Stille Nacht. Das Buch zum Lied.

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Titelbild Buch Stille Nacht. Das Buch zum Lied.
Buchtipp Stille Nacht. Das Buch zum Lied.. Das Buch zum Lied
Herausgeber: Univ. Prof. Dr. Thomas Hochradner, MMag. Michael Neureiter
Verlag: Verlag Anton Pustet
Erscheinungsjahr: September 2018
ISBN 978-3-7025-0865-4

Daten zum Buch

Format 24 cm x 21 cm; deutsche Ausgabe Hardcover, englische Ausgabe Softcover; Umfang ca. 250 Seiten; ca. 120 Bilder (größtenteils vierfarbig)

Verlagsinformation

Es ist wie im Märchen: Ein Weihnachtslied wird vom spontanen Einfall zweier Freunde zum erdkreisumspannenden Sinnbild des Friedens. Gedichtet und komponiert in Zeiten der Bedrängnis, in die Ferne verbreitet durch glückliche Umstände, längst weitum bekannt und beliebt…

31 Autoren bieten Fakten, Hintergründe und Interpretationen zu Stille Nacht und geben Einblick in seine nahezu zufällige Entstehung während eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbruchs.

Dieses Buch zeichnet den ungeahnten, von überraschenden Wendungen begleiteten Erfolgsweg des Liedes nach und erschließt die Bedeutung seiner Botschaft für die heutige Zeit. Stille Nacht ist durch seine Strahlkraft zum vielsprachigsten Weihnachtslied geworden. Zuweilen politisch und kommerziell heftig instrumentalisiert, geriet es zugleich zum Impuls vielfältiger künstlerischer Kreativität.

Das Salzburger Land bildet den Ursprung dieses Geschehens. Hier wurde mit Stille Nacht ein Lied geschaffen, das wie kein zweites zu Herzen geht, religiöse Bindungen spiegelt, nostalgische Gefühle freisetzt und familiäre Erinnerungen wachzurufen vermag. 1818 ist es erstmals erklungen.

Das Sachbuch bietet auch einen Überblick über die 13 besonders engagierten Stille-Nacht-Gemeinden im Salzburger Land, in Oberösterreich, Bayern und Tirol, die in der Stille Nacht Gesellschaft als „Trägergemeinden“ mitwirken. Neun von ihnen arbeiten in der dezentralen Landesausstellung „200 Jahre Stille Nacht! Heilige Nacht! Österreichs Friedensbotschaft an die Welt“ zusammen.

Das neue Buch der Stille Nacht Gesellschaft entstand in enger Kooperation mit dem Salzburg Museum und ist das Begleitbuch zu dessen Ausstellung „Stille Nacht 200. Geschichte. Botschaft. Gegenwart“, die am 29. September 2018 eröffnet wurde.

Der Inhalt

  1. Wilfried Haslauer, Martin Hochleitner Geleitworte
  2. „Stille Nacht“ kompakt
    1. Thomas Hochradner: „Stille Nacht! Heilige Nacht!“: Das Lied und seine Autoren
  3. damals
    1. Thomas Mitterecker: Was vom Glanze übrigblieb – der Niedergang Salzburgs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
    2. Alfred Stefan Weiß, Sabine Veits-Falk: Sozialgeschichtliche Aspekte einer Zeit des Umbruchs – Salzburg Ende des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts
    3. Michael Mitterauer: Zwischen Gemeinde und Familie. Das Weihnachtsfest im frühen 19. Jahrhundert
    4. Leonie Herteux: Weihnachtsmusik in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
  4. im Lauf der Zeit
    1. Thomas Hochradner: Im Blickfeld der Nachwelt: Mohr und Gruber zwischen Zweifel und Ruhm
    2. Renate Ebeling-Winkler: Der Weg des Liedes in die Welt
    3. Esther Gajek „Wilde Nacht! Streikende Nacht!“ Politische Weihnacht im 20. Jahrhundert und ihre Relevanz für ausgewählte „Stille Nacht“-Umdichtungen
    4. Wolf-Dieter Prosinger, Klaus Petermayr: Von der mechanischen Spieldose zum elektronischen Download. Die Verbreitung des Stille Nacht-Liedes durch neu entstandene mediale Formen
    5. Christian Strasser: Stille Nacht in der filmischen Interpretation
  5. im Rückblick
    1. Peter Unkelbach: Die religiöse Botschaft des Liedes
    2. Hildemar Holl: Das Gedicht Joseph Mohrs
    3. Gerhard Walterskirchen: Stille Nacht! Heilige Nacht! Franz Xaver Grubers „einfache Composition“ und ihre authentischen Überlieferungen
    4. Ernestine Hutter: Weihnacht in der alpenländischen Lebenswelt. Das Weihnachtsfest – seine Symbole, seine Bräuche
  6. aktuell
    1. Bernhard Flieher: Stille Nacht in der Popwelt
    2. Karin Hochradl: Stille Nacht – Balanceakt zwischen Gedenkkultur und Marketing
    3. Michael Neureiter: Die Stille Nacht Gesellschaft und die Stille-Nacht-Region
    4. Diverse Autorinnen und Autoren: 13 Stille-Nacht-Gemeinden
  7. Thomas Hochradner: Das Stille-Nacht-Glossar ders. Ausgewähltes Schrifttum zu Stille Nacht
  8. Die Autorinnen und Autoren

Rezension 1

Mit Abstand das umfangreichste, detaillierteste und interessanteste Buch zu diesem Thema

Es ist fast unglaublich, wie viele Facetten und Details, wissenschaftlich aufgearbeitet, in diesem Buch zusammengetragen wurden. Rund 30 kompetente Autoren lassen auf 280 Seiten so gut wie keinen Aspekt zum weltberühmten Weihnachtslied „Stille Nacht. Heilige Nacht.“ unbeleuchtet.

