Wagrain

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Ortsbild
Wagrain Kirchboden.jpg
Karte
Karte 5602 Wagrain.png
Basisdaten
Politischer Bezirk: St. Johann/Pg. (JO)
Fläche: 50,57 km²
Geografische Koordinaten: 47°20'01" N
13°17'47" O
Höhe: 838 m ü. A.
Einwohner: 3 085
(1. Jänner 2018)
Postleitzahl: 5602
Vorwahl: 0 64 13
Gemeindekennziffer: 50423
Gliederung Gemeindegebiet: 5 Katastralgemeinden
Gemeindeamt: Markt 14
5602 Wagrain
Offizielle Website: wagrain.salzburg.at
Geografische Karte der Marktgemeine:
Politik
Bürgermeister: Axel Ellmer (ÖVP)
Gemeindever-
tretung (2014):
19 Mitglieder:
10 ÖVP
6 SPÖ
3 FPÖ
Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 1 370
1880 1 408
1890 1 369
1900 1 336
1910 1 366
1923 1 359
1934 1 573
1939 1 591
1951 1 807
1961 1 967
1971 2 272
1981 2 566
1991 2 937
2001 3 127
2011 3 020
2017 3 081
Karte
Marktplatz
Pfarrkirche
Marktkirche
Pfarrhof; Wohnort von Josef Mohr
Haus Rupertus
Waggerlhaus
Waggerlkasten
Joseph-Mohr-Volksschule
Hotel Wagrainer Hof im Ortszentrum

Wagrain ist eine Marktgemeinde im Pongau und befindet sich etwa neun Kilometer östlich der Bezirkshauptstadt St. Johann im Pongau.

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde liegt östlich des Bezirkshauptortes St. Johann im Pongau zwischen dem Salzach- und dem Ennstal. Der Ort wird von der aus der südlich angrenzenden Gemeinde Kleinarl kommenden Kleinarler Ache durchflossen. Ab Wagrain wird die Kleinarler Ache nach dem Zusammenfluss mit dem Schwaighofbach auch Wagrainer Ache bezeichnet. Im Ortsteil Schwaighof (Wagrainer Höhe) auf einer Seehöhe von 960 m ü. A. befindet sich die Wasserscheide von Salzach und Enns.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über 50,57 km² und die Länge der Gemeindegrenze liegt bei 41,82 km. Die Bevölkerungsdichte beträgt 58 Einwohner/km².

Ortsgliederung

Wagrain setzt sich aus den fünf Katastralgemeinden Wagrain (504), Hof (1 168), Hofmarkt (770), Schwaighof (480) und Vorderkleinarl (205) zusammen. Diese Katastralgemeinden geben zugleich die Ortschaften der Gemeinde wieder.

Anmerkung: Die Zahl in kursiver Schrift gibt die Einwohnerzahl der Ortschaften nach dem Stand der Volkszählung aus dem Jahr 2001 wieder.

Bevölkerungsentwicklung

Ab dem Jahre 1580 begann die Auswanderung lutherisch gesinnter Familien. Bei der großen Protestantenvertreibung 1732 bis 1734 wanderten 1 675 Personen aus und es blieben nur noch 575 Personen übrig. Epidemien in den Jahren 1820 bis 1860 sowie Landflucht ließ die Bevölkerungszahl immer mehr abnehmen. Erst 1961 wurde wieder eine höhere Bevölkerungszahl erreicht. Sie betrug 1 732 Personen.

Geschichte

Namensherkunft

Der Name der Gemeinde leitet sich von der "Wag-Rain" genannten Burg ab. Urkundlich erwähnte Namensformen finden sich mit "Wakrain" (1243) und "Wachrain" 1350. Das mittelhochdeutsche "wac" bedeutet in etwa "bewegtes, wogendes Wasser - also der über dem Fluss befindliche Rain.

Geschichte

Der Ort wurde urkundlich bereits im 13. Jahrhundert genannt. Seit 1592 ist Wagrain urkundlich als Markt nachgewiesen, ab 1556 wurde der Ort als "Markt" zu den Landtagen zugelassen.

1849 erfolgte die Teilung der Gerichtsgemeinde Wagrain in die Marktgemeinde Wagrain, die Landgemeinde Wagrain und die Ortsgemeinde Kleinarl.

Im Ersten Weltkrieg hatte Wagrain 63 Gefallene zu beklagen.

