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Obertrum am See

Obertrum am See
Obertrumerberg an der Mattseer Landesstraße 03.jpg
Karte
Obertrum am See Karte.png
Basisdaten
Politischer Bezirk: Salzburg-Land (SL)
Fläche: 21,27
Geografische Koordinaten: 47° 56' N, 13° 4' O
Höhe: 511 m ü. A.
Einwohner: 4 760 (1. Jänner 2017)
Postleitzahl(en): 5162
Vorwahl: 0 62 19
Gemeindekennziffer: 50 327
Gliederung Gemeindegebiet: 2 Katastralgemeinden
Geografische Karte der Marktgemeinde:
Gemeindeamt: 5162 Obertrum am See Nr. 1
Offizielle Website: www.obertrum.at
Politik
Bürgermeister: Simon Wallner (ÖVP)
Gemeinderat (2014): 21 Mitglieder:
16 ÖVP,
2 FPÖ,
1 SPÖ,
1 GRÜNE,
1 NEOS
Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 1 235
1880 1 241
1890 1 242
1900 1 249
1910 1 327
1923 1 431
1934 1 515
1939 1 436
1951 1 720
1961 1 818
1971 2 076
1981 2 573
1991 3 379
2001 4 208
2011 4 567
2017 4 760
Obertrum am See am Obertrumer See von Gimelsberg nach Süden
Luftbild: Obertrum am See am 5.12.2015
Obertrum, am Fuße des Haunsberges gelegen
Panorama: Obertrum am See
Blick vom Buchberg nach Westen

Obertrum am See ist eine Marktgemeinde im Flachgau, etwa 15 km nördlich der Landeshauptstadt Salzburg. Sie wurde 1976 von Obertrum in Obertrum am See umbenannt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Der Ort liegt im nördlichen Flachgau, eingebettet in die Hügellandschaft des Salzburger Alpenvorlandes, an der Südspitze des Obertrumer Sees, einem der Trumer Seen am südlichen Ende des Trumer Seenlands.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht aus den beiden Katastralgemeinden Obertrum und Schönstraß. Sie umfasst eine Fläche von 21,26 km² und unterteilt sich in die Ortschaften:

Anmerkung: In kursiver Schrift ist die Einwohnerzahl nach dem Stand vom 1. Jänner 2015 angegeben.[1]

In diesen Ortschaften gibt es folgende Weiler:

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind Anthering, Nußdorf am Haunsberg, Seeham, Mattsee und die Stadt Seekirchen am Wallersee.

Geschichte

Etymologie

Obertrum wurde urkundlich erstmals am 6. Februar 1143 als Druma genannt. Daraus entwickelte sich der Ortsname Obertrum, der 1976 mit dem Zusatz am See zum heutigen Gemeindenamen Obertrum am See erweitert wurde.

Die alte Bezeichnung Drum bzw. Druma stammt vermutlich aus der Fischersprache und bedeutete in etwa „am oberen Ende des Sees“. Das Gegenstück dazu ist die kleine Ortschaft „Niedertrum“ in der oberösterreichischen Gemeinde Lochen am unteren (nördlichen) Seeufer, das zugleich die Landesgrenze zwischen Oberösterreich und Salzburg markiert. In vorgeschichtlicher Zeit bildeten die drei, nur durch schmale Landzungen getrennten, Trumer Seen (Obertrumer See, Mattsee, Grabensee) ein zusammenhängendes großes Gewässer, den Urmattsee.

Im 18. Jahrhundert waren die Bezeichnungen Trummer oder Obersee, Mattsee oder Untersee und Grabensee gebräuchlich [2]. Diese ursprünglichen Gewässernamen gingen verloren und wurden durch dann die Bezeichnungen „Obertrumer See“ und „Niedertrumer See“ ersetzt. Mit der Um- bzw. Rückbenennung des Niedertrumer Sees in „Mattsee“ wurde der frühere alte Name, der auch ein Orts- bzw. Gemeindename ist, wiedereingeführt.

Heute wenig bekannt ist, dass Obertrum auch der ursprüngliche Name von St. Gilgen (urkundlich 1381 als „Drum pei Wolfgangersee“ und später „Oberdrumb“ genannt) war. Ebenfalls am Wolfgangsee findet sich das Gegenstück „Niederdrum“, das heute in der Katastralgemeinde Gschwend in der Gemeinde Strobl liegt.

