Maria im Paradies

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Klosteranlage
Maria im Paradies

Maria im Paradies ist ein Kloster der Bethlehemschwestern auf der Kinderalm in St. Veit im Pongau.

Geschichte

1985 wurde auf der Kinderalm das Kloster "Maria im Paradies" mit sieben Ordensschwestern gegründet. Heute (2016) wohnen dort 30 Nonnen. Sie orientieren sich am altkirchlichen Eremitentum der Wüstenmönche und der vom hl. Bruno von Köln geprägten kontemplativen Tradition: Schweigen, Stille, Einsamkeit, Gebet, Fasten und der ostkirchlichen Liturgie.

Die Schwestern von Bethlehem sind ein den Kartäuserinnen nahestehendes streng klausuriertes französisches Institut, das 1951 in Chamvres im Zusammenhang mit dem von Papst Pius XII. verkündeten Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel gegründet wurde.

Heute (2010) zählen zur Ordensfamilie mehr als 500 Mitglieder (28 Frauenklöster und vier Männerklöster) in 15 Ländern.

Die Erzdiözese Salzburg hat die "Kleinen Schwestern von Bethlehem" im Jahr 1985 eingeladen, sich auf der Kinderalm in St. Veit, die sich im Besitz des Landes Salzburg befindet, niederzulassen. Großen Anteil an der Ansiedlung hatte der damalige Bischofsvikar Matthäus Appesbacher.

Die Schwestern bezogen im selben Jahr die bestehenden Gebäude der ehemaligen Erholungsstätte für lungenkranke Kinder. Freilich mussten diese Häuser dafür erst winterfest gemacht werden. Spontane Helfer aus dem Pongau, allen voran der Bauernfunktionär und Nationalratsabgeordnete Georg Schwarzenberger und der St. Johanner Schuldirektor Erich Dengg, unterstützten die Frauen dabei und gründeten gleichzeitig einen Förderverein. Dieser Verein existiert auch heute noch. Er hat 360 Mitglieder.

Das Kloster in St. Veit besteht aus einem unteren Teil, der für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Hier können Pilger auch einige Tage die Stille und Einsamkeit des Klosters teilen. Einige hundert Menschen, davon bis zu 50 Priester und Ordensleute, kommen jedes Jahr Tage oder auch Wochen zu diesem Zweck auf die Kinderalm. Sie werden dort von den Schwestern betreut.

Der obere Teil des Klosters ist das Herzstück der "Schwestern von Bethlehem". Hier leben und beten die Nonnen in völliger Abgeschiedenheit. Innerhalb der ersten zehn Jahre des Bestehens von "Maria im Paradies" wurden der untere Teil des Klosters sowie die notwendige Infrastruktur errichtet. Nach dem Bau der kleinen Kapelle folgte in den Jahren 1996 bis 1999 der Aufbau des eigentlichen Kerns des Klosters mit zwei Reihen mit insgesamt 17 Zellen, Kreuzgang und Atelier.

Im Jahr 2003 wurde die neue Kirche geweiht. Sie hat die stattliche Länge von 36 Metern und wurde im Holzbau verwirklicht. 2004 folgte die Isolierung der Kirche mit Kapitelsaal und Bibliothek, sowie die Glockenweihe. Auch eine vollbiologische Kläranlage ist inzwischen realisiert.

Den Lebensunterhalt finanzieren sich die Schwestern von Bethlehem aus dem Erlös des Klosterladens.

Das Wesen des Ordens besteht in einem streng kontemplativen Leben. Das heißt, ihre Lebensform ist eine Synthese von Eremitentum und Gemeinschaft nach dem heiligen Bruno.

Diese Lebensform drückt sich auch in der Baustruktur aus. Der Klosterstandort erfordert absolute Abgeschiedenheit und Stille mit klar unterschiedlichen Bereichen: ein "unteres Haus" für die Öffentlichkeit, und ein "oberes Haus" als Klausurbereich in Einsamkeit, der nur für die Schwestern bestimmt ist.

Im September 2005 wurde das Jubiläum "20 Jahre Kloster" mit einer festlichen Bergmesse gefeiert. Zelebranten waren Weihbischof Jakob Mayr und Prälat Egon Katinsky.

Im September 2008 nahm Erzbischof Alois Kothgasser die Weihe der Kirche beim "Oberen Haus" auf der Kinderalm vor.

Seit der Gründung des Klosters Maria im Paradies wurde in einer enormen baulichen und finanziellen Anstrengung das "Obere Haus" des Klosters auf 1300 Meter Seehöhe errichtet. Nach der Vollendung der Kirche werden noch fünf Zellen fertig gestellt.

Dann kann man von einem baulichen Abschluss dieses großen Komplexes von mehr als 20 Zellen sprechen. Der Architekt dieses Klosters und der Kirche ist Mathias Mulitzer.

Weblinks

Quellen