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Steinmandl

Steinmandl als Wegmarkierung südlich des Krimmler Tauern
Steinmandl auf der Bockhartscharte
Dauben, Kalser Tauern

Unter Steinmandl versteht man ein meist pyramidenförmiges Gebilde aus aufgeschichteten Steinen, das in den Bergen an wichtigen Punkten wie Wegkreuzungen die Orientierung ermöglichen soll.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung und Herkunft

Auf festem Untergrund werden unterschiedlich große Klaubsteine, die in der näheren Umgebung aufgelesen werden, so aufeinander geschichtet, dass die Basis größer als die Spitze ist und so ein meist pyramidenförmiges Gebilde unterschiedlicher Höhe entsteht, das aufgrund sorgfältiger Schichtung und Form Stabilität erlangt. Die Steinmandln oder Dauben, wie sie auch genannt wurden (Tauernhaus Schößwend), wurden ursprünglich so aufgestellt, dass man bei schlechter Sicht den Weg entlang der Dauben finden konnte. Die Errichtung von Steinpyramiden, den Steinmandln, früher auch „Zaiger“ genannt (Tauernhaus Schößwend), als Wegweiser gehörte z. B. zu den Pflichten der Wirte der Tauernhäuser. Steinmandln können zu den universalen „Felszeichen“ gezählt werden, die man seit Jahrtausenden in aller Welt errichtet und genutzt hat. Ihr archaischer Charakter spricht offenbar den modernen Menschen an, anders wäre die gegenwärtige Entwicklung nicht denkbar.

Gegenwart

In den letzten Jahren zeigt sich auch im Bundesland Salzburg ein Trend zum Steinmandl „Marke Eigenbau“. Ausflügler fahren mit Aufstiegshilfen in große Höhenlagen wie z. B. in Uttendorf Weißsee, lassen sich mit der weiterführenden Sesselbahn auf den Medletzkopf bis in eine Höhe über dem Kalser Tauern transportieren und erblicken dort hingerissen die bereits vorhandenen Steinmandln. Flugs beginnen auch sie mit der Errichtung eines weiteren Steinmandls. Je nach Ausdauer und Können erreichen diese unterschiedliche Stabilität, Größe und Form. Eine Inflation an Dauben, errichtet von Menschen, die den ursprünglichen Sinn und die Bedeutung der Steinmandln vielleicht gar nicht kennen, jedenfalls diese aber nicht mehr zur Orientierung benötigen.

"Land Art“ oder „Ich-war-hier-Syndrom“?

Die „Steinmandlinflation“ an manchen Punkten in den Salzburger Bergen erinnert zwar gelegentlich an Land Art, entspringt aber wohl eher dem brachliegenden Spieltrieb und dem „Ich-war-hier-Syndrom“. Zum Glück entstehen diese „Steinmandlwälder“ nur dort, wo viele Menschen ohne Mühe und ohne Orientierungsbedarf in große Höhen gelangen können und dort außer einem Rundum-Blick und der Talfahrt kein Ziel und keine weitere Aufgabe haben. Wo Berggeher zu Fuß von Hütte zu Hütte wandern und dazwischen Gipfel und Grate meistern, wird man kaum auf „Daubenarmeen“ stoßen, wohl aber auf das eine oder andere Steinmandl, das an Wegkreuzungen, auf Pässen und an unübersichtlichen Stellen dem Wanderer auch heute noch den Weg weist.

Bilder

 Steinmandl – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quelle