Zunächst werden die Entstehungsgeschichte und die beiden Autoren des Liedes, Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr ausführlich beschrieben. Dann schildert das Kapitel „Was vom Glanze übrigblieb – der Niedergang Salzburgs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts“ die politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten zur Zeit der Entstehung des Liedes. Sozialgeschichtliche Aspekte, das Weihnachtsfest und die Weihnachtsmusik im frühen 19. Jahrhundert sind weitere Themen.

Ein interessanter Beitrag ist jener über den „Urheberstreit“ der 1870er und 1890er-Jahre. Dabei erheben Bekannte oder Bekannte von Bekannten der beiden Autoren Zweifel an der Urheberschaft Mohrs am Text oder Grubers an der Melodie und umgekehrt. Hochradner, der Autor dieses Beitrags, zitiert Leserbriefe und Redaktionsantworten aus der „Salzburger Chronik“, einer Zeitung jener Zeit und erläutert, weshalb dies oder jenes zutreffend, falsch oder zweifelhaft sei.

Andere Beiträge beschreiben die Verbreitung des Liedes durch Zillertaler Sänger. Diesen folgen Beiträge über die „technische“ Verbreitung des Liedes, von der mechanischen Spieldose bis zum elektronischen Download. Interessant auch, was Christian Strasser in seinem Beitrag der filmischen Interpretation des Liedes ausgegraben hat. Er beginnt mit dem ersten „Stille Nacht“-Film von 1910 eines jüdischen Filmproduzenten, führt über „das unsterbliche Lied“ einer Deutsch-Schweizer Koproduktion und verschiedener englischen Produktionen in den 1960er-Jahren zum „ewigen Lied“ aus dem Jahr 1998. Übrigens gab es auch eine deutsche-Mark-millionenteure Produktion, in der „Joseph Mohr als liebestoller Priester“ dargestellt wurde, wie die „Salzburger Volkszeitung“ schrieb. Der Film wurde dann aber nie gezeigt oder genauer gesagt – ja, das steht also auch in diesem Kapitel.

Es folgen weitere Kapitel über die Dichtkunst Mohrs, die Lyrik des Biedermeiers in Salzburg, die Autografen und authentischen Überlieferungen Grubers, die Entstehung des Weihnachtsfestes und der Weihnachtskrippe, das Lied als Pop-Hit und andere. Kritisch betrachtet wird der Balanceakt zwischen Gedenkkultur und Marketing. Das Buch endet mit einem Beitrag über die Stille Nacht Gesellschaft und die Stille-Nacht-Gemeinden. Bei den Gemeinden blieben die Herausgeber Gott-sei-Dank bei den Fakten. Denn als es auf das Gedenkjahr „2018 – 200 Jahre Stille-Nacht-Lied“ zuging, meinten plötzlich einige Gemeinde, die bisher nie etwas mit diesem Lied „am Hut hatten“, dass auch sie ja irgendwie und doch auch mit der Entstehung oder Verbreitung etwas zu tun hätten. Und wären nur die Tiroler Sänger durch ihre Gemeinde gezogen.

Ja und da gibt es noch ein paar Gründe, weshalb ich von diesem Buch schwer beeindruckt bin. Vorausschicken möchte ich, dass ich mich selbst schon seit Jahren etwas näher mit dieser Thematik befasse und daher sachlich schon einen guten Einblick habe. Daher möchte ich noch erwähnen, dass die Autoren mit Mythen und Legenden aufräumen, die sich im Laufe der Geschichte um Entstehung und Verbreitung des Liedes gebildet hatten. Und zwar mit Quellen belegt und genau erklärt, weshalb das oder jenes nicht stimmt. In jedem Kapitel gibt es zahlreiche Endnoten mit Verweisen und Quellenangaben, teilweise im Internet nachvollziehbar; das Buch endet mit einem umfangreichen Verzeichnis ausgewählter Literatur und einem Glossar (mit z. B. den Stichworten „Authentische Veranlassung“, „Legendenbildung“ oder den verschiedenen Fassungen des Liedes).

Ergänzendes, gutes Bildmaterial, gut lesbare Schrift und eine angenehme Seitengestaltung runden meinen sehr positiven Eindruck von diesem wirklich gelungenen Nachschlagewerk zum Stille-Nacht-Lied ab. Von allen bisher mir bekannten Büchern ist es mit Abstand das umfangreichste, detaillierteste und interessanteste Buch zu diesem Thema.

Rezension 2

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Quelle

  • Newsletter März 2018 der Stille Nacht Gesellschaft
  • Verlagsinformationen
  • Rezension 1 von Peter Krackowizer