Marienheilgarten

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Marienheilgarten in Großgmain mit Statue.
Sophia-Maria-Statue im Marienheilgarten in Großgmain.
Marienstatue im Marienheilgarten und Pfarrkirche in Großgmain.
"Stern der Liebe" im Marienheilgarten
Friedensblume im Marienheilgarten
Der Großgmainer Marienheilgarten, Konzeption und Inhalt; Infotafel

Der Marienheilgarten befindet sich neben der Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau in der Flachgauer Gemeinde Großgmain.

Entstehung

Der Großgmainer Marienheilgarten entstand um 2001 nach einer Idee und Konzeption von Pfarrer Herbert Josef Schmatzberger und der künstlerischen Gestaltung von Heinrich Bunzel.

Die Errichtung erfolgte auf Initiative von Ing. Thomas Janschek mit Unterstützung von der Pfarre und der Gemeinde sowie vielen Helfern und Spendern von der Stiftung Grenzenloses Großgmain. Insgesamt wurden 33.000 Euro investiert. Der Garten soll zum Erkennen der Harmonie und Schönheit des Wunders der Schöpfung und der Liebe Gottes beitragen.

Zu finden ist dort ein großer Untersbergstein; eine Sophia-Maria-Statue, die auf die orthodoxe Sophienlehre zurückgeht; sowie die zwölf Tierkreiszeichen („Sternzeichen“) und ein von Ex-Skiweltmeister David Zwilling initiierter „Stern der Liebe“ – als Mosaik im Boden.

Statue der Sophia-Maria

In der Wallfahrtskirche wird Maria als Mutter Gottes verehrt. Im Garten wird sie als Sophia-Maria, die Mutter der ganzen Schöpfung, angerufen.

Inmitten eines Kreises aus Blumen und Kräutern, die nach dem Horoskop des Einweihungsdatums am 15. August 2001 um 10:30 Uhr angeordnet sind, steht eine Statue der Sophia-Maria.

Der Untersbergstein

Der Untersbergstein steht auf einem starken Kraftfeld und wirkt als Menhirstein, der 14 Strahlen aussendet, die von einem Kreis gekreuzt werden. Der Schnittpunkt des Kreises mit den 14 Strahlen ergibt 14 Energiepunkte, die durch 14 kleine Steine markiert sind. Die Zahl 14 stellt eine biblische Zahl dar.

2019: Pfarrer will keinen „heidnischen Garten“

Dem seit 2017 amtierenden Nachfolger von Pfarrer Schmatzberger, Pfarrer Virgil Zach ist der Garten ein Dorn im Auge: Er betrachtet ihn als „Mischmasch aus Heidentum, vorchristlichen Bräuchen, Numeralogie und Astrologie“.

"Hort der Esoterik und unvatikanisch"

Virgil Zach über den Garten: „Das ist ein Hort der Esoterik und des Neuheidentums; ein Mischmasch aus Heidentum, vorchristlichen Bräuchen, Numeralogie und Astrologie – auf kirchlichem Boden.“ Der Untersbergstein werde öfter von Menschen umarmt: „Und sie möchten ihre Geschlechtsorgane dort aufladen, wie mir einer gesagt hat.“ Zach will von der Erzdiözese ein Machtwort. Selbst zusperren könne er den Garten nicht: „Es ist zwar Pfarrgrund. Wem aber die Objekt im Garten gehören, ist nicht ganz geklärt.

Zachs Vorgänger Schmatzberger versteht die Kritik nicht: „Der Garten ist urchristlich und theologisch fundiert. Mir hat Zach nie gesagt, dass das Heidentum sein soll.“ Zu den Skulpturen gebe es einen Vertrag mit 30 Jahren Laufzeit: „Wenn der Garten vorzeitig aufgelöst wird, müssten mir die Spenden von der Pfarre anteilig refundiert werden. Das wären jetzt sicher noch 10.000 Euro.

