Maria Sernetz Dyhrenfurth

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Maria Sernetz Dyhrenfurth (* 14. Oktober 1919 in Wagrain) ist die Witwe nach Norman G. Dyhrenfurth, einem Bergfilmpionier.

Vorgestellt

Ricky Knoll von den Stadt Nachrichten portraitierte Maria Sernetz Dyhrenfurth anlässlich ihres 100. Geburtstages, den sie 2019 feierte.

"Ich war immer eine Nomadin"

"In meiner Jugendzeit war ich ja eher ein Hippie. Außerdem haben s' nie so recht gewusst, was mit mir anzufangen wär', weil ich keinen Beruf hatte, nur den Hauptschulabschluss", erzählt Maria Sernetz und schmunzelt. Sport spielte immer eine wesentliche Rolle, bereits als Vierjährige begann sie 1923 im Heimatort Wagrain mit dem Skifahren und heimste später zahlreiche Siege ein. "Ich habe immer ein gutes Leben gehabt und fantastische Sachen erlebt. Drei Mal um die Welt und von Alaska bis Südamerika bin ich gereist. Ich war immer eine Weltbürgerin, eine Nomadin."

Frappierende Ähnlichkeit mit dem ersten Mann

Mit 20 heiratete sie ihren ersten Mann, den Gynäkologen Karl Sernetz, der 25 Jahre später tödlich verunglückte. "Sein Tod war ein sehr schwerer Schlag für mich", gesteht sie. Ein Jahr später war sie mit einer befreundeten Gruppe zum Skifahren in der Schweiz. "Ich musste auf sie warten und währenddessen gewahrte ich einen Herrn, der meinem Mann wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sah. Dem musste ich unbedingt nach und habe ihn auch angesprochen. Es stellte sich heraus, es war Norman Dyhrenfurth, ein begnadeter Bergsteiger, Kameramann und Filmproduzent", schildert sie. "Und wie das Leben eben oft seltsam spielt – er hat sich in mich verliebt und mich nicht mehr losgelassen."

Sehnsuchtsort Aspen

Schon ein halbes Jahr später nahm er sie mit in die USA nach Santa Monica. "Dort hat es mir nicht gefallen. Aber durch meinen Mann lernte ich alle Filmgrößen aus Hollywood kennen, z. B. Clint Eastwood, Steve McQueen, Fred Zinnemann, Ida Lupino – die waren alle ganz reizend. Dennoch überredete ich Norman, mit mir nach Aspen zu gehen, denn ich hatte bereits mit Golf begonnen. Dort war es ganz wunderbar", schwärmt sie noch heute. "Denn es gab einerseits die Berge mit fantastischem Schnee und andererseits konnte ich herunten hervorragend Golf spielen."

Goldmedaille wurde beim Umzug gestohlen

Gerne erinnert sie sich an die vielen gemeinsamen Reisen, wo sie u.a. das "Who Is Who" der Bergsteiger-Welt kennenlernte, von Tenzing Norgay über Edmund Hillary bis Reinhold Messner, wie viele ihrer Fotos zeigen. "Aber sonst ging Norman bergsteigen und ich Golf spielen."

52 Jahre lang waren die beiden zusammen, ehe er 99-jährig 2017 verstarb. Von der schönsten Erinnerung, die ihr Mann hinterlassen hatte, blieb nur ein Foto: Die Hubbard-Medaille der National Geographic Society, überreicht von US-Präsident J. F. Kennedy für die erfolgreiche Expedition der Amerikaner auf den Mount Everest. Die massive Medaille aus Gold wurde bei der Übersiedlung seines Fotoarchivs in ihre Wohnung gestohlen.

Sportskanone, bekannt mit Hollywood-Filmgrößen

Maria Sernetz Dyhrenfurth stand bereits mit vier Jahren auf den Skiern.

Sie war zweifache österreichische Staatsmeisterin und 13-fache Seniorenmeisterin im Golf sowie auch ehemalige Skirennläuferin. Maria Sernetz war vor dem Zweiten Weltkrieg zweifache Jugendlandesmeisterin im Skilaufen – gemeinsam mit Bubi Bradl. 1947 nahm sie am Marmolata-Gletscherrennen teil. Später verlegte sie sich auf Golf und holte dort zahlreiche Preise.

Der mehrfache Sieg in österreichischen und internationalen Skirennen ermöglichte ihr das Mitwirken in Bergfilmen. So war sie ein gefragtes Film-Double im ersten erfolgreichen Nachkriegsfilm "Wintermelodie" (1946), einer österreichisch-französischen Produktion. Beim Skifahren lernte sie 1965 in der Schweiz den legendären Himalaja-Bergsteiger und Filmproduzenten Norman Dyhrenfurth (* 1918; † 2017) kennen, mit dem sie Jahrzehnte in Salzburg verbrachte. Unter seiner Führung erreichte sie zwei Mal zu Fuß von Kathmandu das Everest Base Camp.

Quelle