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Daniell Porsche

Daniell Porsche, 2016
Daniell Porsche, 2007

Peter Daniell Porsche (* 17. September 1973 in Stuttgart, Baden-Württemberg, Bundesrepublik Deutschland) gehört zur Porsche-Dynastie und machte in Salzburg mit außergewöhnlichen Projekten Schlagzeilen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er ist ein Urenkel des Prof. Ferdinand Porsche. Bis 2010 war Peter Daniell als Musiktherapeut und Waldorfpädagoge tätig. Heute widmet er seine Zeit der PDP Holding (siehe weiter unten), ist überdies im Aufsichtsrat von Skoda vertreten und stellvertretender Vorsitzender der VW-Belegschaftsstiftung. Sein Vater Hans Peter Porsche hat angekündigt, ihm bis spätestens 2020 auch den Kontrollposten in der Porsche Automobil Holding SE abzutreten. Daniell spielt neben anderen Musikinstrumenten auch Querflöte, schreibt Bücher und Gedichte und gab seiner Tochter den Namen der Schwester Antigones, Ismene, „weil Ismene im Stillen Gutes tut“.

Daniell Porsche fährt zwar einen Porsche Cayenne, ebenso wie einen Skoda Yeti. Ansonsten fällt er in der Autobauer-Dynastie teilweise aus der Reihe – vor allem deshalb, weil er viele Jahre den Großteil seines Anteils an den Unternehmensgewinnen in die Paracelsus-Schule in St. Jakob am Thurn steckte. 6,5 Mill. Euro investierte er 2004/2005 in den Bau der Schule für „seelenpflegebedürftige“ Kinder, wie er sagt. Er erwarb auch das alte Gasthaus Schützenwirt und den „Trapp-Hof“, einen alten Bauernhof, an dem die Kinder seiner Schule mit der Landwirtschaft vertraut gemacht werden.

Mit der Waldorfideologie machte Daniell schon als Kind Bekanntschaft. Er besuchte in Salzburg den Waldorfkindergarten und anschließend die neu gegründete Rudolf-Steiner-Schule. Nach der Matura in Stuttgart studierte er in der Schweiz Waldorfpädagogik und in Berlin Musiktherapie. Später übernahm er eine Klasse an der Paracelsus-Schule in Salzburg, wurde dort bald zum Vereinsobmann gewählt und steckte sein Vermögen in den Bau des neuen Schulgebäudes in St. Jakob am Thurn.

Allerdings stößt der leidenschaftliche Ballonfahrer mit seinen Projekten nicht überall auf Zustimmung. Porsche kaufte beispielsweise die alte, verfallene Mühle beim Dorfturm in St. Jakob, um diese sanieren zu lassen, damit die Schulkinder eine Rückzugmöglichkeit bekommen. Ein Nachbar, der ehemalige grüne Gemeindevertreter und Turmbesitzer Martin Flatz, legte sich in der Frage das Wegerechts quer. Porsche kam trotzdem zum Ziel. Allerdings war dafür ein Gerichtsbeschluss nötig.

Auch die Architektur seines Kulturzentrums (Schule, Schützenwirt, Jakobisaal) sorgte für Diskussionen. Dazu kommen jene, die kritisieren, dass der Urenkel Ferdinand Porsches in St. Jakob alles aufkaufe. Doch Letztere können aufatmen. Weitere Großprojekte sind derzeit nicht in Sicht. Er wolle bei den rein sozialen Investitionen leiser treten, sagt Porsche.

Der Grund ist neben der verstärkten unternehmerischen Ausrichtung von Daniell auch finanzieller Natur: „Es ist nicht so, dass ich das Geld aus der Tasche ziehe“, sagt Porsche. „So viel schüttet die Firma dann auch wieder nicht aus.“ So kostet der Schulbetrieb pro Jahr 700.000 Euro. Nur rund die Hälfte kommt von Land und Stadt. Für den Rest müssen überwiegend Porsche und seine Familie aufkommen. „Ich habe Kredite von ein paar Millionen Euro laufen. Das muss abgearbeitet werden. Meine Frau sagt immer: ,Ich könnte an deiner Stelle nicht mehr schlafen.'

Leistungen

Porsches größtes Projekt ist der Bau der neuen Paracelsus-Schule in St. Jakob, für die er 6,5 Mill. Euro investierte. In dieser Waldorfschule werden Schüler unterrichtet, die in großen Klassen nicht zurechtkommen. In jeder Klasse sitzen nur zwei bis vier Schüler. Ziel der Waldorfpädagogik ist es, den Menschen mit all seinen Fähigkeiten zu betrachten.

In der Rudolf-Steiner-Schule in Salzburg-Langwied unterstützte er als Förderer und Gönner das Odeion, ein moderner Veranstaltungsort. Die ersten Jahre war er auch Geschäftsführer des Odeions, gab diese Funktion im Dezember 2010 an Manfred Bauer ab. Die Betriebskosten von rund 250.000 Euro jährlich übernahm Porsche aber weiterhin. Nach seinem Rückzug unterstützt Peter Daniell Porsche die Rudolf-Steiner-Schule finanziell weiterhin indirekt über die Ernst Michael Kranich Stiftung.[1] </ref>

2014 gründete er die PDP Holding GmbH mit Sitz in Salzburg, die an Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Innovative Technologien, Ressourcenmanagement, Verlags- und Medienwesen sowie Gastronomie & Kultur mehrheitlich beteiligt ist und im wirtschaftlichen Sinn erfolgsorientiert agiert. Die Holding ist nachhaltig wirtschaftlich orientiert und wird von Geschäftsführer Rafael Walter gleitet. Zu den Beteiligungen gehören neben anderen beispielsweise der Recycling-Betrieb Reststofftechnik GmbH in Henndorf am Wallersee, der Biomasse-Kessel-Hersteller KWB GmbH (Stmk.), der Residenz Verlag, das Brauhaus Gusswerk und das Kulturwirtshaus Urbankeller.

Privat

Er lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in Salzburg.

Flüchtlingsthematik

Für die Asylwerber in Salzburg stellte Daniell Porsche in Hallwang ein Grundstück zur Verfügung, auf dem das Rote Kreuz Salzburg ein Holzhaus für 76 Flüchtlinge errichten wird[2]

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. siehe www.kranich-stiftung.de, Quelle dieser Information Tina Zapletal-Eggl, Werkstatt für Kommunikation & PR, via E-Mail an Administrator Peter am 26. April 2018
  2. Salzburger Nachrichten, 30. Dezember 2015