Erzbischof stellt sich hinter den aktuellen Pfarrer Zach

In Großgmain gebe es „seit Jahren Tendenzen, denen man esoterische Züge nicht absprechen kann“; auch beim „Marienheilgarten“ weise manches daraufhin, sagt Erzbischof Franz Lackner. „ Diese Entwicklungen wurden schon von meinen Vorgängern mit Sorge beobachtet.“ Frühere Versuche mit Ex-Pfarrer Schmatzberger, dem entgegenzuwirken, „waren nicht erfolgreich “. Ziel müsse sein, dass in den Pfarren „auch bei der Darstellung künstlerischer Objekte die christliche Botschaft transparent wird“. Die Bemühungen von Pfarrer Zach zur „Neugestaltung des ,Marienheilgartens‘ unterstütze ich“, so Lackner.

Zwilling verteidigt seinen Stern der Liebe

David Zwilling versteht die Welt nicht mehr.Die Kritik von Pfarrer Virgil Zach und Erzbischof Franz Lackner, der Marienheilgarten in Großgmain und damit auch sein Stern der Liebe seien esoterisch und damit „heidnisch“, kann er nicht nachvollziehen. „In die Mitte des Sterns hat Künstlerin Gudrun Kargl ein Herz gemalt. Dieses Herz ist Gott, das ist die Liebe. Und mit dem Stern lassen wir sie von dort aus in die ganze Welt hinaus strahlen. Diesen Stern der Liebe dort herauszureißen wäre ein Frevel an Gott“, sagt Zwilling.

Damit würde sich die Kirche selbst disqualifizieren.

Dass es tatsächlich so weit kommen könnte, will er sich gar nicht ausmalen. Falls aber doch, dann würde er mit einem Minibagger anrücken und den als Mosaik im Boden fixierten Stern der Liebe ausgraben und abholen. „Dann setzen wir ihn eben woanders hin, wir finden bestimmt einen Platz.“ Zwilling ergänzt: „Ich bin von vielem, was die Kirche macht, nicht begeistert. Wenn die Kirche nicht von allem begeistert ist, was ich mache, bin ich damit einverstanden.

Auch Bürgermeister Schönbuchner findet eine Diskussion über den 18 Jahre alten Marienheilgarten in Großgmain unnötig

Unnötig findet auch der Großgmainer Bürgermeister Sebastian Schönbuchner die jetzt aufgeflammte Diskussion. „Wir haben den Marienheilgarten immerhin seit 18 Jahren und bisher war er kein Thema, abgesehen davon, dass er nicht in das Bild der Erzdiözese passt“, sagt Schönbuchner.

Er selbst habe den früheren Pfarrer Herbert Schmatzberger vor 18 Jahren bei dem Gartenprojekt stets unterstützt. „Ich habe sogar mitgewirkt,war mit ihm im Steinbruch St. Margarethen., [Anm.: im Burgenland] wo wir die Sophia-Maria-Statue abgeholt haben“, schildert der Bürgermeister. Und: Der Garten spiele mittlerweile eine wichtige Rolle für die Gemeinschaft in der Gemeinde. So seien die Kräuterweihe am 15. August sowie der Abschluss des Erntedanks im Marienheilgarten zum jährlichen Fixpunkt in Großgmain geworden.

Jetzt eine Diskussion über den Garten zu führen schürt nur unnötig Emotionen“, betont Schönbuchner.

Detail am Rande

Zwilling erhielt 2016 Jahren bei der Leonidas Sportgala der „Salzburger Nachrichten“ den Preis für das Lebenswerk. Die Laudatio hielt Erzbischof Lackner. Damals bekam Zwilling den 'Stern der Liebe' in Form eines Anhängers aus den Händen des Erzbischofs überreicht. Das sei aus aktueller Sicht kurios, sagt Zwilling. Der Anhänger, ein Geschenk der SN, war verpackt. „Der Erzbischof wusste wahrscheinlich gar nicht, was drinnen war“, vermutet Zwilling.

Erzbischof Franz Lackner lenkte ein

Am 28.5.2019 gab Erzbischof Franz Lackner eine Erklärung ab, "dass der Marienheilgarten in seiner jetzigen Form erhalten bleibt" (Meldung in der Lokalausgabe der Salzburger Nachrichten). Damit hat die Diskussion um die Erhaltung des Marienheilgartens offensichtlich ein Ende gefunden.

Zuletzt hatte eine Unterschriftenaktion zur Erhaltung des Marienheilgartens stattgefunden, welche spontan eine hohe Zahl von Unterstützern fand.

Bildergalerie

Quellen

Weblinks