Von der Hallstattzeit bis zur Landnahme

Die Gegend um die Trumer Seen wurde bereits sehr früh besiedelt, wovon Funde und Grabhügel aus der Hallstattzeit zeugen. Später hinterließen die Römer in der zur Provinz Norikum gehörenden Gegend um Obertrum ihre Spuren. Unter anderem erinnern eine Heizungsanlage („Hypokaustrum“) im Weiler Kirchstätt und mehrere Ortsnamen wie z. B. „Strass“ an die römische Besiedlung. Nach Norbert Heger befanden sich in Obertrum auch zwei der Römischen Gutshöfe, einst Zentren Römischer Landwirtschaft im Salzburger Flachgau. Nach dem Untergang des weströmischen Reiches siedelten sich ab dem 7. Jahrhundert die Bajuwaren im heutigen Flachgau an und christianisierten auch das Gebiet um die Trumer Seen. Im Jahr 739 kam die Gegend um Obertrum durch eine Schenkung des Baiernherzogs Tassilo III. zur Diözese Passau. Nach dem Einfall der plündernden und mordenden Magyaren (=Ungarn) blieb die Gegend lange Zeit entvölkert und verödet. Etwa um das Jahr 1000 kam das Trumer Seengebiet in den Besitz des Erzbischofs von Passau, der es von den Vögten der Haunsperger und Schleedorfer verwalten ließ.

Zeit des Erzbistums und Übergang an Österreich

1398 ging das Trumer Seengebiet in den Besitz der Erzbischöfe von Salzburg über, kirchlich blieb Obertrum der Pfarre Mattsee zugeordnet und damit eine bayerische Enklave. Am 28. Oktober 1779 besuchte Kaiser Joseph II. das Erzbistum Salzburg, um vom Kamm des Haunsbergs aus das für die Habsburger neu erworbene Innviertel (Oberösterreich) zu besichtigen. An diesen Besuch erinnerte mehr als zweihundert Jahre lang eine damals gepflanzte Kaiserbuche auf der Anhöhe des Haunsbergs.

Am 9. Dezember 1807 trat der Reichsfürst und Bischof von Passau, Leopold Leonhard Raymund Graf von Thun und Hohenstein, dann auch die Pfarre "frei" an das Erzbistum Salzburg ab.

Nach der Säkularisierung fiel das ehemalige Erzstift während der Franzosenkriege abwechselnd Bayern und Österreich zu. Erst mit der endgültigen Einigung der beiden Länder, die 1816 in der Teilung des Landes Salzburgs endete, kam Obertrum mit dem westlich der Salzach gelegenen Teil des ehemaligen Salzachkreises endgültig an Österreich.

Obertrum im 20. Jahrhundert

Am 21. Mai 1917 zerstörte ein Großbrand den Ortskern mit der Kirche. Insgesamt fielen dem Unglück 22 Häuser zum Opfer, darunter auch das 1771 erbaute Mesnerhaus, das bis 1874 als erste Schule des Ortes diente. Der Wiederaufbau des Ortes verzögerte sich auf Grund der durch den Ersten Weltkrieg schwierigen wirtschaftlichen Lage und nahm mehr als ein Jahrzehnt ein. 1924 fand die Elektrifizierung des Gebietes am Haunsberg statt. 1927 wurde die neue Glocke der Pfarrkirche eingeweiht, womit die seit 1923 andauernde Wiedererrichtung der Kirche abgeschlossen war.

1949 war Obertrum Drehort für den Film „Der Seelenbräu“ von Carl Zuckmayer, in dem viele Obertrumer Bürger als Statisten mitwirkten.

1954 folgte die Anbindung des gesamten Ortes an das öffentliche Stromnetz. Im selben Jahr überflutete die Mattig große Teile des Ortszentrums.

Im Mai 1998 wurde das Altenwohnhaus „Jakobushaus“ durch Pfarrer Josef Meßner feierlich eingeweiht, im Oktober des selben Jahres erfolgte der Spatenstich zur Errichtung des neuen Gemeindehauses, in dem seither auch die Feuerwehr und die Polizeidienststelle untergebracht sind.

Die Markterhebung im neuen Jahrtausend

Am 6. Mai 2000 wurde Obertrum am See zur Marktgemeinde erhoben. Die Urkunde wurde Bürgermeister Matthias Leobacher von Landeshauptmann-Stellvertreter Gerhard Buchleitner und Landesrätin Maria Haidinger überreicht.

Im Sommer 2002 überschwemmten die Mattig und der Kirchstättbach den Ort. 2003 mussten einige Ortsteile auf Grund langanhaltender Trockenheit bis in den Herbst hinein von der Feuerwehr mit Trinkwasser versorgt werden.

Heute präsentiert sich Obertrum am See als moderne Marktgemeinde, die durch ihre Nähe zur Landeshauptstadt von vielen Zuzüglern als neuer Wohnort geschätzt wird.

Pfarrkirche Obertrum, Südansicht
Pfarrkirche Obertrum, Innenansicht

Religion

Die Pfarrkirche zum hl. Jakob(us) stammt aus der Zeit zwischen 1135 und 1148 und zeigt neben einem romanischen Mittelschiff noch ihren ursprünglichen gotischen Stil. Rechts des Altars befindet sich eine Statue des Kirchenpatrons mit einer Muschel auf dem Kopf. Nach dem Großbrand 1917 wurde sie nach Plänen von Architekt Karl Pirich wieder aufgebaut.

Um 1365 kamen unter Fürstbischof Albert II. von Passau die Pfarren Mattsee, Obertrum und Kirchberg unter die geistliche Patronanz des Kollegiatstifts Mattsee. 1893 wurde Obertrum Mensalpfarre des Stiftsdekanats Seekirchen.

Am 12. September 2009 wurde an der 1986 errichteten Friedhofsmauer der Obertrumer Kreuzweg installiert.

Beim ehemaligen Pfarrhof (Lindenhof) steht die Kapelle zum guten Hirten. Diese im barocken Stil gehaltene und kunstvoll ausgestattete Kleinkirche wurde 1721 erbaut und in den Jahren 1987/88 generalsaniert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswerte gotische, später romanisierte Kirche aus dem 12. Jahrhundert
Die Kaiserbuche stand 225 Jahre lang als Naturdenkmal Obertrums auf 766 m ü. A. am Kamm des Haunsbergs. Der Baum wurde 1779 gepflanzt und fiel im Jahr 2004, nun eines der ältesten Naturdenkmäler des Bundeslandes Salzburg, einem Sturm zum Opfer.

Museen

Das im Ortszentrum gelegene Museum zeigt als Schwerpunkt bäuerliche Keramik, Flachsverarbeitung und eine Störschusterei.
Die Privatsammlung im Ortsgebiet, nahe dem Postamt, zeigt etwa 250 Porzellanpuppen in verschiedenen Szenen (z. B. Märchen, Feste im Jahreskreis).

Vereine

Religion und soziale Angelegenheiten

Politische Parteien und parteinahe Vereine =

Musik, Unterhaltung, Brauchtum und Museen

Wirtschaft

Sport und Freizeit

Sonstige Vereine

Wirtschaft und Infrastruktur

Geschichte

Wirtschaftsgrundlage der gesamten Region war seit jeher die Landwirtschaft, wobei in kleinerem Umfang auch die Fischerei eine zusätzliche Einnahmequelle darstellte. Die zahlreichen Mühlen dienten vorwiegend zur Deckung des Eigenbedarfs und zur Versorgung der bäuerlichen Betriebe.

Im Jahr 1601 erhielt der damalige Kirchenwirt Michael Stockhamer von Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau das Recht verliehen, Bier zu brauen. Stockhamer begründete noch im selben Jahr die Obertrumer Brauerei, die sich seit 1775 im Besitz der Familie Josef Sigl befindet.

Der Anschluss an das Eisenbahnnetz der österreichisch-ungarischen Monarchie brachte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen zaghaften Beginn des Fremdenverkehr, damals noch „Sommerfrische“ genannt. 1912 hielt die Elektrizität im Ort Einzug. Vorerst beschränkte sich die Elektrifizierung aber noch auf die Kirche und die Brauerei. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges endete der bescheidene Sommertourismus, der langsam auch von den „Einheimischen“ als zusätzliche Einnahmequelle erkannt und angenommen worden war. Auch in der Zeit nach den beiden Weltkriegen sicherten die Landwirtschaft und kleinere, lokale Gewerbe die wirtschaftliche Existenzgrundlage des Ortes.

