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Standseilbahn Kaprun

Die Standseilbahn Kaprun der Gletscherbahnen Kaprun AG war die erste "alpine Ubahn" der Welt.

Geschichte

 
Der intakte Gletscherdrache wird geborgen

Nach der Eröffnung des Gletscherskigebietes auf dem Kitzsteinhorn in den Hohen Tauern wurden die bestehenden Aufstiegsmöglichkeiten rasch zu knapp. 1971 begann die Planung für eine Standseilbahn durch einen Stollen. Am 23. März 1974 fuhren die beiden Schienenzüge erstmals in die Gletscherregion über Kaprun. 1994 wird die Standseilbahn um 20 Millionen Schilling (rund 1,5 Mio Euro) renoviert, zwei moderne Züge, der Gletscherdrache und die Kitzsteingams bringen in nicht einmal zehn Minuten die Touristen zum Alpincenter auf 2 450 m ü. A..

Am 11. November 2000 ereignet sich mit der Brandkatastrophe der Gletscherbahn Kaprun das größte Unglück Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg. 155 Menschen sterben, als die Kitzsteingams im Tunnel in Flammen aufgeht. Die Standseilbahn bleibt seither für den touristischen Verkehr geschlossen. Im Spätwinter 2001 werden die beiden Garnituren geborgen und zur kriminaltechnischen Untersuchung nach Linz gebracht.

Inzwischen ist der Gletscherdrache wieder in Besitz der Gletscherbahnen Kaprun AG, die Bahn soll zum Gütertransport ins Alpincenter genutzt werden.

Technische Details

Die mittlere Neigung der Standseilbahn beträgt 42,8 Prozent. Insgesamt ist die Strecke 3899 Meter lang. Davon verlaufen 3298 Meter unterirdisch in einem 3,6 Meter breiten Stollen. Bis zum Stolleneingang in den Berg wird über eine 601 Meter lange Brücke gefahren. Stufen führen parallel zu den Schienen talwärts. Bei der Mittelstation Breitriesn ist eine Ausweiche, die über einen 638 Meter langen Zugangsstollen von außen zu erreichen ist.

Die elektrisch betriebene Bahn (rund 2 200 PS) erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 36 km/h und befördert 1 240 Personen pro Stunde Richtung Berg und talwärts. An Spitzentagen werden an die 7 000 Skifahrer und Snowboarder in beide Richtungen transportiert. Der voll beladene Zug hatte ein Höchstgewicht von 38 Tonnen. Der Seildurchmesser betrug 48 Millimeter, der des Spannseils 29 Millimeter.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten