Gezähe

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Schlägel und Eisen
Bergeisen, Museum Bramberg
Bergeisen und Eisen

Unter Gezähe versteht man in der Bergmannssprache alle zum Abbau benötigten Werkzeuge und Arbeitsgeräte. Vor der Einführung der Pulversprengung waren Keilhaue, Schlägel und Eisen, sowie Keile das Werkzeug des Salzburger Bergmanns.

Allgemeines

Salzburg war jahrtausendelang ein Bergbauland, in dem Kupfer-, Eisen-, [[Goldbergbau|Gold]- und Silbererze, Salz, Marmor und heute auch Scheelit gewonnen wurden. „Gewinnung“ bedeutet „das Lösen des Lagerstätteninhaltes aus dem festen Gebirgsverband.“ Diese Gewinnungsarbeit entwickelte sich im Lauf der Zeit von der einfachen Arbeit mit Handwerkzeugen über das Feuersetzen bis hin zur Sprengarbeit.

Keilhaue, Schlägel und Eisen, Keile

Keilhaue

Die älteste Art, in der man weiche Erze wie z. b. Brauneisenstein gewann, war die Arbeit mit der Keilhaue. Sie findet noch heute „als Hilfsgerät beim Schrämmen, Schlitzen, Kerben und zum Abräumen aufgelockerter Gesteins- und Erdmassen Verwendung.“

Schlägel und Eisen

Schlägel und Eisen waren für festes Erz und „Gebirge“ die wichtigsten Vortriebs- und Gewinnungswerkzeuge. „Der Bergmann hielt mit der linken Hand das Eisen gegen das Gestein und führte mit dem Schlägel, den er in der rechten Hand hielt, Schläge auf die Bahn des Eisens, sodass ein Teil des Gesteins abgesprengt wurde.“ Auf diese mühselige Weise wurden bis zur Verwendung von Sprengmitteln „Tausende Meter von Stollen vorgetrieben, Schächte abgeteuft und Erze abgebaut." Zur Trennung großer Gesteinsbrocken wurden auch Eisenkeile eingesetzt, „die mit schweren Treibfäusteln, die der Hauer oft mit beiden Händen führte, eingetrieben wurden.“ Noch heute sieht man in prähistorischen und mittelalterlichen Stollen die Spuren der Jahrhunderte andauernden Handarbeit.

Quellen

  • „Grubenhunt & Ofensau“ – Vom Reichtum der Erde“, II. Beiträge zur Landesausstellung Hüttenberg / Kärnten, 29. April – 29. Oktober 1995, S. 103 – 105, Hrsg. Kärntner Landesausstellungsbüro Klagenfurt 1995
  • „Grubenhunt & Ofensau – Vom Reichtum der Erde“, I. Katalog zur Landesausstellung Hüttenberg / Kärnten, 29. April – 29. Oktober 1995, S. 103 – 105, Hrsg. Kärntner Landesausstellungsbüro Klagenfurt 1995