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Fußweg

Wegweiser am Krimmler Tauern
Wegmarkierung, Kolm-Saigurn
Weg im Hundssteingebiet
Kulturwanderweg Piesendorf
Befestigter alpiner Steig zur Peter Wiechenthaler Hütte
Befestigter Saumweg zum Mallnitzer Tauern
Wegbefestigung am alten Weg von der Embachkapelle nach Ferleiten
Wege. Knüppelsteig im Hundssteingebiet

Ein Fußweg ist ein Weg über Land, der nur für Fußgänger und Tragtiere geeignet ist und der Fortbewegung von einem Ausgangspunkt zu einem Zielpunkt dient.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Weg ist etymologisch mit dem Begriff „Bewegen“ verwandt. Vor der Erfindung des Rades und der späteren Motorisierung waren Fußwege die einzige geordnete räumliche Verbindung zwischen Menschen und Orten und dienten auch dem Gütertransport durch Träger oder Tragtiere.

Fußwege entstehen grundsätzlich durch das Gehen. Das wird aufmerksamen Beobachtern bei sogenannten „Abkürzungen“ im städtischen oder im ländlichen Umfeld ersichtlich: Trampelpfade durch unabgezäunte Grünflächen, die der kürzesten Verbindung von hier nach dort „im Wege stehen“ oder in vegetationsschädigenden „Abschneidern“ bei Wanderwegen, die in Serpentinen angelegt sind.

Wege waren in vorrömischer Zeit die einzigen Verbindungen an Land, auf denen Menschen von einem Ort zu einem anderen gelangen und Waren transportieren konnten. Bereits in der Bronzezeit existierten befestigte Wege wie z. B. ein Knüppelsteig in einem Hochmoor. Erst in römischer Zeit wurden im Salzburger Land die ersten Straßenverbindungen, beispielsweise über den Radstädter Tauern oder den Mallnitzer Tauern angelegt. Aber noch bis in das 20. Jahrhundert haben die meisten Menschen fast alle ihre Wege zu Fuß erledigt. Für die ihnen gestellten Aufgaben reichten in der Regel Wege im näheren Umfeld des Wohn- und Lebensortes.

Salzburgbezug

Salzburg war in seiner einstigen Ausbreitung und ist auch in seiner gegenwärtigen Größe ein Land, in dem ein beträchtlicher Flächenanteil Gebirgsland ist, bzw. von Gebirgszügen durchschnitten oder begrenzt wird. In gebirgigen Gegenden kommt Fußwegen auch heute noch eine besondere Bedeutung zu, auch wenn mittlerweile anstelle von Saumpfad und Viehtreibweg großzügig angelegte Passstraßen mit oft Kilometer langen Tunnel vorhanden sind.

Mittels Saumweg bewältigten Pilger, Störhandwerker, Wanderarbeiter und Händler bis in die Neuzeit die Tauernübergänge wie den Krimmler Tauern, den Felber Tauern oder den Rauriser Tauern. Das Anlegen, Befestigen und die Erhaltung der Saumwege war die Aufgabe der Wirte in den Tauernhäusern, die dafür öffentliche Mittel in Form von Naturalien oder Geldleistungen erhielten. Zu den wichtigsten Tauernhäusern zählten das Ferleiten Tauernhaus, das Tauernhaus Spital und das Krimmler Tauernhaus.

Wege, die in der Geschichte eine Rolle spielten

Wege, die in der Gegenwart von Bedeutung sind

Verkehrswege und Wirtschaft

Der moderne Mensch benötigt im Gegensatz zum regionsgebundenen Menschen früherer Epochen Verbindungs- und Transportwege rund um die Welt. Straßen, Eisenbahntrassen und Flugwege haben daher längst die Funktion der Fußwege als Verbindungs- und Transportrouten übernommen. Noch heute bestehende Wege sind künstlich angelegt, befestigt, benannt und beschildert und in Straßen- und Landkarten eingezeichnet.

Verkehrswege und Freizeit

Zahlreiche Wander- und Kletterwege erschließen seit dem 20. Jahrhundert die Salzburger Bergwelt, die weglos für die meisten Menschen nicht zugänglich wäre. Alpinistenvereine wie der Alpenverein und die Naturfreunde pflegen und sichern mittels ehrenamtlicher Leistung vieler Mitglieder die Wege und Steige, die ohne permanente Erhaltungsmaßnahmen im alpinen Gelände schnell unbegehbar werden würden. In unserer schnelllebigen Zeit gewinnen aber auch althergebrachte und neu deklarierte und als solche markierte Pilger- und Weitwanderwege für die Regeneration des Menschen und so auch für den Tourismus und die Wirtschaft an Bedeutung.

Wegerecht

Wie wichtig und entscheidend die Zugänglichkeit von Wegen eingeschätzt wurde und wird, beweist das Wegerecht, das das Offenhalten althergebrachter Wege, die seit der Motorisierung oft nur mehr wenig oder gar nicht mehr begangen werden, sichert.

Befestigung und Sicherung

Auch wenn Wege grundsätzlich durch das Gehen selbst entstehen, ergab sich schon früher und ergibt sich heute jedenfalls die Notwendigkeit, einen Weg zu markieren, zu sichern oder auch zu befestigen. Wegmarkierung und Wegweiser werden an markanten Punkten angebracht und bestehen aus aufgemalten Farbkombinationen mit oder ohne Nummer, während die bisher unterschiedlichst ausgeführte Beschilderung immer mehr durch einheitlich gestaltete gelbe Hinweistafeln ersetzt wird. Im Winter werden Wege auch mit Schneestangen markiert.

Im Gebirge sicherte man Wege an wichtigen Punkten ebenfalls durch Stangen oder durch ein Steinmandl, das auch Daube genannt wurde. Zur Befestigung errichtete man an bestimmten Stellen Trockenmauern, die das Abrutschen des Weges selbst oder des Hanges oberhalb des Weges verhindern sollten. Zur besseren Begehbarkeit wurde besonders an nassen oder schwierigen Stellen Steine oder Knüppel in bestimmter Aneinanderreihung aufgeschichtet oder gelegt, z. B. in Form der Buchrückenpflasterung, die noch heute auf alten Saumwegen anzutreffen ist, oder des Knüppelsteiges, der auch heute noch im Moor zur Anwendung kommt.

Quellen

  • Eigenartikel von Christina Nöbauer
  • Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 22. Auflage bearbeitet von Elmar Seebold, Walter de Gruyter, Berlin, New York, 1989

Literatur

  • „Zu Fuß“, Geschichten über das Gehen, Manfred Bürstmayr / Gerald Franz (Hg.), PROMEDIA, Wien 2010