Martin Hattinger

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Martin Hattinger (* 1553 in Brünn; † 1615 in Salzburg) war ein Abt von St. Peter und Michaelbeuern.

Leben

Er kam 1578 als Novize ins Kloster St. Peter und legte dort am 27. April 1779 seine Ordensgelübde ab. Am 22. Februar 1580 wurde er Administrator von Michaelbeuern und von 1581 bis 1584 Abt der Benediktinerabtei Michaelbeuern in der Flachgauer Gemeinde Dorfbeuern. Am 3. September 1584 wurde er als Nachfolger des abgesetzten Andreas Graser zum Abt von St. Peter gewählt. Schon im ersten Jahr seiner Amtszeit ließ er Johann von Staupitz' umfangreiche Korrespondenz mit den Gelehrten seiner Zeit verbrennen, da unter den aufbewahrten Schriften auch Briefe an Staupitz' Freund Martin Luther waren.

Unter Hattinger begann die Barockisierung im Stift St. Peter: 1588 wurde die Orgel der Stiftskirche zum hl. Petrus restauriert, 1603 die Marienkapelle (St. Veits-Kapelle) instand gesetzt und die von Wolfgang Walcher erbaute Bibliothek in den am Kapitelplatz gelegenen Novitiatstrakt verlegen. 1604 erwarb Hattinger den Aiglhof. Unter ihm entstanden die ältesten Teile des Schlosses und die Umfassungsmauer.

1605 ließ er die Haupt- und Nebenapsiden der Kirche abbrechen und durch ein querrechteckiges Altarhaus ersetzen. Die Flachdecke wurde erneuert und die hochromanischen Wandmalereien übertüncht. Nach dem Tod seines Vorgängers ließ er zudem noch einen Gedenkstein für Andreas Graser in der Veitskapelle setzen.

Quellen

  • Friederike Zaisberger: Geschichte Salzburgs. Wissenschaftsverlag Oldenbourg, 1998
  • Wilma Buchinger, Helmut W. Lang, Konstanze Mittendorfer: Handbuch der historischen Buchbestände in Österreich. Georg Olms Verlag, 1996
  • Filz, Michael: Geschichte der Aebte dieses Stiftes, von Werigand dem Ersten chronologisch bestimmten, bis auf den Gegenwärtigen, Nicolaus III. (Geschichte des Salzburgischen Benedictinerstiftes Michaelbeuern Band 2). Salzburg, 1833
Zeitfolge
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