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Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn

Blick auf das Kitzsteinhorn und das Schmiedingerkees, wo sich das Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn
Schlepplifte am Schmiedingerkees

Das Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn ist das erste österreichische Sommerskilaufgebiet und nahm seinen Betrieb am 12. Dezember 1965 auf.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Es befindet sich in den Hohe Tauern im Gebiet der Pinzgauer Gemeinde Kaprun nördlich des Kitzsteinhorns auf dem Schmiedingerkees in einer Höhenlage zwischen 2 500 und 2 900 m ü. A..

Erreichbarkeit

Erschlossen ist dieses Gletscherskigebiet mit den Aufstiegshilfen zum Kitzsteinhorn als ganzjähriges Gletscherskigebiet.

Geschichte

Ski-Pioniere am Kitzsteinhorn

Die Geschichte des Skisports begann mit den Ski-Pionieren am Kitzsteinhorn in den 1910er Jahren. Im Mai 1930 fand auf einem etwa zwei Kilometer langen Flachstück des Gletschers noch ein Skifliegen statt, dann wurde es skisportlich ruhig am Fuße des Kitzsteinhorns.

Das erste österreichische Sommerskilaufgebiet

Da nach dem Zweiten Weltkrieg wenig Geld, aber viel Enthusiasmus bei der österreichischen Ski-Nationalmannschaft vorhanden war, suchte man nach günstigen Trainingsmöglichkeiten. Musste man doch zunächst zu dem teuren Plateau Rosa bei Zermatt (Schweiz), auf das Stilfser Joch (Südtirol) oder auf das Zugspitzplatt (Bayern) reisen. Was zur Nutzung als Sommertrainingslager noch am Kitzsteinhorn fehlte, waren Aufstiegshilfen.

Die Idee für die Erschließung des Schmiedingerkees hatte der damalige Bürgermeister der Gemeinde Kaprun und Kraftwerksleiter Wilhelm Fazokas. Es bot sich an, weil es vom Tal aus gut sichtbar und leicht erreichbar ist. Fazokas selbst kannte den Gletscherskilauf, da er im Krieg als Skilehrer Gebirgsjägern auf einem Gletscher in Vorarlberg das Skifahren beibrachte.

Am 12. Dezember 1965 nahmen die ersten Seilbahnen und im Sommer 1965 der Gletscherskilauf den Betrieb auf – als erstes Gletscherskigebiet der Ostalpen. Obwohl in den Medien viel darüber berichtete wurde, nahm die Bevölkerung eine technische Neuheit zunächst gar nicht wahr:

Schlepplifte auf einem fließenden Gletscher

1964 gelang es der Vorarlberger Firma Doppelmayr mit einem Testlift in Zermatt (Schweiz), der ein kurzes Stück über einen Gletscher führte, eine technische Lösung zu finden.

Sie wurde das Konstruktionsprinzip für Kaprun: Ein zwischen Tal- und Bergstation durchlaufendes Seil hält die Stützen, die je nach Bewegung des Gletschers so justiert werden können, dass das Zugseil stets schnurgerade verläuft. Außerdem braucht es hohe Portalstützen mit Rollenbatterien, die auf unterschiedliche Schneehöhen von fünf und mehr Metern einzustellen sind. Das fließende Eis darf die Stützen pro Jahr höchstens drei Meter tal- und seitwärts verschieben, da das Nachjustieren zu viel Betriebszeit kostet. Der "bewegliche" Gletscherlift erlebte also auf dem ersten Gletscherskigebiet in den Ostalpen seine Weltpremiere.

1967 wurde der weltweit erste Schlepplift auf einem fließenden Gletscher in Betrieb genommen, der Maurergletscherlift.

1968 eröffnete Salzburgs höchstgelegenes Restaurant auf 3 039 m ü. A. in der Bergstation Kitzsteinhorn.

1981 wurde mit 113,6 Metern die höchste Seilbahnstütze der Welt im Gebiet des Gletschers errichtet.

1982 ging die erste Panoramakamera in einem Skigebiet in Betrieb.

Die Zukunft des Gletscherskilaufs

Errichtet wurde es vor allem, um den Sommerskilauf zu ermöglichen. Den gibt es aus klimatischen Gründen heute nur mehr in einem sehr eingeschränkten Umfang. Der Vorstand der Gletscherbahnen, Norbert Karlsböck, ist aber überzeugt, dass auch die Zukunft große Chancen für das Gletscherskigebiet bringt. Die Betreiber haben die klimatische Veränderung angenommen und mit der Errichtung der Gipfelwelt 3000 als Ausflugsziel für Nichtsportler reagiert. 2005 waren zehn Prozent der Besucher am Berg Nichtsportler, 2014 waren es bereits 23 Prozent.

Geplant sei auch eine Liftverbindung mit dem Skigebiet Maiskogel und später mit der Schmittenhöhe oberhalb von Zell am See.

Weblinks

Quellen