Hauptmenü öffnen

Salzburgwiki β

Burgkapelle hl. Jakob

(Weitergeleitet von Jakobskapelle)
Burg Kaprun mit Jakobskapelle, Nordseite
Jakobskapelle Kaprun, Südseite

Die denkmalgeschützte Burgkapelle hl. Jakob[1] ist die Kapelle der Burg Kaprun in Kaprun im Kapruner Tal im Pinzgau. Das Patrozinium wird am Jakobitag, dem 25. Juli, begangen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die kleine Kapelle wurde an der Westseite der Burg Kaprun - etwas unterhalb dieser - erbaut. Urkundlich wird sie zum ersten Mal 1562 erwähnt.[2] Als Erbauer wird Pfleger Balthasar Dieter von Schedling vermutet, der 1563 verstarb und in der „Burgkapelle“ begraben liegt. Ob es bereits einen älteren Bau gegeben hat ist nicht bekannt. Die Burgkapelle hl. Jakob prägt als ein Teil des Ensembles das Erscheinungsbild der heute wiederaufgebauten und renovierten Burg Kaprun mit.

Abriss über Baugeschichte, Baustil und Einrichtung

Die Burgkapelle hl. Jakob besitzt ein Tonnengewölbe, einen kleinen Spitzturm mit Glocke und einen kleinen Sakristeianbau. Die barockisierte Einrichtung des Kirchenraumes stammt aus dem 18. Jahrhundert aus der Hand einheimischer Kunsthandwerker. Die kleine Kirche schmückten schon im Jahr 1617 drei Altäre. An der rechten Seitenwand befindet sich ein Bild der hl. Margaretha. Es ist das frühere barocke Altarbild der einst der hl. Margaretha geweihten Pfarrkirche Kaprun. An der linken Seitenwand fällt der Grabstein des Pflegers Balthasar Dieter zu Schedling ins Auge. Die Kapelle wurde mehrmals renoviert. Im Jahr 1977 wurde sie mit Holzschindeln eingedeckt und in den Jahren 19891994 grundlegend saniert.

Stellenwert im Pfarrleben

In der Burgkapelle hl. Jakob fanden und finden zu bestimmten Anlässen Gottesdienste statt. Früher führten auch Bittprozessionen zur Burgkapelle.

Einbrüche und mutwillige Zerstörung

Ihr exponierter und gleichzeitig abgelegener Standort machte die Burgkapelle hl. Jakob mehrfach zum Einbruchsobjekt Es wurden dabei nicht nur Kunstgegenstände entwendet sondern auch die Einrichtung beschädigt. In den ökonomisch schweren 1930er-Jahren fanden acht Einbrüche statt. In der NS-Zeit fiel sie zweimal der Zerstörungswut Jugendlicher zum Opfer. Es wurden von diesen auch Kunstgegenstände gestohlen. Dazu ein Auszug aus der Pfarrchronik aus dem Jahr 1944:

Die Schlosskapelle ist ein Schmerzenskind des Seelsorgers. Alt und ehrwürdig steht sie einsam neben den Ruinen des Schlosses. Das Dach ist verfallen – es gibt keine Möglichkeit es zu erneuern. Tür und Schloß wurde seit 1940 12 mal erbrochen und 12 mal erneuert. Die jugendlichen Einbrecher hausen wie die Vandalen im Heiligtum. Der Pfarrer rettet Bilder und Statuen vor Raub und Zerstörung. Er lässt die Sakristeifenster und ein gefährdetes Kirchenfenster vermauern, die Türe gewaltig vernageln. Nach 7 Monaten ist sie wieder aufgesprengt, die 3 Altarbilder sind gestohlen, die Altäre zerstört, der Greuel der Verwüstung herrscht in der Kapelle...

Ein Teil des geraubten Kunstgutes wurden später im Schloss Fischhorn aufgefunden, wo während der Zeit des Nationalsozialismus die SS das Sagen hatte.

Quellen

  • Nyvelt, Grete: Kaprun einst und jetzt, S. 77, HG Gemeinde Kaprun 1986
  • Einträge in der Pfarrchronik von Kaprun, die Schlosskapelle betreffend
  • Homepage der Pfarre Kaprun
  • Jakobskapelle in: Pfarrkirche zur hl. Margaretha in Kaprun, S. 20 – 23. web.kaprun.at, Kirchenführer, pdf

Fußnoten

  1. Bezeichnung laut Bundesdenkmalamt
  2. Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 255.