Fritz Tannenberger

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Stolperstein für Fritz Tannenberger, am Makartplatz 2 (vor dem Landestheater)

Friedrich Josef (Fritz) Tannenberger (* 10. Februar 1897 in Wien; † 25. Oktober 1944 in der Stadt Salzburg) in Gestapo-Haft war ein Opfer des Nationalsozialismus in der Stadt Salzburg.

Leben

Tannenberger war der jüngere von zwei Söhnen des Ehepaars Georgine, geborene Bannholzer, und Emanuel Tannenberger. Nach dem Kriegsdienst im 1. Weltkrieg studierte er Schauspiel und Gesang.

Vor seinem Engagement in Salzburg hatte er keine Probleme mit dem nationalsozialistischen Regime. Er trat sogar in Deutschland auf. Er war seit 12. Dezember 1939 in der der Stadt Salzburg gemeldet und debütierte am Salzburger Landestheater in der Spielzeit 1939–1940 in Carl Michael Ziehrers Operette Die Landstreicher. Er zählte zum Opern- und Operettenensemble, das der Intendant Dr. Herbert Furreg für die Spielzeit 1940–1941 neu aufstellte.

Im März 1940 stellte die Zweigstelle Wien der „Reichsstelle für Sippenforschung“ fest, dass Friedrich Josef Tannenberger jüdische Vorfahren habe, nämlich eine jüdische Urgroßmutter mütterlicherseits. Fritz Tannenberger blieb dennoch Mitglied des Landestheaters Salzburg. Im Jänner 1942 wurde ihm sogar von der Reichskanzlei in Berlin bescheinigt, dass er „deutschblütigen Personen“ gleichgestellt sei. Außerdem war er noch immer Mitglied der Fachschaft Bühne in der Reichstheaterkammer.

Mit dem Stigma "Judenstämmling" blieb der Schauspieler jedoch dem Regime verdächtigt. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juni 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet. Seit Juli 1944 war er im Polizeigefängnis Salzburg inhaftiert und starb dort am 25. Oktober 1944 an den Folgen der Gestapohaft. Offizielle Todesursache war Diphterie, es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, dass er an den Folgen der Haftbedingungen im Polizeigefängnis gestorben ist. Sein Grab befand sich auf dem Salzburger Kommunalfriedhof, wurde aber inzwischen aufgelöst.

Zu seinem Andenken wurde am 18. April 2013 ein Stolperstein vor dem Landestheater am Makartplatz Nr. 2 verlegt.

Quellen