Am 19. März 1927 wurde beim Marktbrand ein großer Teil des Ortes zerstört. Laut einer Niederschrift des Chronisten Matthias Schönberger wurde der Brand um Mitternacht vom Nachtwächter Sebastian Fritzenwallner entdeckt. Bei seiner Runde sah er beim Metzgerwirt mächtige Flammen emporlodern und schlug Alarm. Trotz rascher Löschversuche der Bevölkerung breitete sich das Feuer auf die umliegenden Gebäude aus. Selbst der Schnee auf den Häusern schmolz und bot keinen Schutz gegen Funkenflug. Die herbeigerufene Feuerwehr aus St. Johann kam auf der vereisten und aufgrund der Schneeschmelze schwer passierbaren Straße nur langsam voran. Um 01:30 Uhr fing die Marktkirche zu brennen an und stand innerhalb von ein paar Minuten in hellen Flammen. Der Kirchturm stürzte ein. Eine Stunde später kam die Feuerwehr St. Johann zu Hilfe, etwas später die Feuerwehren von Schwarzach, Reitdorf und Altenmarkt. Die Brandursache blieb ungeklärt.[1]

Die Wiederaufbaufeier erfolgte am 20. August 1929. Eine Gedenktafel an der Marktkirche erinnert an den verheerenden Marktbrand.

Die Zusammenlegung der Markt- und Landgemeinde Wagrain erfolgte am 1. Jänner 1936.

Der Zweite Weltkrieg forderte 89 Gefallene und 16 Personen blieben vermisst. Zum Kriegsende befanden sich im Raum Wagrain-Kleinarl über 70 000 Flüchtlinge und Soldaten aus der sich auflösenden Deutschen Wehrmacht, was zu chaotischen Zuständen in der Gemeinde führte. Am 4. Juni 1945 trafen 200 Mann der amerikanischen Besatzungstruppen in Wagrain ein.

In den Jahren 1947 bis 1949 erfolgte der Bau des ersten Skiliftes sowie der ersten Feuerwehrzeugstätte.

Der Winter 1951 bescherte dem Ort außergewöhnliche Schneefälle mit bis zu zwei Metern Schneehöhe im Tal. Von 11. bis 14. Jänner schneite es ohne Unterbrechung. Die Straße zwischen St. Johann und Wagrain war mehrere Tage gesperrt. Die Straße nach Kleinarl war aufgrund mehrerer Lawinenabgänge verlegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Dorftheater Wagrain

Museen

Waggerl-Haus

Hauptartikel: Karl-Heinrich-Waggerl-Haus

1920 zogen Karl Heinrich Waggerl und seine Frau Edith nach Wagrain. Sie bewohnten zwei Dachkammern in dem Haus, das heute als Waggerl-Haus bezeichnet wird und als Museum eingerichtet ist. Das Haus wurde 1776 erstmals urkundlich erwähnt, die Erbauung dürfte allerdings weiter zurückliegen. Karl Heinrich Wagglerl lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1973 in diesem Haus.

Musik

Bauwerke

Pfarrkirche

Hauptartikel: Pfarrkirche zum hl. Rupert

Die dem hl. Rupert geweihte Kirche wurde erstmals 1359 als Filialkirche von Altenmarkt urkundlich erwähnt.

Pfarrhof

Der Wagrainer Pfarrhof stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Hof- und Wohngebäude wurde im typischen Stil eines Pongauer Paarhofes erbaut. Von 1837 bis 1848 lebte der Textdichter des Liedes "Stille Nacht", Vikar Joseph Mohr, auf diesem Hof.

Marktkirche

Hauptartikel: Marktkirche zum hl. Franziskus

Die Marktkirche wurde von 1616 bis 1617 im Auftrag von Erzbischof Markus Sittikus errichtet. Sie ist dem hl. Franziskus geweiht. Beim Marktbrand im Jahre 1927 wurde die Kirche schwer beschädigt. Die Marktkirche dient derzeit als Aufbahrungshalle. Zeitweise werden auch evangelische Gottesdienste abgehalten.