Seit den 1980er-Jahren verzeichnet die Gemeinde einen stetigen Zuzug an Bewohnern, die das moderne Gesicht einer Landgemeinde in Nähe der Landeshauptstadt schätzen. Mit der Bevölkerungszunahme kam es zu einer vermehrten Ansiedlung und Gründung von Unternehmen. Allein in den letzten 25 Jahren stieg die Anzahl der Betriebe in der Gemeinde von 86 (1981) auf 191 (2006).

Die Wirtschaft heute

Obertrum am See ist heute der führende Wirtschaftsstandort im Trumer Seengebiet. Knapp 800 Arbeit- und Dienstnehmer sowie etwa 60 Lehrlinge finden in den Unternehmen Beschäftigung. Die etwas mehr als 190 in der Gemeinde angesiedelten Betriebe setzen sich dabei zu einem Drittel aus Ein-Mann-Unternehmen und zu zwei Dritteln aus Betrieben mit Dienstnehmerbeschäftigung zusammen. Dominiert wird die Wirtschaft Obertrums von Klein- und Mittelbetrieben, die vorwiegend in den Bereichen Handel, Dienstleistung und Gewerbe tätig sind. Einen weiteren wesentlichen Wirtschaftsfaktor der Gemeinde stellt zudem nach wie vor die Landwirtschaft und zunehmend auch der Tourismus dar.

Dem nach wie vor starken Pendlerstrom in die Landeshauptstadt Salzburg und deren unmittelbare Umlandgemeinden im sogenannten Speckgürtel soll künftig mit zusätzlichen Gewerbeflächen, weiteren Betriebsansiedelungen und Erweiterungen der bestehenden Betriebe entgegengewirkt werden.

Verkehr

Am 27. September 1953 wurde die Straße über den Haunsberg eröffnet. Der viel durchfahrene Ortskern wurde mit Eröffnung der Ortsumfahrung zu Beginn der 1970er-Jahre wesentlich entlastet.

Straßen

Fremdenverkehr

Ansässige Unternehmen

Die Trumer Privatbrauerei, deren Gebäude das Ortszentrum beherrschen, ist eine der ältesten des Bundeslandes und wurde 1601 von Michael Stockhamer (dem Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau das Recht, Bier zu brauen, verliehen hatte) gegründet. Seit 1775 steht die Brauerei im Besitz der Familie Josef Sigl.

Soziales

Das ehrenamtliche Hilfs-Team Obertrum am See unterstützt bedürftige Familien mit Lebensmitteln, die in Märkten nicht mehr verkauft werden.

Öffentliche Einrichtungen

...

Rettungsorganisationen

Bildung

Bürgermeister

Hauptartikel: Bürgermeister der Marktgemeinde Obertrum am See

Auszeichnungen der Marktgemeinde

Ehrenbürger

Hauptartikel: Ehrenbürger der Marktgemeinde Obertrum am See

Wappen

Am 17. Dezember 1952 wurde der Gemeinde Obertrum durch die Salzburger Landesregierung das folgende Wappen verliehen:

In Silber ein roter Wolf, im Rachen einen blauen Fisch und mit den Vorderpfoten einen naturfarbenen gestümmelten Ast haltend.

Der rote Wolf stammt aus dem Wappen des Bistums Passau, das bis 1398 Inhaber der Herrschaft Mattsee und alleiniger Grundbesitzer der Ortschaft Obertrum war. Durch den Fisch wird die Lage am See symbolisiert, während das hochgestellte Aststück (= "oberes Trumm") in Beziehung zum Ortsnamen tritt.

Persönlichkeiten

Töchter und Söhne der Marktgemeinde

Hauptartikel: Töchter und Söhne der Marktgemeinde Obertrum am See

Bildergalerie

weitere Bilder

 Obertrum am See – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Obertrum am See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Literatur

  • Festschrift „850 Jahre Obertrum“,
  • Festschrift „Markterhebung 2000“
  • Vereinsbroschüre

Quellen

Weblinks


Gemeindegliederung von Obertrum am See
Städte und Gemeinden im Flachgau
TennengauSalzburgFlachgauPongauLungauPinzgauLage des Flachgau im Land Salzburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild

Stadtgemeinden: Neumarkt am WallerseeOberndorf bei SalzburgSeekirchen am Wallersee
Marktgemeinden: EugendorfGrödigMattseeObertrum am SeeStraßwalchenThalgau
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  1. Quelle Statistik Austria
  2. Quelle: Schmitt'sche Karte von Südwestdeutschland aus 1797