Hochtor (Kärnten)

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in der Mitte des Bildes die Einfahrt in den Hochtor-Tunnel an der Großglockner Hochalpenstraße: der Blick geht von der Edelweißspitze in nordwestliche Richtung, links aus dem Tal kommend, führt der als Saumpfad aus dem Raurisertal, der schon zur Römerzeit begangen war, wie auch archäologische Funde beweisen. Bildmitte der Berg ist der Hochtor-Gipfel

Das Hochtor (auch als Rauriser Tauern, Heiligenbluter Tauern oder Fuscher Tauern bezeichnet) ist ein 2 576 m ü. A. hoher Berg in den Hohen Tauern in Kärnten.

Geografie

Dieser Gipfel liegt nur wenige Meter südlich der Salzburger Landesgrenze bereits in Kärnten, genau über dem Hochtor-Tunnel der Großglockner Hochalpenstraße.

Geschichte

Seit dem Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert führte ein Saumpfad über das Hochtor, der dritt wichtigste Handelsweg durch die Hohe Tauern. Beiderseits wurde damals der so genannte Blunter Tauern Zoll von den Händlern kassiert. Aber neben "legalen" Geschäften ...gingen die Händler auf vielerlei Abwegen und verschwärzten viel Contrabande, sie gehen immer mit Betrug schwanger.... Damit diese Leute ... voller unergründlicher Tücken niemals mehr mit Hinterlist herumwandeln... hetzte ihnen die Obrigkeit Überreiter auf die Spur. Das war eine Art berittene Gendarmerie, die meist aus pensionierten Jägern bestand. Jedoch hatte diese Art der "Jagd" wenig Erfolg, zumal Salzburg das Bierbrauen forcierte, um ihre Bürger vom italienischen Wein abzugewöhnen, der über die Alpen transportiert und auch natürlich geschmuggelt wurde. Kärnten wiederum verbot den Import von Salz über die Tauern. Damit wollte Kärnten den Schmuggel von billigerem Salz aus Nordtirol und der Steiermark unterbinden.

Diese Handlungen zeigten ihre Wirkung. Anstelle von Händlern und Schmugglern zogen nun Kärntner Weber auf "Gastarbeit" nach Bayern und Frauen aus dem Mölltalzur Erntehilfe in den Pinzgau. Doch auch die Salzburger Schmuggler fanden wieder ein einträgliches Geschäft. Sie schmuggelten Schnaps über den aber gefährlicheren Umweg über den Kalser Tauern.

Hier wurde ein römisch-keltisches Heiligtum ausgegraben, das, höher als der griechische Olymp, Europas höchst gelegenes Heiligtum darstellt. Bei den Bauarbeiten für die Großglockner Hochalpenstraße wurde 1933 eine bronzene Römerstatue des Herkules ausgegraben. Bei Grabungsarbeiten zwischen 1992 und 1995 fanden Archäologen 199 keltische und römische Geldstücke aus der Zeit zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert nach Christus. 2011 entdeckte man einen 5,5 Zentimeter langen Bronzefuss, der zu einer rund 50 Zentimeter großen Jupiterfigur gehört. Beinahe zum selben Zeitpunkt wurden keltische Kleinsilbermünzen sowie Fragmente von Statuetten und Eisenbarren, die einst alte Handelsware war, entdeckt[1].

Weblinks

Quelle

Einzelnachweise

  1. Salzburger Woche, Ausgabe Pinzgauer Nachrichten, 1. September 2011