine Straße im Salzburger Stadtteil Lehen. Benannt wurde die Straße nach dem Kärntner Markt Hüttenberg, der bis 1805 in Salzburger Besitz war. Der Beschluss zur Namensgebung wurde 1955 gefasst, die Straße aber im Zuge des Neubaus des Stadion Lehens 1969 umsituiert.

Quellen

  • Hermann Wießner: „Geschichte des Kärntner Bergbaues“, III. Teil, Kärntner Eisen, Archiv für Vaterländische Geschichte, 41. Und 42. Band, Klagenfurt 1953
  • Friedrich Hans Ucik, Gerhard Niedermayr: „Hüttenberg in Kärnten“, Doris Bode Verlag GmbH., Haltern, Deutschland 1991
  • res montanarum, Zeitschrift des Montanhistorischen Vereins Österreich, „Hüttenberg in Kärnten“, Kultur, Archäologie, Bergbau, Metallurgie, ISSN 1727-1797, August 2007
  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Hüttenberg"