Johann Genser

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Erinnerungs-Marterl an Hans Genser auf der Schmittenhöhe

Johann Genser (* 1912;† 7. Juni 1931 auf der Schmittenhöhe) war ein Flugpionier aus dem Pinzgauer Piesendorf.

Leben

Am 7. Juni 1931 war der Flugpionier aus Piesendorf auf der Schmittenhöhe zu Tode gestürzt. Zum Gedenken daran wurde dort die Genser-Gedenkstätte unweit des Berghotels Schmittenhöhe errichtet.

Am 24. September 1930 unternahm der erst 18-jähre Schneidergeselle seinen ersten Flugversuch mit seinem ersten eigenen Modell. Es bestand aus weichem Holz und lediglich mit Packpapier überzogen. Vor einer Zuschauermenge stieg er ungefähr 22 Meter in die Luft, legte eine Flugstrecke von etwa 200 Meter zurück und landete in einem tadellosen Gleitflug.[1]

Überliefert ist die Tollkühnheit, der Mut, die Kreativität dieses Schneiders, der seine Fluggeräte mit einfachsten Mitteln baute: mit Weichholzspreißel vom benachbarten Sägewerk, mit Packpapier für die Tragflächen. Anfangs waren es wenig mehr als Hüpfversuche, die er schaffte - und Stürze. Hautabschürfungen, Beulen, zerrissene Hosen, ein kaputtes Fluggerät konnten den Burschen aber nicht aufhalten, weiter zu tüfteln. Zeitungen brachten Reportagen über ihn.

Die RAVAG, Radioverkehrs-AG, kam zum Interview. Auch der bekannte Salzburger Luftfahrtpionier Eduard Kuhn wurde auf ihn aufmerksam. Dieser wollte das junge Flugtalent im Pinzgau fördern und ließ 1931 ein Gerät der Marke „Zögling" nach Zell am See bringen. Genser dürfe diesen, so der Mentor zu einem Schauflug auf der Schmittenhöhe nutzen.

Nun schien der große Tag für den Piesendorfer gekommen zu sein: Zum 50-jährigen Jubiläumsfest der Zeller Liedertafel wollte er tausenden Menschen zeigen, was er drauf hatte und über den Zeller See nach Thumersbach hinüber fliegen. Doch jäh war der Traum vom Fliegen - vom Leben - für den erst 19-Jährigen vorbei: Der Flieger schnellte über den Grat hinaus, stieg 50 Meter in die Höhe. Es riss das obere Spannseil der Tragfläche, der linke Flügel brach, Genser stürzte ab. Der Kopf des Piloten war gegen einen Felsen gelehnt. Genickbruch.

Während der Lehrling, später Geselle, in der Schneiderstube seines Vaters in Piesendorf Stoffe zuschnitt und nähte, waren seine Gedanken ums Fliegen gekreist. Vielleicht war ihm auch seine erste Erfindung bei Zwirn und Nadel eingefallen: ein Motorrad aus Holz, das bald, nach einem Sturz, in Brüche ging. Aber es war eine Art Initialzündung für das nächste, große Vorhaben - den Bau des ersten Fliegers. Den Prototyp mit fünf Meter Spannweite trug Genser mit dem Schulkameraden Hans Kapeller durch das Dorf auf eine Anhöhe. „Ein Spinner, ein Fantast, der Hansl", werden sich Bewohner gedacht haben. Aber sie riefen wenig später aus: „Er fliegt!" Kurze Zeit blieb der Schneider in der Luft.

Genser riskierte weiterhin Kopf und Kragen und verlor: „Tragödie eines jungen Helden" titelte „Das interessante Blatt" in Wien am 18. Juni 1931 und zeigte am Titelblatt das verunglückte Fluggerät Gensers. Man werde diesem "jungen mutigen Pionier der Segelflugtechnik stets ein ehrendes Gedenken" bewahren, zeigte sich auch SalzburgsLandeshauptmann Franz Rehrl vom Tod Gensers tief betroffen.

Weblinks

Quelle

Einzelnachweise

  1. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 27. September 1930, Seite 4