Kapellen

Burg Wagrain

Hauptartikel: Burg Wagrain

Die mittelalterliche Burg Wagrain gehörte zu den größten in Privatbesitz (Herren von Goldegg) befindlichen Burgen Salzburgs. Das Entstehungsdatum der Anlage ist urkundlich nicht überliefert. Ihre Zerstörung jedoch kann recht genau auf die Jahre 1322/23 eingegrenzt werden. Damals gingen die Burg und die zugehörige Hofmark in landesfürstlichen Besitz über, die Festung wurde nicht wieder aufgebaut und geriet in Vergessenheit. Seit 2006 werden auf Initiative des Kulturvereins "Blaues Fenster" unter der Leitung von Peter Höglinger alljährlich archäologische Lehrgrabungen durchgeführt.

Pflegerschlössel

Hauptartikel: Pflegerschlössl

Das Pflegerschlössl wurde 1794 erbaut und war der Amtssitz des Pflegers, des höchsten fürsterstbischöflichen Verwaltungsbeamten.

Waggerlkasten

Der Waggerlkasten ist ein Getreidespeicher aus dem 18. Jahrhundert, der von Karl Heinrich Waggerl gestiftet worden ist.

Naturdenkmäler

Die Marktlinde, auch Kaiserlinde genannt, wurde 1880 am Marktplatz gepflanzt.
In der Adventzeit wird sie auch Wunschlinde genannt und ist mit bunten Kugeln behägt. Der Baum steht für Wünsche, Hoffnung und Ziele. Wer will, kann seine wünsche an der Linde deponieren.

Sport

Skiclub Wagrain, UFC Wagrain (Fußball), Eisschützen Wagrain, Eisschützen Schwaighof, MTB- Gaudiradler Wagrain, Reiten bei Freunden, Sportschützenverein Wagrain, Tennisclub Wagrain;

Vereine

Wirtschaft und Infrastruktur

Winterfremdenverkehr

Das Wintersportgebiet Wagrain gehört zum Skiverbund Amadé und verfügt über mehrere Aufstiegshilfen und Loipen zum Langlaufen.

Ansässige Unternehmen

Skischulen

Skiverleih, Shop, Verkauf

Unterkünfte

Weitere Unternehmen

Öffentliche Einrichtungen

Rettungsorganisationen

Bildung

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Bildungswesen hautpsächlich auf die Volksschule beschränkt. Die Schulwege waren weit und beschwerlich. 1970 wurde die Schülerbeförderung eingeführt. Einige Schüler besuchten die Hauptschule oder das Gymnasium in St. Johann im Pongau. Die Kinder übernachteten im Elisabethinum, das als Internat geführt wurde. 1948 wurde ein Schülerbus nach St. Johann eingesetzt.

Politik

Bürgermeister

Hauptartikel: Bürgermeister der Marktgemeinde Wagrain

Bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts war der Richter zugleich auch der Bürgermeister der Gemeinde. Erst im Jahre 1608 wurden die beiden Funktionen getrennt.
Da die Gemeinde Wagrain von 1849 bis Dezember 1935 in eine Land- und eine Marktgemeinde geteilt war, wirkten in dieser Zeit auch verschiedene Bürgermeister.

Auszeichnungen der Marktgemeinde

Goldener Ehrenring der Marktgemeinde Wagrain

Hauptartikel: Ehrenringträger der Marktgemeinde Wagrain

Ehrenbürger

Hauptartikel: Ehrenbürger der Marktgemeinde Wagrain

Wappen

Spätestens seit ihrer Markterhebung im Jahre 1592 führt die Gemeinde ein eigenes Wappen, das bei der offizielle Wappenverleihung durch die Salzburger Landesregierung am 2. August 1930 wie folgt beschrieben wird:

In Rot eine goldene Spitze, in welcher über natürlichem Wasser auf grünem Ufer ein silberner Zinnenturm mit einem Tor und zwei Fenstern steht.

Das Wappen erinnert an die Herren von Goldegg, die in Rot eine goldene Spitze als Wappen führten und als die Begründer von Wagrain bezeichnet werden. Die dargestellte, an der Uferböschung gelegene Burg ist die "Wag-Rain", von der sich der Ortsname ableitet.

Persönlichkeiten

Töchter und Söhne der Gemeinde

Hauptartikel Töchter und Söhne der Gemeinde Wagrain
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Personen mit Bezug zu Wagrain

Bilder

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Weblinks

Quellen

Fußnoten

  1. Quelle ANNO Feuerwehr-Signale, 5. April 1927
Städte und Gemeinden im Pongau
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Über dieses Bild

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